Wie Perlen auf einer Kette: ein neues Modell der DNA-Verteilung
9. August 2023
Wenn sich Zellen teilen, sind die präzise Aufteilung der Erbinformation und zuverlässige Vererbung ringförmiger DNA (Plasmide) entscheidend. Ein Forscherteam um Dr. Seán Murray vom Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie hat eine Computersimulation entwickelt, die den Schlüsselmechanismus dieses Vorgangs erklärt. Die Arbeiten ebnen den Weg für experimentelle Untersuchungen und zeigen grundlegende biochemische Prinzipien auf, die auch für die Synthetische Biologie und medizinische Anwendungen relevant sein können.
Klimawandel bedroht Polardorschbestände in der Arktis
9. August 2023
Der Polardorsch ist der am häufigsten vorkommende Fisch im Arktischen Ozean. Er ist wichtige Nahrungsgrundlage für arktische Meeressäuger und spielt bei der Selbstversorgung der Inuit eine wichtige Rolle. Ein internationales Studienteam, darunter auch Forschende des Alfred-Wegener-Instituts, hat nun die wichtigsten wissenschaftlichen Arbeiten zum Polardorsch der vergangenen Jahrzehnte ausgewertet. Das Fazit: Vor allem der bereits weit fortgeschrittene Rückgang der arktischen Meereisbedeckung in Folge des menschengemachten Klimawandels könnte sich erheblich auf die künftige Verbreitung der Art auswirken. Die Studie wurde im Fachmagazin Elementa: Science of the Anthropocene veröffentlicht.
Tschechien und Bayern forschen gemeinsam zu Wildtierparasit
9. August 2023
Jedes fünfte untersuchte adulte Stück Rotwild im Bayerischen Teil des Projektgebiets war vom Großen Amerikanischen Leberegel befallen. Im Nationalpark Šumava war sogar mehr als jedes vierte adulte Stück infiziert. Dies ergab ein grenzübergreifendes Forschungsprojekt der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in Kooperation mit den Nationalparken Bayerischer Wald und Šumava (Tschechien) sowie dem Forstbetrieb Neureichenau der Bayerischen Staatsforsten. Das Projekt widmete sich sowohl der Frage der Verbreitung des eingeschleppten Parasiten, als auch seinen Auswirkungen auf Wildtiere im Böhmerwald-Ökosystem.
Unlocking the power of citizen science to monitor health and wellbeing targets
9. August 2023
IIASA researchers and experts at the World Health Organization (WHO) have conducted a systematic review of health and wellbeing-related indicators, as well as citizen science initiatives, to explore the potential of citizen science for mobilizing action toward the achievement of health and wellbeing related targets of the Sustainable Development Goals (SDGs) and the WHO’s Triple Billion Targets.
Satelliten dokumentieren Auswirkungen von Hitzewellen auf Pflanzen
9. August 2023
Wie sich Dürreperioden auf das Photosynthese-Verhalten von Pflanzen im Tagesverlauf auswirken, zeigt eine neue wissenschaftliche Studie. Demnach verschieben Pflanzen in ohnehin trockenen Gebieten ihre CO2-Aufnahme während einer Hitzewelle zunehmend in die Morgenstunden und verringern die Photosynthese am Mittag und Nachmittag. Die Forschenden werteten für die Studie Daten von neuartigen geostationären Satelliten aus, die unter anderem während einer Hitzewelle in den USA im Jahr 2020 aufgenommen wurden.
Stiftung-Schmieder-Preis 2023: Zwei Studentinnen der Universität Konstanz ausgezeichnet
9. August 2023
Sabrina Disch und Charlotte Lott, beide Studentinnen an der Universität Konstanz, wurden mit dem Stiftung-Schmieder-Preis 2023 ausgezeichnet. Überreicht wurde der Preis am 12. Juli 2023 im Rahmen des „dies academicus“ an der Universität Konstanz von Lisa Sophia Friedrich, Geschäftsführerin der Kliniken Schmieder und Vorstandsmitglied der gemeinnützigen Stiftung Schmieder für Wissenschaft und Forschung sowie des Lurija Instituts.
Always in the flow
9. August 2023
In the 1980s, the Elbe estuary had largely lost its function as an estuarine filter due to heavy metal pollution. After decades, the estuary was able to recover from this, as a team led by doctoral student Louise Rewrie from the Helmholtz-Zentrum Hereon has discovered by measuring carbon and other parameters. Only in the last few years have biogeochemical processes in the Elbe River Estuary resumed naturally. The results recently appeared in the journal Limnology and Oceanography.
Immer im Fluss
9. August 2023
In den 1980er-Jahren hat die Elbmündung aufgrund der Schwermetallbelastung ihre Funktion als Mündungsfilter weitgehend verloren. Nach Jahrzehnten konnte sie sich davon erholen, hat ein Team um die Doktorandin Louise Rewrie vom Helmholtz-Zentrum Hereon durch Messung von Kohlenstoff und anderen Parametern herausgefunden. Erst seit wenigen Jahren laufen die biochemischen Prozesse in der Elbmündung wieder natürlich ab. Die Ergebnisse erschienen jüngst in der Zeitschrift Limnology and Oceanography.
Medikament gegen schwere Lungenentzündungen: Zuckermolekül bringt RNA-Wirkstoff ans Ziel
9. August 2023
Hinter Lungenschäden bei Erkrankungen wie Covid-19 stecken oft übermäßig aktive Immunzellen. Forschende der Technischen Universität München (TUM) haben einen RNA-Wirkstoff für ein Lungen-Spray entwickelt, der die Aktivität dieser Makrophagen genannten Zellen bremst. Ein neuer, zuckerbasierter Transportmechanismus bringt ihn besonders effektiv an sein Ziel.
Niedrigere Entzündungsmarker unter Vitamin D-Supplementierung
8. August 2023
Nach derzeitiger Studienlage geht die Vitamin D-Einnahme mit einer verringerten Krebssterblichkeit einher. Könnten entzündungshemmende Effekte des Vitamins die Ursache dafür sein? Eine am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) durchgeführte Metaanalyse ergab nun: Die Vitamin D-Einnahme senkt bei Menschen, die an Krebs oder Krebsvorstufen leiden, die Serumspiegel eines wichtigen Entzündungsmarkers.
Panzergröße: Wie sich Schildkröten in den letzten 200 Millionen Jahren entwickelten
8. August 2023
Vielfalt der Körpergröße von Schildkröten untersucht.
Internationale Forschende, unter ihnen Dr. Gabriel Ferreira vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen, haben die bisher umfänglichste Datensammlung zu Körpergrößen von rezenten und fossilen Schildkröten zusammengestellt. In ihrer im Fachjournal „Ecology and Evolution“ erschienenen Studie stellt das Team fest, dass die Größe der Panzerträger nicht – wie häufig angenommen – mit den klimatischen Verhältnissen zusammenhängt. Vielmehr sei die Lebensweise der Tiere ausschlaggebend für ihre Größenentwicklung.
Internationale Forschende, unter ihnen Dr. Gabriel Ferreira vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen, haben die bisher umfänglichste Datensammlung zu Körpergrößen von rezenten und fossilen Schildkröten zusammengestellt. In ihrer im Fachjournal „Ecology and Evolution“ erschienenen Studie stellt das Team fest, dass die Größe der Panzerträger nicht – wie häufig angenommen – mit den klimatischen Verhältnissen zusammenhängt. Vielmehr sei die Lebensweise der Tiere ausschlaggebend für ihre Größenentwicklung.
The war-damaged urban environment in Kharkiv is fatal for bats: Loss of roosts and lethal traps in destroyed buildings
8. August 2023
Russia’s war in the Ukraine has severe consequences not only for humans, it also has detrimental effects on populations of urban and semi-urban wildlife in the attacked cities and regions. Scientists from the Ukrainian Bat Rehabilitation Center recently examined the effects of war-related damages to buildings on urban populations of one important and widespread bat species, the Common Noctule (Nyctalus noctula), in the city of Kharkiv in north-eastern Ukraine.
Die vom Krieg zerstörte städtische Umwelt in Charkiw ist für Fledermäuse tödlich
8. August 2023
Verlust von Schlafplätzen und tödliche Fallen in zerstörten Gebäuden
Der russische Krieg in der Ukraine hat nicht nur schwerwiegende Folgen für die Menschen, sondern wirkt sich auch negativ auf die Populationen städtischer und halbstädtischer Wildtiere in den angegriffenen Städten und Regionen aus.
Der russische Krieg in der Ukraine hat nicht nur schwerwiegende Folgen für die Menschen, sondern wirkt sich auch negativ auf die Populationen städtischer und halbstädtischer Wildtiere in den angegriffenen Städten und Regionen aus.
Gedächtnis, Vergessen und soziales Lernen
8. August 2023
Welche Faktoren dazu betrugen, dass Kultur und dabei insbesondere die Fähigkeit, voneinander zu lernen, während der Evolutionsgeschichte durch natürliche Selektion begünstigt wurde, wird in Fachkreisen seit Langem heftig debattiert. Forscherinnen am Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben nun ein erweitertes Simulationsmodell für die Evolution des sozialen Lernens entwickelt. Sie zeigen, dass das Zusammenspiel von Lernen, Erinnern und Vergessen die Bedingungen, unter denen sich soziales Lernen entwickeln kann, maßgeblich erweitert.
Came to stay: How the herpes virus HCMV deceives its host cells
8. August 2023
Once infected – always infected: Herpes viruses lie dormant in the body and can be reactivated by certain circumstances. The herpes virus HCMV is particularly widespread, yet despite its impact, well-tolerated and effective antiviral drugs or vaccinations do not exist. However, a team of researchers from FMP and Charité has now found out a lot about the interaction between HCMV and its host cells, which could also be useful for the development of antiviral agents. The paper has just been published in the journal „Nature Microbiology“.
Gekommen, um zu bleiben: Wie das Herpesvirus HCMV seine Wirtszellen austrickst
8. August 2023
Einmal infiziert – immer infiziert: Herpesviren schlummern im Körper und können durch bestimmte Umstände reaktiviert werden. Das Herpesvirus HCMV ist besonders weit verbreitet, gut verträgliche und effektive antivirale Medikamente oder Impfungen gibt es nicht. Doch ein Forscherteam von FMP und Charité hat jetzt einiges über die Interaktion zwischen HCMV und seinen Wirtszellen herausgefunden, was auch für die Entwicklung antiviraler Wirkstoffe nützlich sein könnte. Die Arbeit ist soeben im Fachmagazin „Nature Microbiology“ im erschienen.
Research Grants Endowed with €240,000
8. August 2023
The application period for the DKMS John Hansen Research Grant 2024 began on August 1, 2023. With this grant, the foundation DKMS Stiftung Leben Spenden supports up to four outstanding research projects in the field of stem cell transplantation or cell therapy each year. A stem cell transplant saves the lives of many blood cancer patients. However, relapses and severe complications continue to pose major challenges. The grant is intended to promote excellent science in this field. The application deadline is November 30, 2023.
Forschungsstipendien dotiert mit 240.000 Euro
8. August 2023
Am 1. August 2023 begann die Bewerbungsfrist für den DKMS John Hansen Research Grant 2024. Die DKMS Stiftung Leben Spenden unterstützt damit jährlich bis zu vier herausragende Forschungsprojekte aus den Bereichen Stammzelltransplantation oder Zelltherapie. Vielen Blutkrebspatient:innen rettet eine Stammzelltransplantation das Leben. Doch Rückfälle und schwere Komplikationen stellen die Medizin weiterhin vor große Herausforderungen. Der Grant dient der Förderung exzellenter Wissenschaft in diesem Bereich. Ende der Bewerbungsfrist ist der 30. November 2023.
Veganer Trend in Europa: In Deutschland kommt Milch-Ersatz aus Pflanzen am besten an
7. August 2023
Deutschland besitzt den aktivsten Markt, Südeuropa wünscht sich mehr Vielfalt, und den Menschen in Polen sind Molkerei-Ersatzprodukte zu teuer, so eine aktuelle Studie der Uni Hohenheim
Mit der richtigen Ernährung die Nieren schützen
5. August 2023
Die chronische Nierenkrankheit ist häufig. Durch eine rechtzeitige medikamentöse Therapie kann sie aber wirksam behandelt werden, so dass vielen Betroffenen die Dialyse erspart bleibt. Auch die Ernährung spielt eine Rolle, wenn es um den Erhalt der Nierenfunktion geht. Die Faustformel dafür lautet: „Gesunde ballaststoffreiche Mischkost, frisch zubereitet, und zwar aus Zutaten, die nicht industriell verarbeitet wurden.“ Ob vegan, vegetarisch oder flexitarisch, ist egal. Salz und Phosphate sollten weitgehend reduziert werden.
Auf den Spuren der Ursprünge des Lebens
5. August 2023
Moleküle können aktive Cluster bilden, die Stoffwechselprozesse katalysieren, indem sie selbsterzeugten Konzentrationsgradienten folgen. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation (MPI-DS). Ihr Modell beschreibt die Selbstorganisation von Molekülen, die an Stoffwechselwegen beteiligt sind und fügt so der Theorie über den Ursprung des Lebens einen möglichen neuen Mechanismus hinzu. So lässt sich besser verstehen, wie an komplexen biologischen Netzwerken beteiligte Moleküle, dynamische und funktionale Strukturen bilden können. Die Ergebnisse bieten einen Ansatzpunkt für weitere Experimente zur Entstehung des Lebens.
Exploring the origins of life
5. August 2023
Catalytic molecules can form metabolically active clusters by creating and following concentration gradients – this is the result of a new study by scientists from the Max Planck Institute for Dynamics and Self-Organization (MPI-DS). Their model predicts the self-organization of molecules involved in metabolic pathways, adding a possible new mechanism to the theory of the origin of life. The results can help to better understand how molecules participating in complex biological networks can form dynamic functional structures, and provide a platform for experiments on the origins of life.
How the hospital pathogen Acinetobacter baumannii quickly adapts to new environmental conditions
4. August 2023
Hospital-acquired infections are often hard to treat because the corresponding pathogens become increasingly resistant against antibiotics. Here, the bacterium Acinetobacter baumannii is particularly feared, and there is great pressure to devise novel therapeutic approaches to combat it. Bioinformaticians from Goethe University Frankfurt and Research Unit FOR2251 of the German Research Foundation have now detected an unexpectedly wide diversity of certain cell appendages in A. baumannii that are associated with pathogenicity. This could lead to treatment strategies that are specifically tailored to a particular pathogen.
So passt sich der Krankenhauskeim Acinetobacter baumannii schnell an neue Umweltbedingungen an
4. August 2023
Im Krankenhaus erworbene Infektionen sind oft besonders schwer zu behandeln, weil die Erreger Resistenzen gegen gängige Antibiotika aufweisen. In dieser Hinsicht besonders gefürchtet ist das Bakterium Acinetobacter baumannii, für dessen Bekämpfung unter großem Druck neue Therapieansätze gesucht werden. Bioinformatiker der Goethe-Universität und der Forschergruppe FOR2251 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) haben nun innerhalb von A. baumannii eine unerwartet große Diversität bestimmter Zellanhänge nachgewiesen, die mit der Pathogenität im Zusammenhang stehen. Daraus könnten Behandlungsstrategien resultieren, die spezifisch auf einen bestimmten Keim zugeschnitten sind.