Neue Erkenntnisse zu menschlichen Stoffwechselprozessen

• Freiburger Forscher*innen entdecken zahlreiche unbeschriebene Stoffwechselprozesse und deren Gene durch Vergleich von Stoffwechselprodukten in Urin und Blut
• Erkenntnisse ermöglichen besseres Verständnis im gesamten Körper und könnten zu neuen medizinischen Behandlungsansätzen führen
• Veröffentlichung in Nature Genetics

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Wirkmechanismus von Tirzepatide entschlüsselt

Tirzepatide reduziert das Körpergewicht und verbessert den Blutzuckerstoffwechsel bei Patienten mit Adipositas und Typ-2-Diabetes. Obwohl Tirzepatide entwickelt wurde, die Rezeptoren für glucagon-like peptide-1 (GLP-1) und glucose-dependent insulinotropic polypeptide (GIP) zu aktivieren, ist der Beitrag des GIP-Rezeptors für die Stoffwechseleffekte noch nicht ganz verstanden. Forschende zeigten erstmals, dass Tirzepatide vorwiegend über den GIP-Rezeptor die Insulinausschüttung in der menschlichen Bauchspeicheldrüse stimuliert. Im Gegensatz dazu stimuliert Tirzepatide bei Mäusen die Insulinausschüttung hauptsächlich über den GLP-1-Rezeptor. Die Studie ist in Nature Metabolism veröffentlicht.

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Unraveling the Mode of Action of Tirzepatide

Tirzepatide decreases body weight while improving glucose metabolism in patients with obesity and type-2 diabetes. Although the drug is designed to activate the receptors for glucagon-like peptide-1 (GLP-1) and glucose-dependent insulinotropic polypeptide (GIP), the contribution of the GIP receptor to its metabolic effects is not yet fully understood. A team of researchers demonstrated for the first time that tirzepatide stimulates insulin secretion in the human pancreas via the GIP receptor. These results contrast with findings in mice, where tirzepatide primarily stimulated insulin secretion with the GLP-1 receptor. This study is now published in Nature Metabolism.

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One Health: Forschende plädieren für die Einbeziehung des Bodenmikrobioms als Bestandteil eines ganzheitlichen Ansatzes

Der One Health Ansatz stellt die Gesundheit aller Lebewesen in einen engen Zusammenhang mit dem Ziel, sie in ein nachhaltiges Gleichgewicht zu bringen. Die kleinsten Lebewesen im Boden, das sogenannte Bodenmikrobiom, wurden in diesem Ansatz bisher allerdings weitgehend ignoriert. Das wollen Forschende nun ändern. In einem Kommentar im renommierten Fachjournal Nature Microbiology setzen sie sich dafür ein, das Bodenmikrobiom zukünftig als wichtige Komponente für den One Health Ansatz einzubeziehen.

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One Health: Scientists advocate for the inclusion of soil microbiomes for a holistic approach

The One Health approach considers a close link between the health of all living organisms and aims to bring them into a sustainable balance. However, the smallest organisms living in the soil, the so-called soil microbiome, have been largely ignored in this approach so far. This is what researchers aim to change now. In a commentary in the renowned journal Nature Microbiology, they argue for the inclusion of the soil microbiome as a future key component for the One Health approach.

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Forschende der Universitätsmedizin Mainz identifizieren Jekyll- und Hyde-Schlüsselprotein

Forschende des Instituts für Physiologische Chemie haben ein neues Schlüsselprotein identifiziert, das die Neubildung von Nervenzellen im Gehirn reguliert: das Protein Yap1. Sie fanden heraus, dass Yap1 ein Jekyll- und Hyde-Protein ist. Es aktiviert einerseits die Bildung von neuen Nervenzellen. Bei einer Überaktivierung könnte es andererseits dazu beitragen, dass Stammzellen im Gehirn sich in Krebszellen entwickeln. Diese ersten vorklinischen Erkenntnisse der Mainzer Forschenden bieten einen Ansatz, um aufzuklären, wie Tumore im Gehirn entstehen. Darüber hinaus könnten sie die Grundlage für Maßnahmen bieten, die der im Alter abnehmenden Erneuerung von Nervenzellen im Gehirn entgegenwirken

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Die entscheidende Rolle von Omega-3-Fettsäuren im Lebenszyklus

Die SRH Hochschule für Gesundheit lädt am 28. Juni 2023 zum Online Health and Study Talk zum neuen Master-Studiengang Medizinische Ernährungswissenschaft und Ernährungstherapie ein.

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Bakterienenzym formt molekulares Stromkabel

Einer Forschungsgruppe um die Marburger Biochemiker Dr. Jan Schuller und Professor Dr. Johann Heider sowie Professor Dr. Maciej Szaleniec aus Krakau ist es gelungen, mittels kryogener Elektronenmikroskopie die Struktur des Enzyms AOR aus dem Bakterium Aromatoleum aromaticum aufzudecken. „Das Bakterium nutzt dieses Molekül, um umweltschädliche Aldehydverbindungen abzubauen, es besitzt im Gegensatz zu anderen Enzymen mit ähnlicher Funktion aber auch die Fähigkeit, die biotechnologisch hoch interessante Rückreaktion zu katalysieren und somit Bioalkohole herzustellen“, erklärt Schullers Mitarbeiter Fidel Ramírez-Amador, einer der Leitautoren des Fachaufsatzes.

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Hoffnung auf eine schonendere Therapie von Hautlymphomen

Studie der Phase II weist Dimethylfumarat als wirksamen und gut verträglichen Wirkstoff aus

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Europäische Herzstiftungen machen sich für Herz-Kreislauf-Plan der EU stark

Enorme Gesundheitsgefahren und massive ökonomische Belastung durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Zeiten von Krisen und Klimawandel erfordern konkrete EU-Strategie

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Tag der Organspende: DGfN erinnert angesichts des Organmangels an die Bedeutung der Prävention von Nierenkrankheiten

Noch immer besteht ein großer Organmangel und viele Patientinnen und Patienten müssen sich auf lange Wartezeiten auf ein Organ einstellen. Auf eine neue Nieren warten 6.700 Menschen. Vor diesem Hintergrund möchte die DGfN am Tag der Organspende die Prävention von Nierenkrankheiten in den Fokus rücken. In vielen Fällen kann das Fortschreiten der Erkrankung verhindert bzw. deutlich verlangsamt werden, wenn rechtzeitig be- bzw. gehandelt wird. Da Nierenkrankheiten über eine lange Zeit symptomfrei sind, ist die Überprüfung der Nierenfunktion (Blut- und Urinuntersuchung) beim Hausarzt wichtig. Auch kann mit einfachen Lebensstilmaßnahmen der Entstehung einer Nierenkrankheit vorgebeugt werden.

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Poorly insulated nerve cells promote Alzheimer’s disease in old age

Alzheimer’s disease, an irreversible form of dementia, is considered the world’s most common neurodegenerative disease. The prime risk factor for Alzheimer’s is age, although it remains unclear why. It is known that the insulating layer around nerve cells in the brain, named myelin, degenerates with age. Researchers at the Max Planck Institute (MPI) for Multidisciplinary Sciences in Göttingen have now shown that such defective myelin actively promotes disease-related changes in Alzheimer’s. Slowing down age-related myelin damage could open up new ways to prevent the disease or delay its progression in the future.

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Schlecht isolierte Nervenzellen fördern Alzheimer im Alter

Die Alzheimer’sche Krankeit ist eine irreversible Form der Demenz und gilt als weltweit häufigste neurodegenerative Erkrankung. Der wichtigste Risikofaktor für diese Krankheit ist das Alter, allerdings ist noch unklar, warum. Bekannt ist, dass die Isolierschicht um Nervenzellen im Gehirn, Myelin genannt, im Alter degeneriert. Forschende am Göttinger Max-Planck-Institut (MPI) für Multidisziplinäre Naturwissenschaften konnten nun zeigen, dass defektes Myelin krankheitsbedingte Veränderungen bei Alzheimer aktiv fördert. Ein Verlangsamen der altersabhängigen Myelin-Schädigung könnte zukünftig neue Wege eröffnen, die Alzheimer-Krankheit zu verhindern oder ihr Fortschreiten hinauszuzögern.

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DIVI: Reformvorhaben der Pflegeausbildung bedarf noch gründlicher Überarbeitung

Grundsätzlich begrüßt die Deutsche interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) die Initiative der Bundesregierung: Gesundheitsminister Lauterbach legte am Freitag der vergangenen Woche seinen Entwurf für ein Gesetz zur Stärkung der hochschulischen Pflegeausbildung vor. Endlich! Danach sollen Studierende in der Pflege zukünftig maßgeblich für den Praxiseinsatz und gleichermaßen aber auch für die gesamte Dauer ihres Studiums eine angemessene Vergütung erhalten.

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Risk factor for psychiatric disorders has different effects depending on sex

FKBP51 is considered a risk factor for psychiatric disorders. However, for the first time, new research results have shown positive effects: Instead of making people anxious or impairing their ability to think, the protein can have the opposite effect and thus promote resilience. The effect it has depends on the type of cells in which it becomes active. Furthermore sex plays a decisive role: Female model animals reacted either fearfully or courageously to the protein, while males were cognitively weakened or strengthened. The results do not make the development of a blocking drug any easier. But they show all the more how important basic research and sex-specific studies are.

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Risikofaktor für psychiatrische Erkrankungen wirkt je nach Geschlecht unterschiedlich

FKBP51 gilt als Risikofaktor für psychiatrische Erkrankungen. Neue Forschungsergebnisse zeigen nun erstmals auch positive Effekte: Statt ängstlich zu machen oder die Denkleistung zu beeinträchtigen, kann das Protein das Gegenteil bewirken und damit Resilienz fördern. Welche Wirkung es entfaltet, hängt davon ab, in welcher Art von Zellen es aktiv wird. Außerdem spielt das Geschlecht eine entscheidende Rolle: Weibliche Modelltiere reagierten ängstlich oder mutig, männliche waren kognitiv geschwächt oder gestärkt. Die Ergebnisse machen die Entwicklung eines Medikaments nicht leichter. Sie zeigen aber umso mehr, wie wichtig Grundlagenforschung und Geschlechter-spezifische Studien sind.

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Genomes of 233 primate species sequenced

New insights into the genetic diversity and evolution of our closest relatives and the genetic causes of human diseases

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Genome von 233 Primatenarten entschlüsselt

Neue Erkenntnisse über die genetische Diversität und Evolution unserer nächsten Verwandten sowie über die genetischen Ursachen menschlicher Krankheiten

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Erbgut von Primaten als Schlüssel zur menschlichen Gesundheit

Primaten-Genome mittels KI auf klinische Relevanz von individuellen Genvarianten analysiert

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Online-Tutorial von und mit Jugendlichen klärt über Depression auf

6% der Jugendlichen depressiv erkrankt – Jugendliche durch Pandemie psychisch besonders betroffen – Jugendbeirat gestaltet Clips mit

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Forschende aus Bremen kultivieren Archaeen, die auf neuen Wegen Erdöl abbauen

Wie tief im Meeresboden Mikroorganismen Erdöl unschädlich machen

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Intelligent brains take longer to solve difficult problems

Do intelligent people think faster? Researchers at the BIH and Charité – Universitätsmedizin Berlin, together with a colleague from Barcelona, made the surprising finding that participants with higher intelligence scores were only quicker when tackling simple tasks, while they took longer to solve difficult problems than subjects with lower IQ scores. In personalized brain simulations of the 650 participants, the researchers could determine that brains with reduced synchrony between brain areas literally “jump to conclusions” when making decisions, rather than waiting until upstream brain regions could complete the processing steps needed to solve the problem.

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Glückshähnchen in Tachenhausen

Studentisches Forschungs- und Praxisprojekt an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) zur mobilen Geflügelhaltung; Oberboihinger Gemeinderat informiert sich vor Ort; neuer hochmoderner mobiler Stall

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Deutsche Leberstiftung zum „NASH Day“: Übergewicht ist auch für die Leber ein „fettes Problem“

Am 8. Juni 2023 findet unter der Leitung des Global Liver Institute (GLI) der Internationale NASH-Tag („International NASH Day“, kurz IND) statt. Seit Juni 2018 wird mit dem IND die Aufmerksamkeit auf die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) und ihre fortgeschrittene Stufe, die nicht-alkoholische Fettleberentzündung (NASH), gelenkt. Nach Angaben des GLI ist die Entwicklung dieser Erkrankung dramatisch und mit weltweit über 115 Millionen NASH-Betroffenen als versteckte Epidemie einzustufen. Die Deutsche Leberstiftung unterstützt den IND ausdrücklich.

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„Climate change is the greatest challenge facing humanity“ – new status report on climate change and health

More heat-related deaths, new and increasing infectious diseases, increased exposure to allergens, a rise in antibiotic resistance, more lung diseases as a result of increasing air pollution, more skin cancer due to increased UV radiation – these are some of the negative consequences of climate change for public health. A new report, coordinated by the Robert Koch Institute (RKI), provides an overview of the health impacts of climate change and ways to counteract them. The publication was coordinated through the project KlimGesundAkt, which is funded by the Federal Ministry of Health.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft