Neue Funktion der CRISPR-Genschere entdeckt – Protein-Schere aktiviert Verteidigungsfunktion

Bonn, 25. November 2022 – Seit einigen Jahren sorgt die Genschere CRISPR/Cas9 in Wissenschaft und Medizin für Furore. Ihren Ursprung hat dieses neue Werkzeug der Molekularbiologie in einem uralten, bakteriellen Immunsystem. Es schützt Bakterien vor einem Angriff sogenannter Phagen, also Viren, die Bakterien infizieren. Forschende des Instituts für Strukturbiologie am Universitätsklinikum Bonn (UKB) und die Medizinische Fakultät der Universität Bonn haben in Kooperation mit der Partneruniversität St Andrews in Schottland und des European Molecular Biology Laboratory in Hamburg nun eine neue Funktion der Genschere entdeckt. Die Studie wurde gestern in der Fachzeitschrift „Nature“ publiziert.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Eugen Münch-Preis 2022 geht an Mario Roser und Marian Haescher

Ein Mehrkanal-EKG mit dem Handy aufzeichnen und Kanülen elektronisch in Echtzeit KI-gestützt überwachen – für diese innovativen Ideen hat die Jury des Eugen Münch-Preis Marian Haescher („Wissenschaft und praktische Anwendung“) und Mario Roser („bestes Start-up im Gesundheitswesen“) als Gewinner ausgewählt. Beide erhalten jeweils 20.000 Euro und einen Film, mit dem ihre Arbeit vorgestellt wird.

„Die prämierten Arbeiten passen perfekt zum Zweck unserer Stiftung: Sie unterstützen unser Anliegen, moderne Medizin so effizient und kostengünstig zu organisieren, dass niemand durch Rationierung ausgeschlossen wird“, betont Professor Boris Augurzky, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Münch.

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Awakening the genome

Fertilization of an egg by sperm is the beginning of new life. The maternal and paternal genetic information, that collectively store the body plan of the living being, are combined after fertilization. However, the DNA is still in an inactive state in the cell nucleus at this early stage of life. While the first division of the fertilized egg cell functions with the help of maternal factors stored in the egg, for further development of an embryo the synthesis of new embryonic products is necessary, which requires access to the DNA of the embryo. As shown in Science, Kikuë Tachibana and her team at the MPI of Biochemistry have now shown that pioneer factor Nr5a2 awakens the embryonic DNA.

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Das Erwecken des Genoms

Die Befruchtung einer Eizelle durch ein Spermium ist der Beginn neuen Lebens. Die mütterliche und väterliche Erbinformation, die DNA, wird neu kombiniert und speichert den Aufbau des Lebewesens. Sie liegt nach der Befruchtung noch inaktiv im Zellkern vor. Während die erste Teilung der befruchteten Eizelle noch mit Hilfe der in der Eizelle eingelagerten mütterlichen Faktoren funktioniert, ist für die weitere Entwicklung eines Embryos die Synthese neuer embryonaler Produkte notwendig, was den Zugang zur DNA des Embryos erfordert. Kikuë Tachibana und ihr Team am MPI für Biochemie haben nun gezeigt, dass der Pionierfaktor Nr5a2 die embryonale DNA aufweckt. Die Studie wurde in Science publiziert.

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Schlüsselfaktoren für die Regeneration von Hirngewebe identifiziert

LMU-Forschende zeigen im Zebrafischmodell, dass zwei Proteine Narbenbildung im Gehirn verhindern und dadurch die Regenerationsfähigkeit verbessern.

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Why do blood and lymphatic vessels grow unchecked? ERC Starting Grant for René Hägerling

Anomalies in the formation of blood and lymphatic vessels are, thankfully, rare. Those who do have them face a lifetime of complications that can range from the mild to the life-threatening. To date, little is known about the causes, which means the diagnostic and treatment options are very limited. René Hägerling of the BIH Center for Regenerative Therapies (BCRT) has made it his mission to remedy this. His good ideas have won the regard of the European Research Council (ERC), which has awarded Hägerling, who leads a junior research group, an ERC Starting Grant of €1.5 million over five years.

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Bild der Pilzwelt revolutioniert: Genomforschung deckt neue Großgruppe der Pilze auf

Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung des Botanischen Gartens Berlin hat unter den bisher bekannten Pilzen und Flechten eine neue Großgruppe identifiziert: Mithilfe von Genom-Sequenzierung konnte nachgewiesen werden, dass über 600 Arten einen gemeinsamen Ursprung haben. Sie waren zuvor sechs verschiedenen taxonomischen Klassen zugeordnet. Es ist in der Mykologie das erste Mal, dass eine Großgruppe in dieser Form neu erkannt wurde.

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Ja, es geht: Nahrungs- und Energieproduktion, Biodiversitäts- und Klimaschutz gemeinsam auf vorhandener Agrarfläche

Kann zukünftige Nahrungsproduktion, nachhaltige Rohstoff- und Energieerzeugung, Biodiversitätsschutz und Wasserbewirtschaftung auf Deutschlands Agrarfläche in ausreichendem Maße gesichert werden? Ja, das geht, sagten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beim Strategischen Forum der DAFA vom 8.-9. November 2022. Der Vorstand der Deutschen Agrarforschungsallianz (DAFA) empfiehlt deshalb die Förderung des Ausbaus von Photovoltaik in Agrarlandschaften, Anpassung des genehmigungs- und förderrechtlichen Rahmens für Landnutzungsänderungen, Preise stärker mit gesellschaftlichen Erfordernissen in Einklang zu bringen und das gemeinsame Experimentieren von Wissenschaft und Praxis voranzutreiben.

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Vegetationsfreie Flächen fördern bodennistende Wildbienen

Über die Nistansprüche bodennistender Wildbienen ist bisher relativ wenig bekannt, obwohl Nistplätze für die Förderung der meisten Wildbienenarten von zentraler Bedeutung sind. Von den knapp 600 Wildbienenarten in Deutschland nisten 75 Prozent im Boden, untersucht wurden bislang aber vor allem oberirdisch in Hohlräumen nistende Wildbienenarten. Ein Forschungsteam der Universität Göttingen hat nun mit einer Studie auf Kalkmagerrasen gezeigt, dass die kleinräumige Entfernung von Vegetation zu einer deutlichen Vermehrung von Bodennestern führte, vor allem bei angrenzendem, hohem Blütenreichtum. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Global Ecology and Conservation erschienen.

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Von der Erkenntnis zur Umsetzung? Naturschutz aus Sicht von Schülerinnen und Schülern

Erhebungen unter 11- bis 13-jährigen Schülerinnen und Schülern zeigt Diskrepanz zwischen Erkenntnis und Engagement für den Naturschutz

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Informationen und Impulse: Rückblick auf das 14. APOLLON Symposium

Ende September fand das 14. APOLLON Symposium zum aktuellen Thema „Planetary Health: Herausforderungen und nachhaltige Lösungen zum Umwelt-, Klima- und Gesundheitsschutz“ statt. Mehr als 120 Interessierte haben an der abwechslungsreichen Online-Veranstaltung teilgenommen, die sie anschließend mit der Note „Sehr gut“ bewerteten.

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Protein Spheres Protect the Genome of Cancer Cells

Hollow spheres made of MYC proteins open new doors in cancer research. Würzburg scientists have discovered them and report about this breakthrough in the journal „Nature“.

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Proteinkugeln schützen das Genom von Krebszellen

Hohlkugeln aus MYC-Proteinen stoßen der Krebsforschung neue Türen auf. Würzburger Forschende haben sie entdeckt und berichten im Journal „Nature“ über diesen Durchbruch.

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#DIVI22 Eröffnungsveranstaltung – Was intensivmedizinische Teams von einem Orchester lernen können

Wer hätte das gedacht?! In puncto Führung und nonverbaler Kommunikation, die den Großteil der zwischenmenschlichen Interaktion ausmachen, sind sich ein Team in der Notfall- und Intensivmedizin und ein Symphonieorchester ziemlich ähnlich. Eine spannende und lehrreiche Parallele zwischen diesen beiden Welten zieht der international bekannte Dirigent Professor Gernot Schulz in seinem Festvortrag am 30. November 2022 im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des DIVI22 in Hamburg, dem Jahreskongress der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI).

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New Omicron subvariant BQ.1.1 resistant to all therapeutic antibodies

Development of new antibody therapies necessary

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Neue Omikron-Untervariante BQ.1.1 resistent gegen alle therapeutischen Antikörper

Entwicklung neuer Antikörpertherapien notwendig

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Lernen trotz Alzheimerdemenz

Unsere Gesellschaft wird immer älter. Im Zuge des demografischen Wandels nimmt die Zahl alterstypischer Erkrankungen stark zu. Aktuell leben etwa 1,7 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland. Laut Schätzungen wird sich diese Zahl bis zum Jahr 2050 nahezu verdoppeln. Nora Berner von der FernUniversität in Hagen zeigt mit ihrem Promotionsprojekt auf, wie Lernen und Bildung auch mit Demenz stattfinden können. Die Bildungswissenschaftlerin bindet erkrankte Menschen in ihre Forschung mit ein.

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Zombie viruses on a hijacking trip

Ancient, dormant sequences in the genome impact embryonic development in unexpected ways. The mammalian genome contains retroviral sequences that are in an undead but mostly “harmless” state. An international research team recently discovered how some of these retroviral gene fragments affect embryonic cells if they are unleashed. Unexpectedly, not the viral proteins, but rather copies of the genetic material itself generate an imbalance in the cell.

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Zombie-Viren auf Kaperfahrt

Uralte brachliegende Sequenzen im Genom greifen unerwartet in die embryonale Entwicklung ein: Das Säugergenom enthält retrovirale Sequenzen in einem „untoten“, aber überwiegend harmlosen Zustand. Ein internationales Forschungsteam fand nun heraus, wie manche dieser viralen Genfragmente die embryonale Entwicklung beeinflussen, wenn sie reaktiviert werden. Unerwarteterweise sind es nicht virale Proteine, sondern Kopien des Erbguts, die dann eine Imbalance in der Zelle verursachen.

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Abnormal heartbeat identified in 1 in 20 older adults using wrist-worn wearable and smartphone

Consumer electronics provide a novel route to screen for atrial arrhythmias. A study offered smartphone and wearable-based continuous arrhythmia screening to older adults without known atrial fibrillation. Atrial arrhythmia was detected in five percent of the participants. The study was performed by AFNET. Principal investigator was Professor Larissa Fabritz, University of Birmingham and University Medical Center Hamburg Eppendorf (UKE), Hamburg, Germany.

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Smartphone-App mit Fitnessarmband entdeckt Herzrhythmusstörungen bei jedem zwanzigsten älteren Mensch

Fitnessarmbänder in Verbindung mit speziellen Smartphone-Apps eröffnen einen einfachen Weg, um unbemerkte Herzrhythmusstörungen aufzuspüren. In einer Studie erhielten ältere Menschen, bei denen bis dahin keine Rhythmusstörung bekannt war, ein Armband, mit dem sie ihren Herzrhythmus überprüften. Dabei wurden Rhythmusstörungen im Herzvorhof bei fünf Prozent der Teilnehmenden gefunden. Die Studie wurde vom Kompetenznetz Vorhofflimmern (AFNET) durchgeführt.

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Chemikalien könnten globalen Plastikvertrag untergraben

Nächste Woche trifft sich das «Intergovernmental Negotiating Committee» (INC) in Uruguay, um ein internationales rechtsverbindliches Instrument gegen die Plastikverschmutzung zu entwickeln. Wissenschaftler befürchten, dass bei den Verhandlungen die Vielfalt und Komplexität der in Kunststoffen enthaltenen Chemikalien übersehen wird. Dies würde die Wirksamkeit des Abkommens stark beeinträchtigen, so eine neue Studie, die in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift «Environmental Science & Technology Letters» veröffentlicht wurde.

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Informell Pflegende an Forschung beteiligen

Bayerisches Forschungszentrum Pflege Digital ist Projektpartner bei PiTiPS
Rund 80 Prozent der derzeit 4,1 Millionen Menschen mit Pflegebedarf in Deutschland werden in ihrem häuslichen Umfeld versorgt. Zur Entlastung der sog. informell Pflegenden und Sorgegemeinschaften wird zunehmend über technische und digitale Unterstützung diskutiert. Damit das gelingen kann, müssen die Beteiligten bereits bei ihrer Entwicklung eingebunden werden. Hier setzt das Forschungsprojekt PiTiPS an, an dem das Bayerische Forschungszentrum Pflege Digital (BZPD) der Hochschule Kempten beteiligt ist.

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HHU-iGEM-Team CosMIC gewinnt Goldmedaille in Paris

iGEM-Wettbewerb 2022

Zum siebten Mal traten Studierende der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) am jährlichen „international Genetically Engineered Machine“-Wettbewerb (iGEM) an. Bei der Finalveranstaltung im Oktober, dem „Grand Jamboree“ in Paris, gewann das HHU-Team mit seinem diesjährigen Projekt CosMIC eine Goldmedaille.

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Selbstorganisation: So bringen Amöben die Robotik voran

LMU-Forschende haben ein neues Modell entwickelt, um zu beschreiben, wie biologische oder technische Systeme ohne äußeren Einfluss komplexe Strukturen bilden.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft