Aktuell
Hunger ohne Stopp-Signal – Hypothalamische Adipositas als oft übersehene Ursache starker Gewichtszunahme
Wenn die Hunger- und Sättigungssteuerung im Gehirn geschädigt ist, können Betroffene innerhalb kurzer Zeit stark zunehmen. Diäten greifen dann oft nur begrenzt, weil die gestörten Signale im Gehirn trotz ausreichender Energiereserven kein ausreichendes Sättigungsgefühl auslösen. Auf diese unterschätzte Form der Adipositas – die hypothalamische Adipositas – machten die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) bei ihrer heutigen gemeinsamen Pressekonferenz aufmerksam. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Verborgenes Netzwerk: Wie die Umwelt unbemerkt unsere Gesundheit beeinflusst
Von der Luft, die wir atmen, bis zu den Lebensmitteln, die wir konsumieren, sind wir täglich Tausenden chemischen Einflüssen ausgesetzt. Doch wie sich diese auf unsere Gesundheit auswirken, ist bislang nur unzureichend verstanden. Eine neue Studie von Forschenden am CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und am Ludwig Boltzmann Institut für Netzwerkmedizin an der Universität Wien, die in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurde, liefert nun einen bisher unerreichten Überblick: Unterschiedlichste Substanzen können dieselben biologischen Systeme stören und so auf vorhersagbare Weise zum Krankheitsrisiko beitragen. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Nachhaltige Fasern von Brachflächen: Neue Studie zeigt Potenziale von Brennnesseln auf belasteten Standorten
Wie lassen sich biobasierte Rohstoffe erzeugen, ohne mit der Nahrungsmittelproduktion um wertvolle Anbauflächen zu konkurrieren? Eine internationale Forschungsgruppe unter Beteiligung der Hochschule Bremen (HSB) ist dieser Frage in einer aktuellen Studie nachgegangen. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Remediation“ veröffentlicht. Sie zeigen, dass der Anbau von Brennnesseln in Kombination mit Pappeln auf Brach- und Konversionsflächen eine nachhaltige und vielseitige Landnutzungsoption darstellen kann. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Männer und Frauen lösen Schmerzen unterschiedlich auf
Die Arbeitsgruppe von Robert Blum am UKW untersuchte das Spinalganglion (DRG) bei Ratten nach einer Nervenverletzung sowie während der Schmerzrückbildung. Die Forschenden fanden heraus, dass die Mechanismen der Schmerzrückbildung geschlechtsspezifisch sind, obwohl die unmittelbare Reaktion auf die Verletzung weitgehend gleich ist. Bei weiblichen Tieren blieben Immunreaktionen länger bestehen. Bei den männlichen Tieren zeigten die Satellitengliazellen eine anhaltendere Aktivierung. In beiden Geschlechtern erfolgt die Schmerzrückbildung entgegen bisheriger Vermutungen ohne Verlust von Nervenzellen oder Gewebe. Überraschend war, dass hunderte Gene geschlechtsspezifisch reguliert waren. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
DANK und DKFZ betonen gemeinsam: Steigende Zigarettenpreise retten Leben und erhöhen die Staatseinnahmen
Steuererhöhungen für Tabakerzeugnisse und E-Zigaretten sind die wirksamste Maßnahme, um den Tabak- und Nikotinkonsum zu verringern und Minderjährige vom Einstieg abzuhalten. Damit retten sie Leben und sichern zugleich die Einnahmen des Staates. Diese Effekte möchte die Bundesregierung mit dem aktuellen Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums nutzen. Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) unterstützt deutliche Tabaksteuererhöhungen und fordert, dass die Mehreinnahmen der Tabak- und Nikotinprävention zugutekommen. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Modernisieren vor Kürzen: Die Gesundheitstechnologien bieten Perspektiven für die Gesundheitsversorgung
Vorschläge zu Reformen des Gesundheitswesens fokussieren vor allem auf Effizienzsteigerungen, Kürzungen und Mehrbelastungen. Vielfach unterschätzt wird die Rolle der Medizintechnik, konstatiert das acatech Themennetzwerk Gesundheitstechnologien und entwickelt Vorschläge. In einem Hintergrundpapier von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften entwickelt die Expertengruppe Optionen, wie Deutschland aus dem Innovation Valley of Death herausfindet und tiefgehende Innovationen realisiert. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Krebsmedikament bringt schwere Blutkrankheit zum Stillstand
Medizinischer Durchbruch bei Autoimmunerkrankung Forschende der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Universitätsmedizin Greifswald haben eine neue Therapiestrategie bei der Immunthrombozytopenie (ITP) entdeckt. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Komplexe Nahrungsnetze stärken Ökosystem-Funktionen
Basierend auf einer Pressemitteilung der University of Waikato, Neuseeland Gesunde Ökosysteme brauchen nicht nur viele Arten. Entscheidend sind die komplexen Beziehungen zwischen ihnen. Das zeigt eine internationale Studie unter Leitung der University of Waikato und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv). Die in Nature veröffentlichte Studie zeigt: Je höher die Artenvielfalt eines Ökosystems ist, desto besser erfüllt es wichtige Funktionen. Besonders entscheidend ist dabei die Vielfalt der Räuber. Sie trägt dazu bei, natürliche Prozesse wie Schädlingskontrolle, Klimaregulation sowie die Stabilität von Ökosystemen aufrechtzuerhalten. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Complex food webs sustain ecosystem functioning
Based on a press release by the University of Waikato, New Zealand Healthy ecosystems depend on more than just having lots of species – they rely on the complex relationships between plants, prey and predators, according to new international research led by the University of Waikato and the German Centre for Integrative Biodiversity Research (iDiv). Published in the journal Nature, the study found that ecosystems with greater diversity of species – and particularly a greater diversity of predators – function more effectively, helping maintain natural processes that people rely on, such as pest control, climate regulation and ecosystem stability. Quelle:…
Mit Skalpell und Stethoskop gegen die Stoppuhr – PEC 2026: Wettkampf um die schnellste Diagnose und beste Therapie
Er entdeckte vor 117 Jahren das erste Antibiotikum und war Mitbegründer der modernen Chemotherapie. Der Arzt und Nobelpreisträger Paul Ehrlich ist Namensgeber einer renommierten Medizin-Olympiade, die nun zum ersten Mal an der Universität Ulm stattfand. Dabei stellten 16 Teams aus Deutschland, der Schweiz und Österreich ihr Fachwissen in vier Disziplinen unter Beweis – unter Zeitdruck, vor Publikum und doch immer mit viel Spaß. Das Ulmer Team schaffte es souverän ins Finale, am Ende hatten die Studierenden der Universitätsklinik Innsbruck in der Gesamtwertung des Paul Ehrlich Contest die Nase vorn. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft ankert in Köln
Vom 14. bis 17. Juli liegt die MS Wissenschaft in Köln an und lädt alle Interessierten ein, die Medizin der Zukunft zu erleben. Am 14. Juli beantworten Kölner Wissenschaftler*innen Fragen zu ihrer Forschung im Format „Meet the Scientists“ Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Sind Menschen mit Übergewicht und Adipositas ausreichend versorgt und über die Behandlungsmöglichkeiten informiert?
Studie der Medizinischen Fakultät Mannheim zum Gewichtsmanagement bei Menschen mit Übergewicht offenbart eine deutliche Lücke zwischen der empfohlenen Versorgung und dem, was die Betroffenen angeben. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Success Story Brown Bear: 3D Analysis Reveals the Secret of Their Climate Resilience
European brown bears are masters of survival: These animals have weathered Pleistocene climate fluctuations and survived the cycles of ice ages and interglacial periods to the present day. Zoologists have now investigated the origins of this evolutionary flexibility: 3D analyses of bear jaws show that certain chewing structures in the lower jaw of brown bears have apparently adapted very flexibly to changing climatic conditions. SNSB zoologist Anneke van Heteren has now published her findings in the journal Comptes Rendus Palevol. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Erfolgsmodell Braunbär: 3D-Analyse enthüllt das Geheimnis ihrer Klimaresilienz
Europäische Braunbären sind Überlebenskünstler: Die Tiere trotzen den pleistozänen Klimaschwankungen und überlebten die Wechsel von Eiszeiten und Warmzeiten bis heute. Zoologinnen gingen dieser evolutionären Flexibilität jetzt auf den Grund: 3D-Analysen an Bärenkiefern zeigen, dass sich bestimmte Kaustrukturen am Unterkiefer der Braunbären offenbar sehr flexibel an die wechselnden klimatischen Verhältnisse angepasst haben. Ihre Ergebnisse veröffentlichte SNSB Zoologin Anneke van Heteren nun in der Fachzeitschrift Comptes Rendus Palevol. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Rauchen im Auto: Warum Kinder und Schwangere besonderen Schutz benötigen
Tabakkonsum gehört weiterhin zu den größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken. Während der Gesetzgeber das Rauchen in öffentlichen geschlossenen Räumen bereits vor Jahren weitgehend eingeschränkt hat, gilt für private Räume, darunter zählen auch Fahrzeuge, bislang kein entsprechendes Verbot. Das gilt selbst dann, wenn Kinder, Jugendliche oder schwangere Frauen mit im Auto sitzen. Fachleute, Gesundheitsorganisationen und zahlreiche Bundesländer fordern deshalb seit Jahren strengere Regelungen für das Rauchen im Auto zum Schutz besonders gefährdeter Personengruppen. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Extreme droughts in the rainforest reduce important feedback between soil and atmosphere
The El Niño drought and heat suppress the capacity of the Amazon rainforest soil to absorb isoprene by a factor of four, while boosting its amount around the forest canopy. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Neue Studie: Digitales Unterstützungsangebot stärkt Offenheit für psychologische Hilfe bei Rettungskräften
Psychische Belastungen gehören für viele Rettungskräfte zum Berufsalltag. Eine Pilotstudie mit 265 Rettungskräften aus Deutschland liefert nun Hinweise darauf, dass ein digitales Unterstützungsangebot den Zugang zu professioneller Hilfe erleichtern kann. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Wetterextreme im Regenwald mindern wichtige Rückkopplung zwischen Boden und Luft
Extreme Dürren und Hitze verringern die Isopren-Aufnahmefähigkeit des Bodens im Amazonas-Regenwald um den Faktor vier. Gleichzeitig führen sie zu höheren Konzentrationen des Stoffs über den Bäumen. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
CEDA-Kongress 2026 setzte starke Impulse für die Präzisionsdiabetologie
Drei Tage lang stand Düsseldorf im Mittelpunkt der europäischen Diabetologie: Vom 25. bis 27. Juni 2026 fand der Kongress der Central European Diabetes Association (CEDA) am Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ), ein An-Institut an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU), statt. Rund 250 Teilnehmende tauschten sich über aktuelle Forschungsergebnisse und neue Ansätze in der Diabetesversorgung aus. Insgesamt 16 Sitzungen, 56 Posterpräsentationen und vier Industriesymposien aus 25 Ländern zeigten deutlich: Die Diabetologie richtet sich zunehmend auf den einzelnen Menschen aus. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Cooperation Instead of Coercion: A New Strategy for Plant Symbiosis
Plants need nitrogen to grow. Many legumes meet this need through a symbiotic relationship: they harbor bacteria that fix atmospheric nitrogen and make it available to the plant. Until now, it was largely unclear how a perennial plant regulates this symbiosis without destroying its bacterial partners. An international team led by TU Braunschweig, has now described a previously unknown mechanism: The black locust (Robinia pseudoacacia) employs a newly discovered family of small proteins that specifically “reprogram” its symbiotic bacteria for nitrogen fixation while keeping them alive. The findings are published in the prestigious journal “Science Advances.” Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Mobile Technik-Laboreinheiten als »Smart Transformation Labs« für zukunftsorientierte Landwirtschaft Mitteldeutschlands
»Smart Transformation Labs« helfen als virtuelle Zukunftsbetriebe der Region Mitteldeutschland bei betrieblichen digitalen Transformationsprozessen hin zu einer modernen und nachhaltigen Landbewirtschaftung. Die »Smart Transformation Labs« an den Standorten Magdeburg und Bernburg dienen dem Wissenstransfer und machen digitale Technologien in der Landwirtschaft erlebbar. Das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT bringt als Geräte- und Technologieentwickler seine langjährige Expertise im Bereich der mobilen Laborplattformen, insbesondere seine Kompetenz zur Entwicklung sowie dem Aufbau und Betrieb mobiler und modularer Einheiten ins Projekt ein. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Gezielte Gentherapie für Lungenerkrankungen
Lungenforscherin Prof. Dr. Soni Savai Pullamsetti erhält einen ERC Proof of Concept zur Weiterentwicklung des Projekts TBX4-PRECIS für die klinische Anwendung Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
University of Greifswald Involved in Elucidating a Decades-Old Mystery of Blood Clotting
Why is it rare for dangerous blood clots to form in our blood? What happens if this safety mechanism fails? An international team of researchers involving the University of Greifswald has taken a major step towards finding the answer to this central medical question. The results were published recently in the Journal of Thrombosis and Haemostasis. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Universität Greifswald an der Aufklärung eines jahrzehntealten Rätsels der Blutgerinnung beteiligt
Warum bilden sich in unserem Blut normalerweise keine gefährlichen Gerinnsel? Doch was passiert, wenn dieser Schutzmechanismus versagt? Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Universität Greifswald ist der Antwort auf diese zentrale medizinische Frage einen großen Schritt nähergekommen. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Fachjournal Journal of Thrombosis and Haemostasis veröffentlicht. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
New Study Deciphers Monsoon Drivers at Seasonal Level
High-resolution sediment analyses from the Arabian Sea reveal, for the first time, that summer and winter monsoons respond differently to global climate change. Researchers from the University of Bremen contributed to the study, published in the journal Nature Geoscience. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
