Sauerstoffladung gegen multiresistente Keime

Singulett-Sauerstoff-Batterie für die photodynamische Therapie tiefsitzender Infektionen
Bei der antibakteriellen photodynamischen Therapie werden durch Bestrahlung reaktive Sauerstoffspezies erzeugt, die Bakterien abtöten. Da sie externes Licht und Sauerstoff benötigt, ist sie nur für oberflächliche Infektionen geeignet. Ein chinesisches Forschungsteam stellt jetzt in der Zeitschrift Angewandte Chemie eine molekulare „Singulett-Sauerstoff-Batterie“ vor, die mit reaktivem Sauerstoff „beladen“ wird, den sie in tiefen Gewebeschichten freisetzt, und zielgerichtet Methicillin-resistente Staphylokokken angreift.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Viruses glue RNA to proteins

Until now, RNA and proteins were thought to interact only briefly during cellular processes. Researchers at the Max Planck Institute for Terrestrial Microbiology in Marburg, Germany, have discovered that this is not the case. During their developmental cycle, bacterial viruses `glue` specific RNAs to host proteins. As the authors descibe in their publication in the journal „Nature“,`RNAylation` could open up new avenues for phage therapy or drug development.

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Viren kleben RNA an Proteine

Bisher ging man davon aus, dass RNAs und Proteine im Rahmen zellulärer Abläufe nur kurzzeitig miteinander interagieren. Das stimmt so nicht, wie Forschende des Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie in Marburg entdeckten. Im Entwicklungszyklus von Bakterien-Viren werden bestimmte RNAs fest an Wirtsproteine „angeklebt“. Das Prinzip der RNAylierung könnte neue Wege für die Phagentherapie oder die Entwicklung von Medikamenten eröffnen.

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Ötzi: dunkle Haut, Glatze, anatolische Vorfahren

Ötzis Genom wurde 2012 erstmals sequenziert. Die seitdem erzielten technologischen Fortschritte ermöglichten einem Forschungsteam des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und von Eurac Research nun eine exaktere Rekonstruktion seines Genoms. Den neuen Ergebnisse zufolge ist der genetische Anteil aus Anatolien eingewanderter Frühbauern bei Ötzi ungewöhnlich hoch, was nahelegt, dass er aus einer relativ isolierten Alpenbevölkerung mit wenig Kontakt zu anderen europäischen Gruppen stammte. Auch zu seinem Aussehen gibt es neue Erkenntnisse: seine Haut war dunkler, als bisher angenommen und zum Todeszeitpunkt hatte er sehr wahrscheinlich eine fortgeschrittene Glatze.

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Volcanism – an underestimated driver of evolution on oceanic islands

Woody plants are unusually common on oceanic islands. Scientists at the University of Bayreuth, together with research partners in Italy, Great Britain, Norway and Spain, have now discovered a new explanation for this phenomenon: With the lignification of biomass, many plant species native to oceanic islands have protected themselves from the impact of frequent volcanic eruptions, during which large areas are covered with huge amounts of ash. Woody plants can survive even in ash layers of up to half a metre. Using the example of the Canary Island of La Palma, the European team presents its explanatory approach in the journal „npf biodiversity“.

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Vulkanismus – ein unterschätzter Treiber der Evolution auf ozeanischen Inseln

Gehölzpflanzen sind auf ozeanischen Inseln ungewöhnlich häufig anzutreffen. Wissenschaftler*innen der Universität Bayreuth haben jetzt zusammen mit Forschungspartnern in Italien, Großbritannien, Norwegen und Spanien eine neue Erklärung dieses Phänomens entdeckt: Mit der Verholzung von Biomasse haben sich viele auf ozeanischen Inseln heimische Pflanzenarten vor den Folgen häufiger Vulkanausbrüche geschützt, bei denen weite Gebiete mit großen Aschemengen bedeckt werden. Verholzende Pflanzen können auch bei Ascheschichten von bis zu einem halben Meter überleben. Am Beispiel der Kanareninsel La Palma stellt das europäische Team seinen Erklärungsansatz in der Zeitschrift „npf biodiversity“ vor.

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Olaf Scholz und Dr. Manja Schüle zu Besuch im DIfE

In seiner Funktion als Abgeordneter des Wahlkreises Potsdam-Mittelmark II besuchte Bundeskanzler Olaf Scholz am Montag gemeinsam mit Dr. Manja Schüle, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) des Landes Brandenburg, das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE). Im Rahmen seiner Sommertour informierte sich der Kanzler, wie die Ernährung die Gesundheit beeinflussen kann, wie Forschungsergebnisse in Präventions- und Therapiemöglichkeiten für ernährungsbedingte Erkrankungen einfließen und welche Rolle Nachhaltigkeit und Klimaneutralität am DIfE spielen.

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Vom Lifestyle-Gadget zum Diagnoseinstrument? Wearables in der Rheumatologie

Blutdruck, Herzfrequenz, Schrittzahl oder Schlafqualität – kontinuierlich und in Echtzeit zeichnen Wearables gesundheitsrelevante Daten auf. Die Informationen, die die kleinen, mit immer besseren Sensoren ausgestatteten Geräte sammeln, sind längst nicht mehr nur für Fitness-Fans interessant. Auch in der Medizin wird ihre Bedeutung zunehmend erkannt, und es gibt erste Ansätze, sie für Prävention, Diagnose und Monitoring zu nutzen. Welches Potenzial die Wearables speziell bei der Behandlung entzündlich-rheumatischer Erkrankungen haben, lotet ein Übersichtsbeitrag in der „Zeitschrift für Rheumatologie“ aus, dem offiziellen Organ der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e. V. (DGRh).

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Mehr Rauchende durch Cannabis-Freigabe befürchtet

Gesundheitsexperten fordern strenge Auflagen für Legalisierung

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Blue Carbon: Creating Forest Inventories with Drones and Artificial Intelligence

Using drone imagery and artificial intelligence (AI), scientists from the Leibniz Centre for Tropical Marine Research (ZMT) in Bremen have developed a method that delineates each tree in a forest, along with an estimate of its height and diameter. This capability can help to create biological inventories of forests such as mangroves and also to determine their stocks of stored carbon. Their study recently appeared as a featured article in the journal “Remote Sensing”.

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Blue Carbon: Waldinventare erstellen mit Drohnen und Künstlicher Intelligenz

Mit dem Einsatz von Drohnenbildern und Künstlicher Intelligenz (KI) haben Wissenschaftler:innen vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) in Bremen eine Methode entwickelt, mit der jeder Baum in einem Wald beschrieben und seine Höhe und Durchmesser geschätzt werden können. Mithilfe dieser Methode wird es einfacher, biologische Inventare von Wäldern wie beispielsweise Mangroven zu erstellen und ihre gespeicherten Kohlenstoffvorräte zu bestimmen. Die Studie erschien kürzlich in der Fachzeitschrift „Remote Sensing“.

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Verletzungen und Überlastungen beim Wellenreiten

Rund 440.000 Deutsche surfen in ihrer Freizeit gern. Der Zuwachs ist ungebrochen. Seit 2020 ist auch Wellenreiten nun eine olympische Sportart. Welche Gefahren es bei dieser beliebten Trendsportart gibt, welchen Unterschied zwischen Meeres-, Fluss- und künstlichen Wellen, welche Verletzungen und Überlastungen beim Freizeit- und Profisportler – darüber referiert Dr. med. Markus Knöringer (Praxen in München und Miesbach), Neurochirurg, Orthopäde, Sportmediziner und GOTS-Experte auf dem 14. Zeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie.

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Illuminating the Causes of Depression: Na Cai receives the Friedmund Neumann Prize 2023

The Schering Stiftung awards the 10,000-euro Friedmund Neumann Prize 2023 to Na Cai for her outstanding work in psychiatric genetics and her contributions to our basic understanding of neuropsychiatric diseases, especially depression.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Licht in die Ursachen der Depression: Na Cai erhält den Friedmund Neumann Preis 2023

Die Schering Stiftung zeichnet Dr. Na Cai für ihre herausragenden Arbeiten im Bereich der psychiatrischen Genetik und ihre daraus hervorgegangenen Beiträge zum grundlegenden Verständnis neuropsychiatrischer Erkrankungen, insbesondere der Depression, mit dem Friedmund Neumann Preis 2023 aus. Der Forschungspreis ist mit 10.000 Euro dotiert.

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Künstliche Intelligenz hilft bald bei der Arztbrief-Erstellung

Rund 150 Millionen Arztbriefe werden pro Jahr in Deutschland geschrieben. Das kostet Zeit, die an anderer Stelle fehlt. Abhilfe könnte der »Arztbriefgenerator« schaffen. Ein Prototyp soll bereits im kommenden Jahr an der Universitätsmedizin Essen im Rahmen des KI.NRW-Flagship-Projekts SmartHospital.NRW getestet werden. Welche Möglichkeiten sich insgesamt durch das sogenannte Natural Language Processing für den medizinischen Bereich ergeben, haben Wissenschaftler*innen des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS in einem Whitepaper zusammengefasst.

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Eine neue Ära im Kampf gegen Adipositas und Diabetes Matthias Tschöp erhält den Ernst Schering Preis 2023

Die Schering Stiftung zeichnet Prof. Dr. Matthias Tschöp für seine bahnbrechenden Arbeiten im Bereich der Stoffwechselforschung mit dem Ernst Schering Preis 2023 aus. Er wird für die Entdeckung des Hungerhormons Ghrelin, die Aufklärung der Signalwege zwischen Darm und Gehirn sowie die Entwicklung neuer Wirkstoffklassen ausgezeichnet, die erstmalig Körpergewicht und Blutzucker bei Fettleibigkeit normalisieren können.

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Diabetes Typ 1 ist kein Hindernis für eine erfolgreiche Karriere im Profisport

Menschen mit Diabetes Typ 1 erhalten häufig im Kindes- und Jugendalter die Diagnose ihrer chronischen Stoffwechselerkrankung. Zu diesem Zeitpunkt betreiben viele bereits Leistungssport oder wünschen sich wiederum, perspektivisch in den Hochleistungssport einsteigen. zweifeln aber, ob dies mit der Diabetestherapie möglich ist. Erfolgreiche Profisportlerinnen und -sportler aus vielfältigen Disziplinen wie Gewichtheben, Triathlon, Fußball, Tennis oder Boxen zeigen jedoch, dass Diabetes Typ 1 kein Hindernis für eine Karriere im Leistungssport sein muss. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe auf und geben Tipps.

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Futterlaub aus Agroforstsystemen

Neues Projekt für eine nachhaltige Ernährung kleiner Wiederkäuer in Zeiten des Klimawandels

Im Rahmen des neuen Agroforst-Demonstrationsvorhabens „FuLaWi“ entwickelt ein multidisziplinäres Konsortium aus Wissenschaft, Praxis und Beratung Nutzungskonzepte für Laub aus Agroforstsystemen. Ziel des Projektes ist es, eine ganzjährige, artgerechte Ernährung für kleine Wiederkäuer zu ermöglichen, um die Verdaulichkeit und Mineralstoffversorgung zu verbessern sowie die Methanemissionen zu reduzieren.

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Programmable DNA hydrogels for advanced cell culture and personalized medicine

The team of Dr. Elisha Krieg at the Leibniz Institute of Polymer Research Dresden has developed a dynamic DNA-crosslinked matrix (DyNAtrix) by combining classical synthetic polymers with programmable DNA crosslinkers. DNA’s highly specific and predictable binding gives researchers unparalleled control over key mechanical properties of the material. The findings published in Nature Nanotechnology August 7, 2023, are highly relevant to in vitro cell culture materials for biological research.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Programmierbare DNA-Hydrogele für fortschrittliche Zellkulturen und personalisierte Medizin

Das Team um Dr. Elisha Krieg am Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden hat eine dynamische DNA-vernetzte Matrix (DyNAtrix) entwickelt, indem es klassische synthetische Polymere mit programmierbaren DNA-Vernetzern kombiniert. Die hochspezifische und vorhersagbare Bindung der DNA verleiht den Materialien eine unvergleichliche Kontrolle über wichtige mechanische Eigenschaften. Die am 7. August in Nature Nanotechnology veröffentlichten Ergebnisse sind von hoher Relevanz für In-vitro-Zellkulturmaterialien für die biologische Forschung.

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Molekularer Tauschhandel unter Wasser

Korallen und Anemonen gehen Symbiosen mit Algen ein und tauschen Nährstoffe mit ihnen aus. Eine neue Studie zeigt, wie diese Partnerschaft auf zellulärer Ebene reguliert wird.

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Erdmännchen erkranken häufiger und sterben früher – Klimawandel verändert Darm-Mikrobiom der Wildtiere

Welche Auswirkungen der Klimawandel auf wilde Erdmännchen in der Kalahari hat, haben Biologinnen und Biologen des Instituts für Evolutionsökologie und Naturschutzgenomik der Universität Ulm anhand von Kotproben untersucht. Denn über die letzten 20 Jahre hat sich das Darm-Mikrobiom verändert und mit krankheitserregenden Bacteroidia angereichert – gleichzeitig ist es an gesundheitsfördernden Milchsäurebakterien verarmt. Die Folgen daraus sind eine höhere Anfälligkeit gegenüber Tuberkulose und eine geringere Lebenserwartung. Veröffentlicht wurde die Studie im Journal „Global Change Biology“.

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Mit Künstlicher Intelligenz den Krankheitsverlauf bei Magersucht vorhersagen

Das Zentrum für Essstörungen an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden liefert neue Erkenntnisse im Kampf gegen Anorexia Nervosa (AN). Diese schwere Essstörung ist durch drastischen Gewichtsverlust und ein verzerrtes Selbstbild gekennzeichnet. In einer Studie haben die Medizinerinnen und Mediziner nun gezeigt, dass auch noch bei gewichts-rehabilitierten Patientinnen und Patienten dauerhafte strukturelle Gehirnveränderungen bestehen. Die Ergebnisse der Studie sind als wissenschaftlicher Beitrag in Psychological Medicine erschienen.

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Forschungserfolg zu Cytomegalovirus-Infektion

Wissenschaftler:innen des Instituts für Virologie der Universitätsmedizin Mainz haben einen Forschungserfolg erzielt, der später insbesondere bei Transplantationen relevant werden könnte. In vorklinischen Studien gelang es ihnen, einen Impfstoff gegen das Cytomegalovirus (CMV) zu entwickeln. Sofern sich der auf nicht-infektiösen Partikeln basierende Impfstoff auch in der nächsten Forschungsstufe bewährt, könnte er das Komplikationsrisiko bei Transplantationen reduzieren. Dieser Forschungserfolg wurde auch durch die Förderung der Wilhelm-Sander-Stiftung ermöglicht.

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HS Gesundheit unterstützt vom Bundesgesundheitsminister ausgerufene „Aufholjagd“ bei Digitalisierung im Gesundheitswesen

Der Studiengang „Gesundheitsdaten und Digitalisierung“ bildet die Fachkräfte aus, die für eine Umsetzung der ehrgeizigen Vorhaben dringend notwendig sind.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft