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Pflanzen schalten bei Starklicht sofort um
Pflanzen reagieren auf grelles Sonnenlicht nicht erst nach Stunden, sondern innerhalb weniger Minuten. Forschende der Universität Bielefeld und der Australian National University haben einen neuen Signalweg entdeckt, mit dem Pflanzen ihre Proteinproduktion direkt anpassen, noch bevor Gene im Zellkern ihre Aktivität ändern. Die Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven für klimaresistente Nutzpflanzen. Die wichtigsten Fakten im Überblick: • Pflanzen regulieren bei Starklicht binnen zehn Minuten gezielt ihre Proteinproduktion. • Kurze Abschnitte der Boten-RNA wirken dabei als molekulare Schalter. • Der Mechanismus könnte helfen, Kulturpflanzen widerstandsfähiger gegen Klimastress zu machen. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Plants switch immediately under high light
Plants do not wait hours to respond to intense sunlight—they react within minutes. Researchers at Bielefeld University and the Australian National University have discovered a new signaling pathway that enables plants to directly adjust their protein production before genes in the cell nucleus change their activity. The findings open new perspectives for climate-resilient crops. Key facts at a glance: Under high light, plants specifically regulate their protein production within ten minutes. Short sequence elements in the messenger RNA act as molecular switches. The mechanism could help make crops more resilient to climate stress. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Online-Talk “DGBfb in der Praxis” am 23.9.: Biofeedback in der Entspannungspraxis
Am Vorabend ihrer 25. Jahrestagung lädt die Deutsche Gesellschaft für Biofeedback e.V. zu einer neuen Ausgabe ihres Online-Talk-Formats “DGBfb in der Praxis”: Am 23. September wird es ab 19 Uhr um die Arbeit mit Biofeedback in der Entspannungstherapie gehen. Die Teilnahme ist kostenfrei, Anmeldung per E-Mail an veranstaltung@dgbfb.de Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Warm nights and ill premature babies?
A study from Hanover investigates the spread of Klebsiella in the neonatal intensive care unit. Premature babies in the intensive care unit are particularly at risk of becoming infected with potentially pathogenic bacteria. A team of doctors in Hanover has now investigated which external factors play a role in this. They concluded that climatic conditions have an influence. The study was led and designed by Dr Leonard Knegendorf, a clinician-scientist at TWINCORE, the Centre for Experimental and Clinical Infection Research. The findings were published in the scientific journal „Antimicrobial Resistance & Infection Control“. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Neuer Hitzeindikator im RKI-Dashboard: AKTIN-Infrastruktur aus Magdeburg und Aachen liefert wichtige Datengrundlage
Routinedaten aus deutschen Notaufnahmen ermöglichen künftig eine zeitnahe Beobachtung gesundheitlicher Folgen extremer Hitze Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Warme Nächte und kranke Frühgeborene?
Studie aus Hannover untersucht die Ausbreitung von Klebsiella auf der Neugeborenen-Intensivstation. Frühgeborene auf der Intensivstation sind besonders gefährdet, sich mit potenziell krankmachenden Bakterien zu infizieren. Ein Team von Ärztinnen und Ärzten hat nun in Hannover untersucht, welche externen Faktoren hierfür eine Rolle spielen. Sie kamen zu dem Schluss, dass klimatische Bedingungen einen Einfluss haben. Die Studie wurde von Dr. Leonard Knegendorf, Clinician Scientist am TWINCORE, Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung, geleitet und konzipiert. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Antimicrobial Resistance & Infection Control“ veröffentlicht. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Schon wirbellose Tiere können sich auf Krankheitserreger anpassen
Meeresbiologie: Veröffentlichung in Nature Communications Forschende der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und der Universität Kiel untersuchten die Funktion des Immunsystems in einem einfachen Tier, einer Seeanemone. Sie entdeckten, dass das Immunsystem dieser Tiere in der Lage ist, zwischen verschiedenen Mikroorganismen gezielt zu unterscheiden und damit nützliche gegenüber schädlichen Bakterien zu fördern – eine Fähigkeit, die bisher nur Wirbeltieren zugeschrieben wurde. Eine wichtige Rolle dabei spielen die „Nematosomen“, wie die Forschenden nun in der Fachzeitschrift Nature Communications beschreiben. Die Ergebnisse sind im Sonderforschungsbereich SFB 1182 entstanden. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Erwachsen mit angeborenem Herzfehler? Mach den lebenswichtigen EMAH-Check!
Lebenswichtige Nachsorge unterbleibt häufig: Viele Erwachsene mit angeborenem Herzfehler (EMAH) nehmen nicht den wichtigen regelmäßigen Herz-Check-up wahr. Auch ihre medizinische Versorgung ist oft unzureichend. EMAH-Patientengruppe wächst auf über 350.000 Betroffene in Deutschland. Start bundesweiter EMAH-Informationskampagne Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Genes Follow Precise Switching Rules
Inside the cell nucleus, genes must be turned on and off with precision to regulate biological processes. The first models of gene regulation were developed in the 1960s, yet modern science continues to uncover new layers of control. A new study involving researchers from the Institute of Science and Technology Austria (ISTA), the Institut Pasteur, and Princeton University, published in PNAS, now suggests that genes obey an optimal switching principle—random at any given moment, yet precise on average. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Exzellente Doktorandenschmiede für die Lebenswissenschaften – 20 Jahre Ulmer Graduiertenschule für Molekulare Medizin
Sie ist ein einzigartiges Erfolgsmodell für die Doktorandenausbildung in den Lebenswissenschaften: die „International Graduate School in Molecular Medicine Ulm“ (IGradU). Ende Juni feierte sie ihr 20-jähriges Bestehen mit einem Blick zurück und nach vorn. Eine Alumni Hall of Fame und Videobotschaften ehemaliger Absolventinnen und Absolventen zeigten, welchen Weg viele nach ihrer Promotion eingeschlagen haben – in der Wissenschaft ebenso wie in der Industrie, einige inzwischen als Professorinnen und Professoren oder in anderen Führungspositionen, und zwar im In- und Ausland. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Gene folgen präzisen Schaltregeln
Im Zellkern müssen Gene präzise an- und ausgeschaltet werden, um biologische Prozesse zu steuern. Erste Modelle zur Genregulierung haben Wissenschafter:innen bereits in den 1960er-Jahren entworfen. Doch moderne Forschung findet immer wieder neue Ebenen, auf denen Zellen diese Prozesse kontrollieren. Eine neue Studie mit Beteiligung des Institute of Science and Technology Austria (ISTA), des Institut Pasteur und der Princeton University, veröffentlicht in PNAS, legt nun nahe: Gene folgen einem konstanten optimalen Schaltprinzip – zufällig im einzelnen Moment, aber präzise im statistischen Durchschnitt. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Wenn Arten fliehen müssen – Vorhersagemodelle unterschätzen klimawandelbedingte Aussterberisiken
Der Klimawandel bedroht viele Tier- und Pflanzenarten nicht nur, wenn aufgrund klimatischer Veränderungen ihre Lebensräume verschwinden, sondern auch dann, wenn sie sich „nur“ verlagern. Ein Forschungsteam der Universität hat gezeigt: Ob die Lebensräume der Arten verschwinden oder sich verschieben, hat einen Einfluss darauf, wie gut verschiedene Modelle das Aussterberisiko vorhersagen können. Diese Erkenntnis spiegele sich aber in den aktuellen Standardverfahren zur Abschätzung des Aussterberisikos nicht wider. Da die frühzeitige Identifizierung gefährdeter Arten für rechtzeitige Schutzmaßnahmen von entscheidender Bedeutung sei, müsste dieses Vorgehen dringend überarbeitet werden. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Wald als Gesundheitsinfrastruktur
Wald gewinnt als Teil der Gesundheitsversorgung zunehmend an Bedeutung. Zugleich wächst der gesellschaftliche Bedarf, Wald stärker als Gesundheitsinfrastruktur zu verstehen und für Prävention, Gesundheitsförderung und Therapie nutzbar zu machen. Die Potenziale für Forstwirtschaft, Medizin und Therapie sowie notwendige Rahmenbedingungen diskutierten rund 35 Fachakteurinnen und Fachakteure aus Forstwirtschaft, Medizin, Waldtherapie und Wissenschaft aus Brandenburg und benachbarten Bundesländern beim Workshop „Waldgestützte Gesundheitsinterventionen – Chancen und Herausforderungen für die Forstwirtschaft in Brandenburg“ an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE). Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Handbuch Kreislauffähige Wertschöpfung als Druckversion erschienen: Kreisläufe schaffen Wert
Rohstoffe werden knapp, Lieferketten bleiben anfällig, Abfälle kosten Geld, Regularien werden verschärft. Das von Fraunhofer IPA und Fraunhofer IAO mitherausgegebene »Handbuch Kreislauffähige Wertschöpfung« zeigt, wie Unternehmen Produkte länger nutzen, Materialien zurückführen und neue Geschäftsmodelle entwickeln können. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
BIÖG: So kommen Sie sicher und gesund durch die nächste Hitzewelle – Tipps für extrem heiße Tage
Von Kopfschmerzen und Schlafstörungen bis zum Hitzschlag: Extreme Temperaturen können den Körper stark belasten und im schlimmsten Fall tödlich sein. Schätzungen zufolge sind bisher etwa 5.100 Menschen infolge der Extremhitze in 2026 in Deutschland gestorben. Durch den Klimawandel werden Hitzewellen, Temperaturrekorde und sogenannte Tropennächte häufiger. Umso wichtiger ist es, sich rechtzeitig zu schützen und besonders gefährdete Personen im Blick zu behalten. Um Menschen dabei zu helfen, gut und sicher durch heiße Tage zu kommen, hat das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit praktische Empfehlungen zum Hitzeschutz zusammengestellt. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
SARS-CoV-2: Neue Hinweise auf mögliche Ursachen von Long-COVID-Fatigue
Warum empfinden manche Menschen noch lange nach einer COVID-19-Erkrankung starke Erschöpfung? Eine bevölkerungsbasierte Beobachtungstudie mit 750 Erwachsenen zeigt, dass ein kleiner Teil der Betroffenen (ca. 2-3%) eine Kombination aus Selenmangel oder niedrigen Spiegeln des Selen-Transportproteins Selenoprotein P (SELENOP) und zusätzlich Autoantikörpern gegen SELENOP zeigt. Diese Kombinationen waren mit einem etwa doppelt so häufigen Auftreten anhaltender Fatigue verbunden. Die Ergebnisse wurden kürzlich von Forschenden der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und der Charité Universitätsmedizin Berlin in „Redox Biology“ veröffentlicht. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Mondstaub unter der Lupe: Künstliches Atemwegsmodell zeigt mögliche Risiken für künftige Mondmissionen
Forschende aus Magdeburg entwickeln ein menschennahes 3D-Modell der Atemwege und untersuchen erstmals, wie Mondstaub die Schutzmechanismen der Lunge beeinflusst. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Roots steer clear of plant rot: Newly identified ‘saprotropism’ helps roots avoid decaying plants — but not animal decay
Decaying matter shapes life in soil, but it can also create hostile zones for growing roots. Professor Jiří Friml of the Institute of Science and Technology Austria (ISTA) and international collaborators have now identified “saprotropism,” a root response that guides plants away from decaying plant-derived matter—but not animal-derived decay. The study, led by Yuzhou Zhang, Professor at Northwest A&F University in China and published in Science, reveals how roots adapt their growth direction by sensing local pH gradients around rot. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Neu entdeckter „Saprotropismus“ hilft Wurzeln, verrottendes Pflanzenmaterial zu meiden – tierische Verwesung aber nicht
Sich zersetzendes Material prägt das Leben im Boden, kann für wachsende Wurzeln aber auch lebensfeindliche Räume schaffen. Professor Jiří Friml vom Institute of Science and Technology Austria (ISTA) und internationale Kolleg:innen haben nun den „Saprotropismus“ identifiziert, eine Reaktion der Wurzeln, die Pflanzen von verrottendem pflanzlichem Material wegführt – nicht jedoch von tierischen Abfällen. Die Studie unter der Leitung von Yuzhou Zhang, Professor an der Northwest A&F University in China, wurde in Science veröffentlicht und zeigt, wie Wurzeln ihre Wachstumsrichtung anpassen, indem sie lokale pH-Gradienten rund um verrottendes Material wahrnehmen. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Hygiene und Infektionsschutz in der häuslichen Pflege: Unterschätzte Potenziale
Studie zur Infektionsprävention in der Laienpflege des Zentrums für Präventivmedizin und Digitale Gesundheit (CPD) der Medizinischen Fakultät Mannheim zeigt erhebliches Präventionspotenzial – und damit auch das Potenzial, Kosten erheblich zu senken. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Nano-Einblicke in die Stabilität von Knochen
Oberschenkelhalsknochen brechen nicht nur aufgrund mangelnder Knochendichte. Auch ihre Nanostruktur – die Orientierung der Kollagenfasern, aus denen Knochen bestehen – ist von Bedeutung. Das legen die Untersuchungen von Forschenden des Paul Scherrer Instituts PSI mithilfe eines neuen Röntgenverfahrens nahe. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom: Übersehene Zellen liefern Hinweise auf die Heilungschancen
Die Forschungsgruppe „Histologie“ am Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum hat ein einfaches, aber aussagekräftiges Zellmuster im Bindegewebe rund um den Tumor identifiziert, das wichtige Hinweise auf das Langzeitüberleben von Patientinnen und Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) liefert. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Cellular Metamorphosis: Scientists Uncover a Key Mechanism Behind Nerve Growth
DZNE researchers have uncovered a mechanism that determines why a neuron usually forms a single, long extension called “axon” – a phenomenon that is fundamental to how our brain functions. Contrary to the common view that external cues drive axon formation, the team of scientists comes to the conclusion that its growth originates primarily inside the cell. Their work, based on cell cultures and published in the journal “Nature” with collaborators from other institutions in Germany, Austria, and Japan, reveals how a neuron’s structure is remodeled to generate the axon. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Energieschub für künstliche Zellen
Eine synthetische Zelle nutzt Sauerstoff, um Energie für Kohlenstofffixierung bereitzustellen Forschende um Tobias Erb am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg haben eine „synthetisch-biologische Batterie“ entwickelt, die die Abhängigkeit synthetischer Stoffwechselwege von externen Energiequellen verringert. In Kombination mit einem CO₂-umwandelnden Reaktionsnetwork (CETCH) bezieht das integrierte System sowohl Energie als auch Kohlenstoff aus den beiden Hauptbestandteilen unserer Atmosphäre: Sauerstoff und Kohlendioxid (CO₂). Diese Studie ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer vollständig selbstversorgenden künstlichen Zelle für nachhaltige Biosynthesen. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Zelluläre Metamorphose: Forschende entdecken grundlegenden Mechanismus des Nervenwachstums
Forschende des DZNE haben einen Mechanismus entdeckt, der erklärt, warum Nervenzellen in der Regel nur einen einzigen langen, Ausläufer – das „Axon“ – entwickeln. Dieses Phänomen ist grundlegend für die Funktionsweise unseres Gehirns. Anders als allgemein angenommen, kommen die Fachleute zu dem Schluss, dass die Entstehung des Axons weniger von äußeren Einflüssen gesteuert wird, sondern hauptsächlich aus der Zelle selbst hervorgeht. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft