Lebende Lunge ersetzt Tierversuche

Die Lunge geschlachteter Schweine endet meist als Tierfutter oder wird gar entsorgt. Zwei Forschungsteams aus Medizin und Ingenieurwissenschaft haben an der Universität des Saarlandes ein Verfahren entwickelt, um solche „Schlachtabfälle“ als praxistaugliches und aussagekräftiges Lungen-Modell für die Forschung zu nutzen. Ziel ist es, Tierversuche zu ersetzen, zu reduzieren und diese sogar von deren Möglichkeiten und Aussagekraft her zu übertreffen. Die Mediziner halten die Lungen bis zu 24 Stunden stabil, was zuvor keiner anderen Gruppe weltweit gelungen ist. Die saarländische Landesregierung fördert die Forschung.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Study identifies key psychosocial stress factors in freight train driving

Long shifts, irregular working hours, high time pressure, and social isolation: the work of freight train drivers is both physically and mentally demanding. A better understanding of the specific work-related stresses faced by freight train drivers can help make the profession more sustainable and attractive in the long term. To this end, a research team at the Leibniz Research Centre for Working Environment and Human Factors in Dortmund (IfADo) studied 532 train drivers in Germany, examining how various psychosocial factors and their interactions influence well-being, performance, and safety.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Studie identifiziert zentrale psychosoziale Belastungsfaktoren im Güterzugverkehr

Lange Fahrten, atypische Arbeitszeiten, hoher Zeitdruck und soziale Isolation: Die Arbeit von Lokführerinnen und Lokführern im Güterzugverkehr ist körperlich wie psychisch stark fordernd. Ein besseres Verständnis der besonderen Arbeitsbelastungen von Lokführerinnen und Lokführern im Güterzugverkehr kann dazu beitragen, den Beruf langfristig attraktiv zu gestalten. Ein Forschungsteam am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung in Dortmund (IfADo) hat daher die Situation von 532 Lokführern in Deutschland untersucht – mit Blick darauf, wie sich verschiedene psychosoziale Faktoren und ihre Wechselwirkungen auf Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Sicherheit auswirken.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Grünlandschmetterlinge – wichtige Indikatoren für den Zustand der Natur

Ein Ziel der 2024 in Kraft getretene EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur ist es, den Artenschwund zu stoppen und wichtige Ökosystemleistungen von Agrarlandschaften zu erhalten. Unter Federführung des UFZ wurde nun ein Index der Grünlandschmetterlinge für Deutschland berechnet – ein in der EU-Verordnung vorgeschlagener Indikator für den Zustand der Biodiversität. Die in Nature Conservation veröffentlichten Ergebnisse zeigen vor allem für die letzten Jahre einen negativen Trend. Für ihre Berechnungen konnten die Forschenden auf die 4 Millionen Beobachtungsdaten zurückgreifen, die in den letzten 20 Jahren im Rahmen des „Tagfalter-Monitoring Deutschland“ am UFZ gesammelt wurden.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Altersgrenze von 70 Jahren wird für Anwaltsnotarinnen und -notare aufgehoben

Am 25. März 2025 verhandelte das Bundesverfassungsgericht die Klage eines Juristen aus Nordrhein-Westfalen gegen die in der Bundesnotarverordnung festgelegte Altersgrenze von 70 Jahren für Notar*innen. Zur Einschätzung hatte das Gericht Stellungnahmen von Alterswissenschaftler*innen erbeten, unter anderem vom Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA). Heute verkündete das Bundesverfassungsgericht das Urteil: Die Altersgrenze für Anwaltsnotar*innen ist unzulässig; die mit der Verfassung unvereinbar erklärten Regelungen der Bundesnotarordnung sind nur noch bis zum 30. Juni 2026 anwendbar.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Schwarze Witwen locken Männchen mit „Käsefuß“-Geruch

Schwarze Witwen (Latrodectus hesperus) setzen bei der Partnersuche auf eine einzigartige Duftstrategie, so eine neue Forschungsstudie von Greifswalder und kanadischen Forscher*innen. Ein chemisches Pheromon zerfällt langsam auf dem Netz der Weibchen zu einem wochenlang wirkenden Lockstoff, der Männchen anzieht und ihr Balzverhalten steuert.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

IPK-Forschungsteam entdeckt Schlüssel-Mutation für spätere Blüte der Gerste

Ein Forschungsteam unter Leitung des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) hat die entscheidende Mutation eines Gens (PPD-H1) entdeckt, das Gerste in Regionen mit langen Frühlingstagen später blühen lässt und damit letztlich höhere Erträge ermöglicht. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die für ihre Studie große Sammlungen von Wild- und domestizierter Gerste analysierten, konnten auch zeigen, dass die Mutation erst nach der Domestizierung in der südlichen Levante aus der Wildgerste hervorging und damit frühere Annahmen zum Ursprungsort widerlegen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Theoretical and Applied Genetics“ veröffentlicht.

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Fraunhofer ITEM receives AAALAC accreditation

The Fraunhofer Institute for Toxicology and Experimental Medicine ITEM has now been officially accredited by AAALAC International (Association for Assessment and Accreditation of Laboratory Animal Care International). This underlines the institute’s commitment to a responsible, ethical, and humane use of animals in research – going beyond legal requirements.

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Mutation in nicht-kodierender DNA verschlechtert Leukämie-Prognose – Unbekannter Krankheitsmechanismus aufgedeckt

Warum verläuft Blutkrebs bei manchen Betroffenen besonders aggressiv? Forschende am Universitätsklinikum Ulm haben eine Mutation im sogenannten NOTCH1-Gen entdeckt, die den Verlauf der Chronischen Lymphatischen Leukämie (CLL) entscheidend beeinflusst. Das Besondere ist, dass diese Veränderung im nicht-kodierenden Bereich des Gens liegt. Die Mutation könnte künftig als Marker für eine rechtzeitige Behandlung von Erkrankten dienen. Die Ergebnisse wurden im renommierten Fachjournal Blood veröffentlicht und zeigen: Bislang wenig beachtete DNA-Abschnitte spielen eine viel größere Rolle für das Verständnis von Krankheiten, als gedacht.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Rechte stärken heißt Armut bekämpfen

Das Recht, selbstbestimmt über die eigene Sexualität und Familienplanung entscheiden zu können, ist ein zentraler Hebel für die Bekämpfung von Armut. Das zeigt die heute veröffentlichte Studie „Rechte stärken, Armut beenden“, herausgegeben von der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) und dem Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Drogenaffinitätsstudie 2025: Trends zum Cannabiskonsum

Bei Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren hat sich der Cannabiskonsum in den vergangenen zehn Jahren kaum verändert: Die aktuelle Drogenaffinitätsstudie 2025 des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) stellt ausgewählte Entwicklungen und Trends zum Cannabiskonsum junger Menschen in Deutschland vor. Der Bericht ordnet die neuen Zahlen und Erkenntnisse in den Kontext der vergangenen Jahre ein.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

DANK feiert 15 Jahre – und mahnt zu mehr Tempo gegen nichtübertragbare Krankheiten

Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) feiert in diesem Herbst ihr 15-jähriges Bestehen. Dem Wissenschaftsbündnis, das 2010 im Rahmen des ersten UN-Gipfels gegen nichtübertragbare Krankheiten von sechs Organisationen gegründet wurde, gehören inzwischen 23 wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaften, Verbände und Einrichtungen an, die mit starker Stimme für mehr Maßnahmen der Verhältnisprävention in Deutschland sprechen.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Bluthochdruck besser verstehen mit YouTube-Videos: Mythen, Forschung und Tipps bei HochdruckTV

Ein konstant zu hoher Blutdruck ist ein wesentlicher Risikofaktor für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Da etwa 30 Prozent der Menschen mit Bluthochdruck nichts von ihrer Erkrankung wissen, ist die Aufklärung über Ursachen, Risiken und Präventionsmöglichkeiten sehr wichtig. In leicht verständlichen, wissenschaftlich fundierten YouTube-Videos geht die Deutsche Hochdruckliga nun diese Aufgabe an.

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A recipe from two eras: How conifers ward off their enemies

Conifers protect themselves with resin. This resin contains diterpenes, which act as defenses against pests. Researchers at the Max Planck Institute for Chemical Ecology and Iowa State University have shown that some of these diterpenes existed before conifers evolved, while others developed independently in different tree species at a later stage, presumably to protect against bark beetles. A key factor in this process is a mechanism known as ‚epistasis‘, whereby earlier genetic changes pave the way for new traits. These findings enhance our understanding of plant defense mechanisms and could lead to more sustainable plant protection methods.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Ein Rezept aus zwei Epochen: Wie Nadelbäume Borkenkäfer abwehren

Nadelbäume schützen sich mit Harz. Dieses enthält Diterpene als Abwehrstoffe gegen Schädlinge. Forschende am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie und der Iowa State University zeigen, dass einige dieser Diterpene bereits vor der Evolution der Nadelbäume existierten, während sich andere erst später in verschiedenen Baumarten unabhängig voneinander entwickelten – vermutlich zum Schutz vor Borkenkäfern. Ein wichtiger Faktor dafür ist der als „Epistase” bezeichnete Mechanismus, demzufolge frühere genetische Veränderungen den Weg für neue Merkmale ebnen. Die Erkenntnisse vertiefen das Verständnis der pflanzlichen Abwehr und können zu einem nachhaltigeren Pflanzenschutz beitragen.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

New startup Biophelion: Using fungi to produce sustainable platform chemicals

Extracting new valuable materials from industrial waste – that’s what the latest spin-off from Leibniz-HKI, the biotech startup Biophelion, is working on.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Neues Startup Biophelion: Mit einem Pilz für nachhaltige Plattformchemikalien

Aus industriellen Abfällen neue Wertstoffe gewinnen – daran arbeitet die jüngste Ausgründung aus dem Leibniz-HKI, das Biotech-Startup Biophelion

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Klinische Genetik unter neuer Leitung mit bewährter Stärke in Versorgung und Forschung

Prof. Diana Le Duc ist neue Leiterin des Instituts für Klinische Genetik am Universitätsklinikum Dresden. | Die international anerkannte Expertin bringt umfassende Erfahrung in der genetischen Diagnostik und Erforschung Seltener und Onkologischer Erkrankungen mit. | Ihr Fokus liegt auf innovativen molekulargenetischen Methoden, Genomforschung und der Entwicklung neuer Strategien für personalisierte Medizin.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Woche der Wiederbelebung 2025 gestartet – DGAI ruft zum Mitmachen auf

Nürnberg. Vom 22. bis 28. September 2025 findet bundesweit die Woche der Wiederbelebung statt. Die Aktionswoche wurde 2012 von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) gemeinsam mit dem Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten e.V. (BDA) ins Leben gerufen und steht seither jedes Jahr unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit. Sie ist ein zentraler Bestandteil der Kampagne „Ein Leben retten“, mit der DGAI und BDA die Bevölkerung motivieren wollen, bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand beherzt einzugreifen. Im Mittelpunkt steht dabei die einfache Formel: Prüfen – Rufen – Drücken.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Grauer-Star-OP trotz altersabhängiger Makuladegeneration – Wann man besser Monofokallinsen wählen sollte

Grauer Star und altersabhängige Makuladegeneration (AMD) gehören im fortgeschrittenen Lebensalter zu den häufigsten Augenerkrankungen überhaupt und treten zunehmend zusammen auf. Millionen Eingriffe erfolgen jedes Jahr. Doch in Bezug auf die Frage, ob eine Grauer-Star-Operation eine AMD womöglich verschlechtert, herrscht in der Praxis große Verunsicherung. Professorin Dr. med. Amelie Pielen kennt die Bedenken von Betroffenen, Ärztinnen und Ärzten und gibt auf der Pressekonferenz anlässlich des Kongresses der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft e.V. (DOG) auf Basis neuer Studiendaten klare Antworten auf die wichtigsten Fragen zu diesem Thema.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Hummeln bestäuben Lindenblüten seit 24 Millionen Jahren

Fossilien belegen uralte Bestäuber-Pflanzen-Interaktion

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Leben ohne Sex: Groß angelegte Studie zeigt Faktoren auf, die Sexlosigkeit bis ins hohe Erwachsenenalter beeinflussen

Wie kommt es, dass manche Menschen selbst im hohen Erwachsenenalter noch nie Sex hatten? Dieser Frage ist ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik (MPIEA) in Frankfurt am Main nachgegangen. In der bislang größten Studie zu Menschen ohne sexuelle Erfahrung fanden die Forscher:innen heraus, dass Jungfräulichkeit im höheren Alter auf eine komplexe Mischung aus psychologischen, sozialen und genetischen Faktoren zurückzuführen ist. Die Arbeit wurde kürzlich in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

When Sex Never Happens: Large-Scale Study Identifies Factors Associated with Virginity in Older Adults

Why do some people never have sex, even later in life? An international research team involving the Max Planck Institute for Empirical Aesthetics (MPIEA) in Frankfurt am Main, Germany, set out to answer this question. The largest study to date of people without sexual experience found that virginity in older age is linked to a complex mix of psychological, social, and genetic factors. The paper was recently published in the journal PNAS.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Wenn die Lunge versteinert

– Lungenfibrose: Frühe Diagnose und strukturierte Versorgung sind entscheidend
– Forschung: Neue Therapieansätze wecken Hoffnung auf bessere Prognose
– Weltlungentag am 24. September: Aufklärung ist wichtig

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Zum Weltkindertag: Mehr Aufklärung über Depression in Schulen nötig

Ein bis zwei Schülerinnen und Schüler pro Klasse an Depression erkrankt / kostenfreie Wanderausstellung und Informationsmaterial

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft