Aktuell
Neue Methode verbessert Diagnose erblicher Nierenerkrankung
Greifswalder Forscher macht schwer lesbaren Genabschnitt sichtbar Der Genomforscher Dr. Florian Erger von der Universitätsmedizin Greifswald hat gemeinsam mit einem überwiegend an der Uniklinik Köln angesiedelten Forschungsteam eine neue Methode entwickelt, mit der eine bislang schwer nachweisbare Ursache erblicher Nierenerkrankungen zuverlässiger erkannt werden kann. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Ein Roboter hilft bei riskanten Zwillingsschwangerschaften
In seltenen Fällen kann bei Zwillingsschwangerschaften mit gemeinsamer Plazenta der Blutfluss aus dem Gleichgewicht geraten und beide Föten gefährden. Forschende der ETH Zürich haben gemeinsam mit Ärzt:innen der Universität Zürich ein magnetisch steuerbares Endoskop entwickelt, das betroffene Blutgefässe in der Plazenta besser erreicht als herkömmliche Instrumente. Eine Panoramaansicht erleichtert Chirurg:innen die Navigation; im Tiermodell wurde sie mit magnetischer Steuerung und Laserbehandlung kombiniert. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Eine Karte vom erkrankten Herzen
Die hypertrophe Kardiomyopathie ist eines der häufigsten Herzleiden. Eine molekulare Karte, die ein internationales Team mit Forschenden des Max Delbrück Center in „Science Translational Medicine“ vorstellt, identifiziert die Signalwege der Krankheit. Damit ebnet sie den Weg für präzisere Therapien. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Gesunde Ernährung ist mit langsamerem biologischen Altern verknüpft – doch es gibt nicht DIE „beste“ Diät
Eine Studie des DZNE kommt zu dem Schluss, dass eine gesunde Ernährung mit langsameren biologischen Altern einhergeht – und dass es verschiedene Wege gibt, gesund zu essen. Die Forschenden untersuchten zehn als gesund geltende Ernährungsstile, darunter eine pflanzliche Ernährung, die sogenannte DASH-Diät, die zur Senkung des Blutdrucks entwickelt wurde, und die beiden als „mediterran“ und als „nordisch“ bezeichneten Diäten. Alle waren mit einem verlangsamten biologischen Altern verbunden – als Maßstab dafür dienten alterstypische Veränderungen der Erbsubstanz. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Proteingehalt in Lebensmitteln – Neue Umrechnungsfaktoren ermöglichen präzisere Bewertung
Das Max Rubner-Institut hat in Zusammenarbeit mit weiteren Forschungsinstitutionen eine neue Datenbank für die Berechnung des Proteingehalts in Lebensmitteln entwickelt. Darin sind die Umrechnungsfaktoren verzeichnet, mit denen der Proteingehalt eines Lebensmittels aus dessen Stickstoffgehalt berechnet werden kann. Die neuen Nitrogen-to-Protein Conversion Factors (NCF) liegen in einem Bereich von 5,0 bis 5,9 und damit teilweise deutlich unter dem bislang verwendeten Faktor von 6,25. Daraus ergeben sich je nach Lebensmittelgruppe um etwa 5 bis 20 Prozent geringere Proteingehalte. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
FEI-Jahrestagung 2026 bringt Forschung und Lebensmittelindustrie zusammen
Rund 130 Teilnehmende aus Wissenschaft und Wirtschaft kamen vom 8. bis 10. September 2026 zur FEI-Jahrestagung in Stuttgart-Hohenheim zusammen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Forschungsthemen und der Transfer neuer Erkenntnisse in die industrielle Praxis. Fachvorträge, Einblicke aus der unternehmerischen Praxis und der persönliche Austausch zeigten die Bedeutung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) für die Innovationskraft der Lebensmittelwirtschaft. Zudem wurde der Friedrich-Meuser-Forschungspreis 2026 verliehen. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Ein molekularer Einblick in die Funktionsweise von PRC1 auf Chromosomen
Forschende am MPI für Biochemie haben die Struktur des menschlichen Polycomb Repressive Complex 1 (PRC1) entschlüsselt, einer molekularen Maschine, die Gene in Zellen ausgeschaltet hält, in denen sie nicht aktiv sein sollten. Obwohl der Komplex bereits vor mehr als 20 Jahren entdeckt wurde, war bislang unklar, wie sich seine Komponenten zu einer funktionsfähigen Maschine zusammenfügen und wie diese Maschine mit Chromosomen interagiert. Die neue Studie, die in Nature Structural & Molecular Biology veröffentlicht wurde, zeigt, wie die vier Untereinheiten von PRC1 zusammengesetzt sind, und liefert eine molekulare Momentaufnahme des Komplexes bei seiner Arbeit an einem Chromosom. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Zahl der Herztoten und Klinikfälle auf hohem Niveau: „Prävention als wichtigster Hebel zu wenig genutzt“
Herzbericht: Sterblichkeit durch Koronare Herzkrankheit erneut deutlich gesunken. Aber kardiovaskuläre Sterblichkeit und Klinikaufnahmen insgesamt auf zu hohem Niveau. Herzstiftung: „Zeitkritische kardiologische Versorgung muss in Zeiten von Reformen und Sparzwängen garantiert sein.“ Fokus auf frühe Prävention und Kontrolle von Risikofaktoren, um Klinikeinweisungen zu vermeiden und die Sterblichkeit zu senken Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Rhythmusstörungen: Wie gut versorgt die Herzmedizin – wo sind die Patienten gefordert?
Deutscher Herzbericht: Herzrhythmusstörungen zählen zu den Top-10-Todesursachen und verursachen mit die meisten Krankenhausaufenthalte in Deutschland. Zunehmend in den Fokus rückt die Volkskrankheit Vorhofflimmern: Wie schützen Prävention und Therapien vor dem Schlaganfall-Risikofaktor und was können Patienten selbst tun? Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Nachwuchsforscher geehrt: Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft vergibt Posterpreise
Drei herausragende wissenschaftliche Arbeiten hat die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) in der vergangenen Woche in Berlin mit einem Posterpreis ausgezeichnet. Die im Rahmen des 2. Deutschen Schlaganfallkongresses vorgestellten Projekte wurden unter knapp 100 wissenschaftlichen Beiträgen ausgewählt und beschäftigen sich mit der Ursachenabklärung von Durchblutungsstörungen im Auge, der katheterbasierten Akuttherapie ischämischer Schlaganfälle bzw. einem neuen Ansatz für eine individualisierte Darstellung der hirnversorgenden Arterien zur Simulation der Blutversorgung. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Wasserwiederverwendung: Fraunhofer IGB bietet Lösungen für Landwirtschaft und Industrie
Die Klimakrise wird spürbar: Der Sommer 2026 brachte extreme Hitze und Trockenheit. Eine große Herausforderung für die Landwirtschaft, aber auch für die Industrie. Denn viele Produktions- und Verarbeitungsprozesse benötigen viel Wasser. Doch was tun, wenn dieses knapp wird? Eine Lösung: Bereits genutztes Wasser in Kreisläufen wiederverwenden. Hierfür entwickelt das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB die passenden Verfahren und Technologien. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Trauma-induced changes in the brain differ significantly between males and females
• Early life adversity is an established risk factor for psychiatric illnesses such as depression and anxiety, disorders that display significant sex differences in prevalence, clinical symptoms, and treatment response. • A translational mouse model combining prenatal and early postnatal stress demonstrated that early adversity lead to social subordination in both sexes, but induced patterns in behavioral flexibility, reaction to rewards and impulsivity that differed significantly between males and females. • Early stress shapes the brains of males and females in completely separate ways. This challenges the previous male-centric view on stress psychopathology. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Trauma wirkt sich je nach Geschlecht unterschiedlich auf das Gehirn aus
• Belastungen früh im Leben erhöhen das Risiko, psychische Erkrankungen wie Depression und Angststörungen zu entwickeln. Prävalenz, Symptomatik und Behandlungserfolge dieser Erkrankungen unterscheiden sich bei Männern und Frauen erheblich. • Mit einem translationalen Mausmodell konnten Forschende zeigen, dass frühe Belastung bei beiden Geschlechtern zu sozialer Unterordnung führte – Auswirkungen auf Verhalten, Belohnungsempfindlichkeit und Impulsivität unterschieden sich jedoch nach Geschlecht. • Früher Stress prägte das Gehirn von männlichen und weiblichen Mäusen unterschiedlich – dies stellt die bisherige, auf Männer ausgerichtete Sichtweise auf die Stresspsychopathologie in Frage. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
How the SLC26A11 transporter enables recycling within brain and kidney cells
Our cells have their own internal ‘rubbish collection’ system that gathers up everything that is defective, worn out or foreign. Acting as a sort of ‘cellular stomach’, the so-called lysosomes are responsible for this recycling process. However, the breakdown products must also be transported out of the organelles again; otherwise, there is a risk of neurological disorders, some of which can be severe. A research consortium led by the MHH has now discovered how this works, using sulphate in brain and kidney cells as an example. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Wie der Transporter SLC26A11 das Recycling in den Zellen in Gehirn und Niere ermöglicht
Unsere Zellen haben in ihrem Inneren eine eigene „Müllabfuhr“, die alles einsammelt, was defekt, verbraucht oder fremd ist. Als eine Art „Magen der Zelle“ übernehmen die sogenannten Lysosomen dabei das Recycling. Doch die Abbauprodukte müssen auch wieder aus den Organellen heraustransportiert werden, sonst drohen teils schwere neurologische Erkrankungen. Wie das am Beispiel von Sulfat in den Zellen von Gehirn und Nieren funktioniert, hat ein Forschungsverbund unter Leitung der MHH nun herausgefunden. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Home advantage or pastures new? Shorebirds in the high Arctic rarely return to the same breeding ground
To the point: • Counting the returns: Around one in three individuals of shorebirds breeding in the tundra return each year, compared to two in three of those that breed in forests, grasslands and arid regions. • Where latitude matters: How far north birds bred made no difference to how often they returned, except in the tundra, where roughly half of the individuals returned at its southern edge, against only about one in ten in the high Arctic. • Beyond the tundra: How faithfully birds return shapes gene flow and disease spread; the study raises the question of whether other…
Heimvorteil oder neue Ufer? Watvögel in der Arktis kehren selten zu denselben Brutplätzen zurück
• Rückkehrer zählen: Rund ein Drittel der in der Tundra brütenden Watvögel kehrt jährlich an den früheren Brutplatz zurück. In Wäldern, Graslandschaften und Trockengebieten sind es dagegen rund zwei Drittel. • Breitengrad wirkt nur in der Tundra: Am südlichen Rand der Arktis kehrt etwa die Hälfte der Individuen zurück, in der hohen Arktis, weit im Norden, jedoch nur rund jedes zehnte Tier. In anderen Lebensräumen hat der Breitengrad hingegen kaum Einfluss auf die Rückkehrrate. • Jenseits der Tundra: Die Rückkehrrate beeinflusst den Genfluss und die Ausbreitung von Krankheiten. Die Studie wirft die Frage auf, ob andere unbeständige Lebensräume ähnlich mobile…
Deutsche Leberstiftung zum Weltkindertag: Gesunde Leber, starke Zukunft – Prävention beginnt im Kindesalter
Hannover – Zum Weltkindertag am 20. September 2026 fordern UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk mit dem Motto „Starke Kinder, starke Zukunft!“ mehr Engagement für die Rechte und den Schutz der jungen Menschen. Im Mittelpunkt steht die Frage: Was brauchen Kinder und Jugendliche, um sich stark für die Zukunft zu fühlen? Die Deutsche Leberstiftung antwortet: Gesundheit ist die Grundlage für ein selbstbestimmtes Aufwachsen. Angesichts der steigenden Zahl übergewichtiger und adipöser Kinder warnt sie vor den Folgen für die Lebergesundheit. Fettlebererkrankungen treten bereits im Kindesalter immer häufiger auf – mit Auswirkungen auf die körperliche und psychische Entwicklung. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
BESSY II: Hochaufgelöste Einblicke in einzelne Biomoleküle und Katalysatoren
Winzige biologische Proben und sogar einzelne Biomoleküle können nun an der BESSY-II-Infrarot-Beamline unter lebensnahen Bedingungen in höchster Auflösung untersucht werden. Die nanoskalige Infrarotspektroskopie (s-SNOM) wurde dafür verbessert und gründlich validiert. Ultradünne Membrane auf Siliziumbasis ermöglichen die Untersuchung im wässrigen Medium. Dieser methodische Fortschritt ermöglicht nun tiefere Einblicke in Biomaterialien, aber auch die Beobachtung katalytischer Prozesse in flüssigen Umgebungen. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Geheilt, aber anders: Über Liebe und Intimität spricht nach einer Krebserkrankung kaum jemand
Mehr als vier Millionen Menschen in Deutschland leben mit oder nach einer Krebserkrankung. Bei vielen von ihnen endet bestenfalls die medizinische Behandlung, nicht aber deren Folgen. Eine neue Studie der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd zeigt, dass Veränderungen in Liebe, Nähe und Sexualität Jahre anhalten können und sich auf die psychische und körperliche Gesundheit, das Körperbild, soziale Beziehungen sowie Partnerschaft und Intimität auswirken. Trotzdem sprechen Betroffene, Fachpersonal aus Medizin, Pflege, Reha oder Beratung selten von sich aus darüber. Es entsteht ein „systemisches Schweigen“. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Wie ein Protein die Zellmembran formt
Einstülpungen der Zellmembran können Zellen vor mechanischem Stress schützen, Nährstoffe wie Fettsäuren in die Zelle lassen und Signalzentren sein. Eine Proteinkette stabilisiert sie dabei. Die Teams von Oliver Daumke und Misha Kudryashev stellen ihre Struktur jetzt in „Nature Communications“ vor. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Chemicals and energy sectors move away from fossil raw materials
The Estonian deep-tech startup New Standard Oil has integrated thermal biomass valorisation technologies from the German applied research organisation Fraunhofer into a unified modular platform and launched its first industrial prototype. The goal is to convert currently unused biowaste streams across Europe into valuable renewable products. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Chemie- und Energiesektor lösen sich von fossilen Rohstoffen
Das estnische Deep-Tech-Start-up New Standard Oil hat die Technologien zur thermischen Biomasseverwertung der deutschen Forschungsorganisation Fraunhofer zu einer einheitlichen modularen Plattform zusammengeführt und den ersten industriellen Prototypen in Betrieb genommen. Ziel ist es, bislang ungenutzte Bioabfälle in ganz Europa in wertvolle erneuerbare Produkte umzuwandeln. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Patientensicherheit im Klinikalltag: So bereiten sich Menschen mit Diabetes auf ihren Krankenhausaufenthalt richtig vor
Menschen mit Diabetes sollten einen Krankenhausaufenthalt gut vorbereiten und ihre Erkrankung bereits bei der Aufnahme aktiv ansprechen. Denn nur wenn Therapiepläne, das Insulinschema, Medikamente sowie Informationen zu Glukosesensoren oder Insulinpumpen frühzeitig vorliegen, kann das Klinikteam die Diabetesbehandlung von Beginn an sicher mitplanen. Auch wenn Diabetes nicht der eigentliche Aufnahmegrund ist, kann die Stoffwechselerkrankung einen operativen Eingriff und den Behandlungsverlauf entscheidend beeinflussen. Anlässlich des Tages der Patientensicherheit am 17.9.2026 zeigt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), wie Betroffene sicherer durch den Klinikaufenthalt kommen können. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Auf Entdeckungstour in Deutschland: Der Tag des Geotops am 20. September 2026
Am Sonntag, den 20. September 2026, gibt es beim diesjährigen Tag des Geotops (https://www.dggv.de/geologie-erleben/tag-des-geotops/) für kleine und große Forscherinnen und Forscher wieder eine ganze Menge zu entdecken. Bis über 550 Millionen Jahre Erdgeschichte warten darauf, erkundet zu werden. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
