Cochrane Review: So lassen sich freiheitsentziehende Maßnahmen im Pflegeheim reduzieren

Organisationsbezogene Interventionen können den Einsatz von freiheitsentziehenden Maßnahmen in Pflegeheimen reduzieren, ohne das Sturzrisiko zu erhöhen, so das Hauptergebnis eines aktuellen Cochrane Reviews. Für andere Interventionen, fand der Review dagegen keine überzeugenden Belege.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Genome analysis of 46,000-year-old roundworm from Siberian permafrost reveals novel species

International research team shows that a newly discovered nematode species from the Pleistocene share a molecular toolkit for survival with the nematode Caenorhabditis elegans.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Genomanalyse eines 46.000 Jahre alten Fadenwurms aus sibirischem Permafrost enthüllt eine neue Spezies

Ein internationales Forschungsteam zeigt, dass eine neu entdeckte Fadenwurmart aus dem Pleistozän einen ähnlichen molekularen Baukasten zum Überleben hat wie der Fadenwurm Caenorhabditis elegans.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Das Überlebensprogramm von Krebszellen abschalten

Tumorzellen können mitunter Chemo- und Strahlentherapien entgehen: Sie aktivieren einen Signalweg, der ihr Absterben verhindert. Forschende um Claus Scheidereit am Max Delbrück Center beschreiben nun in „Cell Chemical Biology“ zwei neue Substanzen, die den Krebszellen diesen Ausweg abschneiden.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Neue Alzheimer-Therapien stellen Gesundheitsbudget und Versorgungsstrukturen vor enorme Herausforderungen

Neurodegenerative Erkrankungen wie M. Alzheimer und M. Parkinson nehmen zu, z.T. sogar mehr, als durch die Überalterung der Gesellschaft erklärt werden kann. In jüngster Zeit wurden im Bereich der Alzheimerbehandlung verschiedene Durchbrüche vermeldet. Doch die Therapiekosten sind hoch, ebenso die Anzahl derjenigen, die für diese Behandlungen in Frage kommen. Und selbst wenn genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stünden, bleiben enorme versorgungsstrukturelle Herausforderungen, die zeitnah gelöst werden müssen. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie mahnt gemeinsam mit den Berufsverbänden an, dass nun die Gesundheitspolitik handeln muss.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Selbstheilender Kunststoff wird biologisch abbaubar

Konstanzer Chemiker*innen entwickeln Mineralplastik mit zahlreichen positiven Eigenschaften aus nachhaltigen Grundbausteinen und weisen gemeinsam mit Kollegen aus der Biologie dessen sehr gute mikrobiologische Abbaubarkeit nach.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Competition for food? Jaw analyses show what cave bears and brown bears ate

The differences are in the details: Special 3D shape analyses of the jaws and dentitions of cave bears and brown bears living at the same time from the fossil site in the caves of Goyet in Belgium show their clearly different food spectrum. In contrast, the diet of brown bears living around 30,000 years ago differs only slightly from that of their North American relatives still living today. SNSB zoologist Anneke van Heteren has now published her comparative study together with a colleague from the Royal Belgian Institute of Natural Sciences (RBINS) in the scientific journal Boreas.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Konkurrenz um Nahrung? Kieferanalysen zeigen was Höhlenbären und Braunbären fraßen

Die Unterschiede liegen im Detail: Spezielle 3D-Formanalysen der Kiefer und Gebisse von Höhlenbären und zeitgleich lebenden Braunbären aus der Fossilfundstelle in den Höhlen von Goyet in Belgien zeigen deren deutlich unterschiedliches Nahrungsspektrum. Der Speiseplan der vor rund 30.000 Jahren lebenden Braunbären unterscheidet sich dagegen nur leicht von dem ihrer heute noch lebenden Artgenossen aus Nordamerika. SNSB-Zoologin Anneke van Heteren veröffentlichte ihre Vergleichsstudie nun gemeinsam mit einer Kollegin des Royal Belgian Institute of Natural Sciences (RBINS) in der Fachzeitschrift Boreas

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Looking deep into the Network

Artificial neural networks are everywhere in research and technology, as well as in everyday technologies such as speech recognition. Despite this, it is still unclear to researchers what is exactly going on deep down in these networks. To find out, researchers at the Göttingen Campus Institute for Dynamics of Biological Networks (CIDBN) at Göttingen University, and the Max Planck Institute for Dynamics and Self-Organisation (MPI-DS) have carried out an information-theoretic analysis of Deep Learning, a special form of machine learning.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

In die Tiefen des Netzwerks geblickt

Künstliche neuronale Netze sind in Forschung und Technik ebenso wie in Technologien des Alltags heute allgegenwärtig, zum Beispiel bei der Spracherkennung. Trotzdem ist bislang unklar, was genau in den tieferen Bereichen dieser Netzwerke passiert. Um dies zu ergründen, haben Forschende des Göttingen Campus Instituts für Dynamik biologischer Netzwerke (CIDBN) der Universität Göttingen und des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation (MPI-DS) eine informationstheoretische Analyse des Deep Learning, einer speziellen Form des maschinellen Lernens, vorgenommen.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Materialforschung: Biokatalytische Schäume mit enormer Haltbarkeit und Aktivität

Die industrielle Biokatalyse mit Enzymen gilt als „Gamechanger“ bei der Entwicklung einer nachhaltigen chemischen Industrie. Mithilfe von Enzymen kann eine eindrucksvolle Bandbreite an komplexen Molekülen wie pharmazeutische Wirkstoffe unter umweltfreundlichen Bedingungen synthetisiert werden. Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben nun eine neue Klasse von Materialien entwickelt, indem sie Enzyme als Schäume hergestellt haben, die eine enorme Haltbarkeit und Aktivität besitzen. Über ihre Ergebnisse berichten die Forschenden in der Fachzeitschrift Advanced Materials. Das neuartige Herstellungsverfahren der Enzym-Schäume wurde bereits zum Patent angemeldet.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Essential cell death-regulating mechanisms important for recovery from SARS-CoV infection and skin injury discovered

University of Cologne Scientists discover that cleavage of the protein cFLIP is crucial to limit cell death and promote tissue regeneration / Publication in Science Advances

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Wie der Zelltod während Wundheilung und SARS-CoV 2 Infektionen reguliert wird

Kölner Wissenschaftler*innen entdecken, dass die Spaltung des Proteins cFLIP als Bremse für den Zelltod und für die Fähigkeit des Gewebes, Schäden zu überwinden, unerlässlich ist / Veröffentlichung in „Science Advances“

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Stammbäume aus Europas Jungsteinzeit

Die Bestattungen eines jungsteinzeitlichen Gräberfeldes, Gurgy ‘les Noisats’ im heutigen Frankreich, offenbarten unerwartet große Familienstammbäume, mit deren Hilfe es einem deutsch-französischen Forschungsteam gelungen ist, erste Einblicke in die Sozialstruktur frühbäuerlicher Gemeinschaften vor 6.700 Jahren zu gewinnen. Die Forschenden fanden Hinweise auf eine enge verwandtschaftliche Linie, die durch Monogamie, „Außenheirat“ mit Partnergemeinschaften und generell stabile Zeiten geprägt war.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

New insights into the evolution of the plague pathogen

– Joint press release by Kiel University and the Max Planck Institute for Evolutionary Biology, Plön –

A research team from Kiel University and MPI-EB identifies genetic factors that were acquired by the pathogen Yersinia pestis during its recent evolution and contribute to our understanding of the emergence of the modern plague pandemic in the 19th century

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Neue Erkenntnisse zur Evolution des Pesterregers

– Gemeinsame Pressemitteilung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie Plön –

Forschungsteam von CAU und MPI Plön identifiziert genetische Faktoren, die der Erreger Yersinia pestis während seiner jüngsten Entwicklung erworben hat und die zum Verständnis der Entstehung der modernen Pestpandemie im 19. Jahrhundert beitragen

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Ein Film sagt mehr als tausend Worte

Seit mehreren Jahren verfolgen Wissenschaftler*innen des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) einen völlig neuen Ansatz zur Therapie neurodegenerativer Erkrankungen, speziell der Amyotrophen Lateralsklerose – kurz ALS. Mit einem Film machen sie auf ihr Forschungsprojekt „ThaXonian“ (Magnetic Axon Therapy) aufmerksam. Sie hoffen, auf diesem Weg „ThaXonian“ bekannter zu machen und neue Finanzquellen zur Fortsetzung des Vorhabens zu erschließen.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Online-Vortrag „Im Spannungsfeld zwischen Erkenntnisgewinn und Ethik“

Der Online-Vortrag am 21. August 2023 steht ganz im Zeichen von ethischen Fragestellungen und Herausforderungen an Hochschulen und Universitäten, den Umgang und die Auseinandersetzung damit.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

On the right track – Novel treatment approach for soft tissue tumors

Researchers from the Leibniz Institute on Aging in Jena and the Brandenburg University of Technology Cottbus-Senftenberg have discovered a novel treatment approach for soft tissue tumors, which are frequently occurring in children and are often malignant. Through the targeted transformation of the tumor cells into muscle cells, they succeeded in stopping the growth of the cells and thereby the growth of the tumor. This opens completely new therapeutic options in cancer treatment.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Weichen neu gestellt – Neuartiger Behandlungsansatz für Weichteiltumore

Forschende vom Jenaer Leibniz-Institut für Alternsforschung und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg haben einen neuartigen Behandlungsansatz für Weichteiltumore entdeckt, die sehr häufig im Kindesalter auftreten und bösartig sind. Durch die gezielte Veränderung der Tumorzellen hin zu Muskelzellen gelang es ihnen, das Wachstum der Zellen und damit auch die Ausbreitung des Tumors zu stoppen. Daraus ergeben sich völlig neue Therapiemöglichkeiten bei der Krebsbehandlung.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

ALS-Studie zur Rolle der neuronalen Erregbarkeit für den Krankheitsverlauf – Genregulator SRF schützt Motoneuronen

Eine Ulmer Studie zur Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) hat aufgedeckt, dass der Genregulator SRF (Serum Response Factor) Motoneurone, die für ALS anfällig sind, vor neurodegenerativen Effekten schützt. In einem ALS-Mausmodell, in dem dieser Genregulator deaktiviert war, brach die Krankheit früher aus und schritt schneller voran. Der Genregulator, der eine große Rolle bei der Erregbarkeit von Nervenzellen spielt, hat also entscheidenden Einfluss auf die Anfälligkeit der Motoneurone für ALS.
Veröffentlicht wurde die Studie im Journal of Clinical Investigation, JCI Insight.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Low binding affinity improves vaccine efficacy

Conventional vaccines usually contain antigens – components of the respective pathogens – that bind to receptors on the surface of their target cells in order to trigger the disease. Scientists at the Berlin Institute of Health at Charité (BIH) and the Max Delbrück Center have now discovered that antigen variants with low receptor binding can be advantageous for the development of vaccines. The research team has succeeded in producing a new vaccine against the SARS-CoV-2 coronavirus by identifying spike protein mutants that lack binding affinity. The scientists have now published their findings in the European Journal of Immunology.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Entlastung von Schlaflaboren: Schlafstadien zuhause mit KI klassifizieren

Die Klassifizierung von Schlafstadien ist eine wichtige Grundlage für die Betreuung von Menschen mit Schlafstörungen. Forschende von Salzburg Research und der Universität Salzburg haben verschiedene maschinelle Lernansätze für die Klassifizierung von Schlafstadien auf der Grundlage von Intervall- und Atmungsdaten analysiert. Die Daten für die entwickelten Modelle können mit kostengünstigen Sensorsystemen erhoben werden. Dadurch wird eine Datenerfassung zu Hause möglich, um klinische Schlaflabore zu entlasten.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Erste Studienergebnisse zeigen: Krisen haben großen Einfluss auf psychische Gesundheit von Jugendlichen

Ukraine-Krieg, Corona und Klimawandel haben erheblichen Einfluss auf die psychische Gesundheit von Jugendlichen. Dies belegen erste Ergebnisse der „GUCK-Hin Studie“ der Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapie unter Leitung von Professorin Tanja Michael an der Universität des Saarlandes. Die Studie untersucht unter anderem die psychischen Auswirkungen von Krisen und weiteren Belastungen bei Jugendlichen. Die Forscherin empfiehlt Maßnahmen vor allem auch in Zusammenarbeit mit Schulen, die Jugendliche unterstützen, den durch die Krisen verursachten Stress zu bewältigen. Das Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes unterstützt die Studie.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Bindungsscheu verbessert Impfwirkung

Herkömmliche Impfstoffe enthalten in der Regel Bestandteile (Antigene) der jeweiligen Krankheitserreger, mit denen diese an Rezeptoren auf der Oberfläche ihrer Zielzellen binden und so eine Erkrankung auslösen. Wissenschaftler*innen des Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) und des Max Delbrück Center haben nun herausgefunden, dass Antigenvarianten mit geringer Rezeptorbindung bei der Entwicklung von Impfstoffen von Vorteil sein können. Der Forschergruppe ist es gelungen, durch Selektion bindungsscheuer Mutanten des Spikeproteins einen neuen Impfstoff gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 herzustellen.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft