Diagnostischer Schnelltest für multiple Resistenzen gegen das wichtige Antibiotikum Carbapenem

Im Jahr 2050 könnte die Zahl der Menschen, die an den Folgen einer Infektion mit Antibiotika-resistenten Bakterien sterben, laut Prognosen der WHO auf zehn Millionen ansteigen. Für gezielte Therapien und zur Verhinderung der Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen ist die schnelle und genaue Diagnose der Resistenzen wesentlich. Ein neuer von DZIF-Forschenden in Kooperation mit der Firma Coris BioConcept entwickelter Schnelltest ermöglicht es nun, über 95 Prozent der Carbapenem-Resistenzen in Patient:innen zu detektieren, die mit dem weitverbreiteten pathogenen Bakterium Acinetobacter baumannii infiziert sind.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Ein Algorithmus für schärfere Protein-Filme

Proteine sind biologische Moleküle, die in sämtlichen Lebensformen beinahe alle biochemischen Aufgaben übernehmen. Dabei führen die winzigen Strukturen ultraschnelle Bewegungen aus. Um diese dynamischen Prozesse künftig genauer als bisher ergründen zu können, haben Forschende einen neuen Auswertungsalgorithmus entwickelt, mit dem sich Messungen an Freie-Elektronen-Röntgenlasern wie dem SwissFEL effizienter auswerten lassen. Diesen stellen sie nun im Fachblatt Structural Dynamics vor.

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Gesunde Nieren trotz Bluthochdrucks

Eine Mutation, die zu starkem Bluthochdruck führt, schützt zugleich die Niere vor den Folgeschäden der Erkrankung. Das berichten Forschende um Enno Klußmann vom Max Delbrück Center und DZHK in „Kidney International“. Nun suchen sie nach Strategien, um die Effekte des veränderten Gens therapeutisch zu nutzen.

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Deutsche Leberstiftung zum Tag der Organspende: Eine Lebertransplantation rettet Leben

Am 3. Juni 2023 findet in Düsseldorf die zentrale Veranstaltung zum bundesweiten Tag der Organspende statt. Unter dem Motto „Zeit, Zeichen zu setzen“ wird gedankt, informiert und gleichzeitig auf die Wichtigkeit einer individuellen Entscheidung in Bezug auf die Organspende hingewiesen. Offensichtlich besteht Aufklärungsbedarf: Die Organspendezahlen sind im Jahr 2022 gesunken und nur 40 Prozent der Deutschen hatten ihre Entscheidung in einem Organspendeausweis dokumentiert. Die Deutsche Leberstiftung informiert anlässlich des Tages der Organspende über lebensrettende Lebertransplantationen.

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Nature-inspired compounds chop up cancer gene’s RNA

The cancer gene MYC drives unrestrained growth of most human cancers. It has been called the “Mount Everest” of cancer research because of the difficulty of designing medications that can disable it, and the expectation that an effective MYC drug could help so many cancer patients. Research groups from the The Wertheim UF Scripps Institute in Florida, the Max Planck Institute of Molecular Physiology in Dortmund and the University of Münster have joined forces and climbed that peak by developing Nature-inspired compounds chopping up MYC’s RNA. This innovative RNA degrader approach could also open new routes to summit other similarly hard-to-treat diseases.

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Biophotonik-Forschung: Zelluläre Transporter im Blick behalten

Biophotonik-Professor Thomas Hellerer und Doktorand Thomas Kellerer der Hochschule München entwickeln ein innovatives Bildgebungsverfahren, das winzige Wirkstofflieferanten beispielsweise von mRNA-Impfstoffen in der Zelle in Echtzeit trackt – und gleichzeitig Informationen über deren Umwelt liefert.

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Kryokonservierung von Eierstockgewebe wird ab 
1. Juli 2023 von den Kassen übernommen

Die Fruchtbarkeitserhaltung durch Kryokonservierung ist am 11. Mai 2019 gesetzliche Kassenleistung geworden. Doch bis diese Verbesserung in der Praxis bei den Betroffenen ankommt, werden mehr als vier Jahre vergangen sein. Ab dem 1. Juli dieses Jahres wird als letzter Schritt voraussichtlich auch die Kryokonservierung von Eierstockgewebe direkt von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

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Digitale klinische Studien mit Smartwatches – HAWK-Forschungspapier in der renommierten Fachzeitschrift Nature Medicine

Prof. Dr. rer. medic. Sinje Gehr, Dr. Nandha Kumar Balasubramaniam und Prof. Dr. rer. nat. Christoph Rußmann vom Gesundheitscampus Göttingen an der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Gesundheit der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen haben ein Forschungspapier in der renommierten Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht. Der Gesundheitscampus Göttingen ist eine Kooperation der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst, Hildesheim, Holzminden, Göttingen (HAWK). Thema: Datenerfassung und Auswertung in klinischen Studien zur Herz- und Gefäßgesundheit mit patientenbezogenen Endpunkten.

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New study reveals ‘moonlighting’ function of part of the brain’s protein destruction machine at synapses

A major component of the cell’s protein destruction machine moonlights at brain synapses

A new study by researchers at the Max Planck Institute for Brain Research discovered a ‘moonlighting’ function carried out by a complex that normally works to degrade proteins in cells – this protein destruction machine is called the proteasome. The scientists found, by counting and visualizing individual protein complexes, that one part of the proteasome (the 19S regulatory complex) was abundant near brain synapses where it regulates synaptic proteins and transmission on its own – without its partner.

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Neue Studie enthüllt „Nebenjob“ von Teilen der Proteinvernichtungsmaschine des Gehirns an den Synapsen

Eine neue Studie von Forscher:innen des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung hat einen „Nebenjob“ eines Komplexes aufgedeckt, der normalerweise für den Abbau von Proteinen in den Zellen zuständig ist: das Proteasom. Durch Zählen und Sichtbarmachen einzelner Proteinkomplexe fanden die Wissenschaftler:innen heraus, dass ein Teil des Proteasoms (der 19S-Regulationskomplex) in der Nähe von Gehirnsynapsen reichlich vorhanden ist, wo er synaptische Proteine und die Übertragung allein – ohne seinen Partner – reguliert.

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When the cell digests itself: How inherited neurodegenerative diseases develop

Our cells are crisscrossed by a system of membrane tubes and pockets called the endoplasmic reticulum (ER). It is crucial for the production of biomolecules and is continuously built up and degraded. Degradation, known as ER-phagy, is promoted by the protein ubiquitin, which controls many processes in the cell. If the proteins involved in ER-phagy are defective, neurodegenerative diseases result. This has been discovered by an international research team led by Goethe University Frankfurt (as part of the EMTHERA research cluster) and Jena University Hospital and published in two papers in the renowned journal Nature.

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Wenn die Zelle sich selbst verdaut: Wie sich neurodegenerative Erkrankungen entwickeln

Unsere Zellen sind durchzogen von einem System aus Membranröhren und -taschen, dem Endoplasmatischen Retikulum (ER). Es ist entscheidend für die Herstellung von Biomolekülen und wird kontinuierlich auf- und abgebaut. Der Abbau, die sogenannte ER-Phagie, wird durch das Protein Ubiquitin gefördert, das viele Prozesse in der Zelle steuert. Sind die an der ER-Phagie beteiligten Proteine defekt, kommt es zu neurodegenerativen Erkrankungen. Dies hat ein internationales Forschungsteam unter Führung der Goethe-Universität Frankfurt (im Rahmen des Exzellenzclusterprojekts EMTHERA) und des Universitätsklinikums Jena herausgefunden und in zwei Beiträgen in der Zeitschrift Nature veröffentlicht.

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4,6 Millionen Euro für neuartige CAR-T-Zelltherapie

CAR-T-Zellen haben sich in der Behandlung bestimmter Blut- und Lymphdrüsenkrebsformen bewährt. Doch die Immuntherapie kann noch effektiver werden. Eine gemeinsame klinische Studie der Charité und des Max Delbrück Center erhält dafür eine Finanzspritze in Millionenhöhe vom Bundesforschungsministerium.

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Satellitentechnologie – nachhaltiger Wasser-Einsatz in der Landwirtschaft

Wasser wird zunehmend knapper. Eine neuartige Satellitentechnologie, die in Form eines Prototyps mit dem Namen »LisR« bereits auf der Internationalen Raumstation ISS erprobt wurde, ermöglicht es künftig, Pflanzen bedarfsgerecht zu bewässern und einen nachhaltigen Umgang mit der lebenswichtigen Ressource sicherzustellen. Für diese Entwicklung erhält ein Team aus Forschenden des Fraunhofer-Instituts für Kurzzeitdynamik, Ernst-Mach-Institut, EMI und des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF sowie der beiden Spin-offs constellr GmbH und SPACEOPTIX GmbH den Fraunhofer-Preis »Technik für den Menschen und seine Umwelt«.

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Coasts as „climate protectors“

Coastal ecosystems in eight out of ten world regions are net greenhouse gas sinks, because the uptake of carbon dioxide (CO2) is greater than the release of methane and nitrous oxide (laughing gas). This is the conclusion of a study led by Australia’s Southern Cross University with the participation of the Helmholtz-Zentrum Hereon, the Leibniz-Center for Tropical Marine Research (ZMT) and the GEOMAR Helmholtz-Center for Ocean Research Kiel. The study was recently published in Nature Climate Change.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Microorganisms are key to storing carbon in soils

According to a groundbreaking study recently published in Nature, microorganisms play a key role in soil carbon storage. The study, conducted by an international team of scientists including researchers from the Max Planck Institute for Biogeochemistry in Jena, reveals that microbial carbon use efficiency is at least four times more influential than other biological or environmental factors when it comes to global soil carbon storage and distribution. The study’s result has implications for improving soil health and mitigating climate change.

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Küsten als „Klimaschützer“

Die Küstenökosysteme in acht von zehn Weltregionen sind eine Netto-Treibhausgas-Senke. Das heißt: In diesen Regionen ist die Aufnahme von Kohlendioxid (CO2) stärker als die Emissionen von Methan und Distickstoffmonoxid (Lachgas). Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung der australischen Southern Cross University mit Beteiligung des Helmholtz-Zentrums Hereon, des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung (ZMT) und des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel. Die Studie wurde jüngst in Nature Climate Change veröffentlicht.

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Mikado in der Zelle: Anordnung von Proteinen könnte für Krankheiten verantwortlich sein

Parkinson, Alzheimer oder die Huntington-Krankheit: Das Verhalten bestimmter Moleküle, die in subzellulären Prozessen eine Rolle spielen, beeinflusst die Entstehung solcher neurodegenerativen Erkrankungen. Wissenschaftler*innen aus dem Arbeitskreis von Mischa Bonn am Max-Planck-Institut für Polymerforschung und aus dem Labor von Sapun Parekh an der University of Texas haben nun ein bestimmtes Protein mit verschiedenen Methoden untersucht, um die Mechanismen hinter diesen Krankheiten besser zu verstehen.

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Mikado in the cell: Arrangement of proteins could be responsible for diseases

Parkinson’s, Alzheimer’s or Huntington’s disease: the behavior of certain molecules that play a role in sub-cellular processes influence the development of such neurodegenerative diseases. Scientists from Mischa Bonn’s department at the Max Planck Institute for Polymer Research and Sapun Parekh’s lab at the University of Texas have now studied a specific protein using various methods to better understand the mechanism behind these diseases.

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Die Mitwirkung schwer erkrankter Menschen an ihrer Versorgung unterstützen

Wie kann die Versorgung von Menschen mit schweren neurologischen Erkrankungen besser koordiniert und abgestimmt werden? Wie können Menschen mit Einschränkungen ihrer Sprechfähigkeit darin unterstützt werden, ihre Versorgung und ihren Lebensalltag aktiv mitzugestalten? Dies sind die zentralen Fragen des Vorhabens „ProDigA“, dessen Ergebnisse nun veröffentlicht wurden. Das Vorhaben wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert und vom Saarbrücker Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso) koordiniert.

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Multiple sclerosis: Ultrastructural changes in brain tissue promote inflammatory processes

Multiple sclerosis (MS) is the most common inflammatory disease of the central nervous system. It is characterized by inflammatory foci and damage in the brain’s so-called white matter, which consists of long nerve fibers and myelin. A German-Dutch research team has now shown that ultrastructural changes in healthy areas in the white matter of MS patients make the tissue more susceptible to inflammation and the formation of lesions. This could promote the progression of the disease.

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Multiple Sklerose: Ultrastrukturelle Veränderungen im Gehirngewebe befördern Entzündungsprozesse

Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Charakteristisch dafür sind Entzündungsherde und Schädigungen in der sogenannten weißen Substanz im Gehirn, die aus langen Nervenfasern und Myelin besteht. Ein deutsch-niederländisches Forschungsteam hat nun herausgefunden, dass ultrastrukturelle Veränderungen in gesunden Bereichen der weißen Substanz von MS-Patienten das Gewebe anfälliger machen für Entzündungen und die Bildung von Läsionen. Dies könnte das Fortschreiten der Krankheit befördern.

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Ångström-Resolution Fluorescence Microscopy

A breakthrough in fluorescence microscopy has been achieved by the research group of Ralf Jungmann at the Max Planck Institute of Biochemistry (MPIB) and Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) Munich. The team developed Resolution Enhancement by Sequential Imaging (RESI), a revolutionary technique that enhances the resolution of fluorescence microscopy down to the Ångström scale. This innovation is poised to usher in a paradigm shift in our approach to study biological systems with thus far unprecedented detail.

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Forscher und Forstpraxis helfen gemeinsam dem Gelben Frauenschuh

Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) gab den Startschuss zu einem besseren Verständnis und Schutz des Gelben Frauenschuhs (Cypripedium calceolus) in Bayerns Wäldern. Gemeinsam mit Botanik-Wissenschaftlern, Artenschutz-Experten, Bayerische Staatsforsten und anderen Vertretern der Forstlichen Praxis fand hierzu in Freising ein gemeinsamer Auftaktworkshop statt. Die gemäß FFH-Richtlinie streng geschützte Waldorchidee gehört zu den imposantesten Orchideen-Arten der europäischen Flora. Sie gilt europa- und deutschlandweit als gefährdet.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Weltnichtrauchertag 2023: „Nein“ zu Tabak – gut für Umwelt und Gesundheit

Der Weltnichtrauchertag am 31. Mai 2023 macht unter dem Motto „Wir brauchen Nahrungsmittel, keinen Tabak“ auf die Folgen des weltweiten Tabakkonsums aufmerksam. In den Anbauländern werden große Flächen für die Produktion von Tabak genutzt statt für den Anbau lebensnotwendiger und nachhaltiger Nutzpflanzen. Gleichzeitig leiden mehrere Hundert Millionen Menschen an Unterernährung. Der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfehlen den Rauchausstieg und informieren anlässlich des Weltnichtrauchertages 2023 Aufhörwillige zu Unterstützungsangeboten.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft