Wenn Bakterien sich verbiegen

Fadenförmige Cyanobakterien knicken ab einer bestimmten Länge ab, wenn sie auf ein Hindernis treffen. Dies fand eine Forschungsgruppe um Stefan Karpitschka, Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation und Professor an der Universität Konstanz, heraus. Die Ergebnisse liefern eine wichtige Grundlage für den Einsatz von Cyanobakterien in der modernen Biotechnologie.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

When bacteria are buckling

Filamentous cyanobacteria buckle at a certain length when they encounter an obstacle. This was discovered by the research group of Stefan Karpitschka, group leader at the Max Planck Institute for Dynamics and Self-Organization and professor at the University of Konstanz. The results provide an important basis for the use of cyanobacteria in modern biotechnology.

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Schifffahrt schadet der Biodiversität in Europas Flüssen

Anhand umfangreicher Langzeitdaten zeigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter Beteiligung des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), dass die Binnenschifffahrt in den letzten Jahrzehnten zu einem deutlichen Verlust der biologischen Vielfalt von Fischen, Muscheln, Schnecken und Kleinkrebsen in europäischen Flüssen beigetragen hat – und dazu, dass die verbliebenen Tiergemeinschaften immer einheitlicher werden und flusstypische Arten verloren gehen. Invasive Arten hingegen nehmen deutlich zu. Die Forschenden zeigen auch, wie diese Effekte durch ein besseres Ufer- und Landmanagement abgemildert werden könnten.

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Stress lass nach! Wie ein Trauma entsteht und wieder geht

Neue Erkenntnisse zur Entstehung und Entwicklung stressbedingter Erkrankungen wie Trauma oder Depression eröffnen neue Wege in der Diagnose und individuellen Behandlung

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New approach against fatty liver

Fatty liver disease, SLD for short, is increasingly causing failure of the liver as a vital organ. A team led by researchers from the Institute of Metabolic Physiology at Heinrich Heine University Düsseldorf (HHU) in collaboration with the German Diabetes Centre (DDZ) and other partners has now discovered that a saturated fatty acid in blood vessels leads to the production of the signalling molecule SEMA3A, which closes the ‘windows’ in the blood vessels. This hinders the transport of fat from the liver to the adipose tissue. In the journal Nature Cardiovascular Research, the researchers report that the windows open again and the fat in the liver is reduced when SEMA3A is inhibited.

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Tag der Intensivmedizin: DGAI und BDA sehen Weichen für die Zukunft gestellt, fordern aber finanzielle Sicherheiten

Nürnberg. Anlässlich des Tags der Intensivmedizin am Samstag, 15. Juni, würdigt die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) gemeinsam mit dem Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten e.V. (BDA) die herausragende Arbeit aller Fachkräfte auf den Intensivstationen in Deutschland. Jährlich werden auf deutschen Intensivstationen etwa zwei Millionen Patientinnen und Patienten behandelt, von denen weit über 90 Prozent zurück ins Leben gebracht werden.

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Neue Dauerausstellung ab 18. Juli: Schiffswelten – Der Ozean und wir

Wie schwimmt ein Schiff? Wie ist es konstruiert? Was gehört alles zu einem Schiff? Was macht ein Schiff mit dem Meer? Die neue Dauerausstellung „Schiffswelten – Der Ozean und wir“ im Bangert-Bau des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM) / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte in Bremerhaven gibt ab 18. Juli 2024 Antworten. Nach rund zweijähriger Bauzeit lädt sie auf 2800 Quadratmetern dazu ein, Schiffe und deren Geschichten zu entdecken, die Kräfte des Meeres kennenzulernen und zu sehen, wie man mit ihnen umgeht.

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Weniger ist mehr – auch in der kardiologischen Diagnostik

Deutschland ist weltweit führend in der invasiven Diagnostik von kardiologischen Erkrankungen – allerdings ohne eine messbare Verbesserung der Herzgesundheit. Nun soll eine weitere (nicht-invasive) Untersuchung ambulante Kassenleistung werden. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) begrüßt diese Entscheidung grundsätzlich, warnt jedoch davor, das neue diagnostische Verfahren als Add-on, also zusätzlich, einzusetzen.

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Molekularer Schalter zur stufenweisen Umprogrammierung von Immunzellen entschlüsselt

Zur Abwehr von Krankheitserregern und Krebs aktiviert das Immunsystem bestimmte weiße Blutzellen, die T-Helferzellen (Th-Zellen). Sie werden je nach Ziel (Viren, Bakterien, Parasiten, Tumorzellen) unterschiedlich geprägt und können Entzündungsreaktionen verstärken oder abschwächen. Forschende von Charité – Universitätsmedizin Berlin und Deutschem Rheuma-Forschungszentrum Berlin, ein Leibniz-Institut, haben nun entdeckt, dass sich Th-Zellen in der Stärke ihrer Prägung unterscheiden und unterschiedlich gut umprogrammieren lassen. Das eröffnet neue Therapieoptionen für entzündliche und autoimmune Erkrankungen sowie Immunzelltherapien. Die Daten wurden im Journal Science Advances veröffentlicht.

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Gender Equality Linked to Men Eating More Meat

In wealthier countries with greater gender equality, men are more likely to eat meat more frequently than women, a new study reveals. The research team, led by the University of Zurich, examined the meat consumption patterns of more than 20,000 people from 23 countries. The findings could inform strategies for promoting plant-based and cultured meat as viable alternatives to traditional meat consumption.

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Männer in Ländern mit hoher Gleichberechtigung essen mehr Fleisch

In wohlhabenden Ländern, in denen die Gleichberechtigung der Geschlechter ausgeprägter ist, unterscheidet sich der Fleischkonsum von Männern und Frauen besonders stark. Dies zeigt eine neue Studie zum Konsumverhalten von über 20’000 Personen aus 23 Ländern. Die Ergebnisse können helfen, Strategien für die Einführung von Laborfleisch und pflanzlichen Alternativen zum traditionellen Fleischkonsum zu entwickeln.

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Summer Slumber: How Seeds go Dormant to Combat Harsh Conditions

To avoid exposure to the harsh Mediterranean summer conditions, some seeds delay germination until after the hot and dry days. Using the plant model Aethionema arabicum, Zsuzsanna Mérai in the group of Liam Dolan at the Gregor Mendel Institute of Molecular Plant Biology (GMI) of the Austrian Academy of Sciences (ÖAW) has for the first time described a light-induced mechanism that establishes secondary seed dormancy in summer. The findings were published in Current Biology.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Sommerschlaf: Wie sich Samenkörner in den Ruhezustand versetzen

Um den widrigen Bedingungen des mediterranen Sommers zu entgehen, verzögern manche Samen ihre Keimung bis die heißen und trockenen Zeiten vorbei sind. Anhand des Pflanzenmodells Aethionema arabicum hat Zsuzsanna Mérai in der Gruppe von Liam Dolan am Gregor-Mendel-Institut für Molekulare Pflanzenbiologie (GMI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) zum ersten Mal einen lichtinduzierten Mechanismus beschrieben, der eine sekundäre Samenruhe im Sommer bewirkt. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Current Biology veröffentlicht.

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Flächenmanagement und Klimawandel beeinträchtigen mehrere Agrarland-Ökosystemleistungen gleichzeitig

Eine neue Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurde, zeigt, dass Grün- und Ackerland besser verschiedene Leistungen gleichzeitig erbringen könnten, wenn der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und mineralischen Düngemitteln verringert wird.
Diese Ergebnisse gelten auch unter möglichen zukünftigen Klimabedingungen, so die Forschenden vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), der Universität Leipzig (UL) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU).

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Augenlicht aus dem 3D-Drucker

Noch während der Operation eine neue Hornhaut ausdrucken und damit die Sehfunktion wiederherstellen: Diesen bahnbrechenden Schritt im Kampf gegen Hornhauterkrankungen soll künftig ein laserbasiertes Verfahren mit maßgeschneiderter Biotinte ermöglichen. Entwickelt haben es Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gemeinsam mit den Unternehmen Carl Zeiss Meditec AG und Evonik Healthcare. Beim diesjährigen Innovationswettbewerb NEULAND wurde das Projekt mit dem Ideenpreis ausgezeichnet.

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Das böse Wort mit „C“ – Wie lässt sich der Cholesterinspiegel unter Kontrolle halten?

„Achten Sie auf Ihre Ernährung, Ihr Cholesterinspiegel ist zu hoch!“ Viele Erwachsene werden früher oder später mit dem bösen „C“-Wort konfrontiert. Doch was ist für einen zu hohen Cholesterinwert verantwortlich und wie bekommt man diesen wieder unter Kontrolle? Zum diesjährigen Tag des Cholesterins, am 14. Juni 2024, beantwortet Dr. Melanie Kandulski, Oberärztin der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) sowie Fachärztin für Endokrinologie und Diabetologie, die wichtigsten Fragen und räumt mit dem Mythos „Ei“ auf.

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Welcher der beiden DNA-Stränge geschädigt ist, beeinflusst das Mutationsprofil der Zelle

Detaillierte Analyse der Asymmetrie der DNA-Doppelstränge

Krebsgenome sind das Ergebnis vielfältiger Mutationsprozesse, die sich oft über Jahrzehnte angesammelt haben. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) sowie von den Universitäten Cambridge und Edinburgh haben die molekulare Evolution von Tumoren nach der Einwirkung erbgutschädigender Chemikalien analysiert. DNA-Schäden, die über mehrere Zellgenerationen hinweg unrepariert überdauern, führen zu Sequenzvariationen am Ort des Schadens, deren Quantifizierung Einblicke in die Kinetik und Mechanismen der DNA-Reparatur gewährt.

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Die Glasknochenkrankheit besser verstehen – ganz ohne Tierversuche

Forschende der ETH Zürich haben ein zellbasiertes Knochenmodell entwickelt, mit dem sie der Ursache der Erbkrankheit auf den Grund gehen können.

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S3-Leitlinie Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen Patient*innen aktualisiert

Das Leitlinienprogramm Onkologie hat die S3-Leitlinie Komplementärmedizin aktualisiert. Dabei wurden insgesamt sechs Kapitel überarbeitet und vier Themen neu aufgenommen. Mit der Leitlinie erhält das medizinische Fachpersonal evidenzbasierte Empfehlungen zum Einsatz komplementärer Verfahren in der Onkologie. Die Überarbeitung erfolgte unter Federführung der Fachgesellschaften Deutsche Krebsgesellschaft e.V., vertreten durch die Arbeitsgemeinschaft Prävention und Integrative Onkologie, Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V., Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. und Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V.

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Mit Algorithmen zum Tor: Hochschule Coburg und VfL Wolfsburg über Datenanalysen im Fußball (mit Podcast)

Verwandelte Standardsituationen, Passerfolg, Ballbesitz: So etwas wird schon lange analysiert. Aber im Profi-Fußball wird heute in allen Bereichen Datenanalyse und KI eingesetzt – von der Suche nach neuen Talenten über die Live-Analyse während eines Spiels bis zum Merchandising. Damit befassen sich Studierende der Hochschule Coburg gemeinsam mit zwei Profis des VfL Wolfsburg. Diese Profis des Bundesliga-Vereins sind keine Spieler. Es sind Daten-Spezialisten mit viel Liebe zum Ballsport.

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Alte Maya-Genome offenbaren rituelle Menschenopfer in Chichén Itzá

Nach dem Zusammenbruch des klassischen Maya-Reichs stieg Chichén Itzá zur Macht auf und gehörte fortan zu den größten und einflussreichsten Städten der alten Maya. In einer aktuellen Studie berichtet ein internationales Forschungsteam über rituelle Menschenopfer in Chichén Itzá, die sich ausschließlich auf männliche Kinder konzentrierten. Enge verwandtschaftliche Beziehungen zwischen den geopferten Jungen, darunter zwei eineiigen Zwillingspaaren, deuten auf eine Verbindung zum Schöpfungsmythos der Maya hin. Ein Vergleich der Genome von damaligen mit heutigen Maya belegte zudem die genetischen Auswirkungen von Epidemien aus der Kolonialzeit auf die heutigen Einwohner der Region.

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Alte Genome enthüllen Verbreitungsgeschichte der Malaria

In einer neuen Studie in der Fachzeitschrift Nature rekonstruierte ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig die Evolutionsgeschichte und die globale Ausbreitung der Malaria in den letzten 5.500 Jahren und identifizierte Handel und Kolonialismus als wichtige Katalysatoren für ihre Verbreitung.

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Thromboserisiko durch Zuckerersatzstoff Erythrit? Charité-Forscher für Studie ausgezeichnet

Studie zeigt: Süßstoff Erythrit erhöht womöglich Thrombose- und Infarktgefahr und kann somit besonders für Risikogruppen gefährlich werden. Herzstiftung zeichnet Forscher des Deutschen Herzzentrums der Charité (DHZC) mit Wissenschaftspreis der Josef Freitag-Stiftung aus

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EU-Projekt BioFibreLoop bereitet den Weg für eine biobasierte zirkuläre Textilindustrie

Unter der Koordination der Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF) aus Denkendorf startete am 1. Juni 2024 das EU-Projekt BioFibreLoop. Das Innovationsprojekt wird durch das Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon Europe der Europäischen Union mit 6,5 Millionen Euro für dreieinhalb Jahre gefördert. Im Fokus steht die Entwicklung von recycelbarer Outdoor-, Aktiv- und Arbeitsbekleidung aus erneuerbaren biobasierten Materialien mit biomimetischen Funktionalitäten.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Daten des Deutschen Reanimationsregisters 2023 zeigen: Es ist ein Verbesserung der Reanimationsbemühungen nötig

Nürnberg. Rund 55.000 Patientinnen und Patienten sind 2023 in Deutschland nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand durch den Rettungsdienst reanimiert worden. Bei rund 51 Prozent davon haben zuvor Ersthelfende mit der Wiederbelebung begonnen. Das sind einige der aktuellen Zahlen, die das Deutsche Reanimationsregister, das von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) getragen wird, in seinem Jahresbericht zur außerklinischen Reanimation im Notarzt- und Rettungsdienst veröffentlicht hat.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft