Unterschiedliche evolutionäre Kräfte formen das menschliche Skelett

Das Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen untersucht Skelettmerkmale als möglichen Ersatz für DNA-Analysen

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Artenvielfalt in Gewässern im Zangengriff

Veröffentlichung eine europaweiten Studie zur Biodiversitätsentwicklung in Gewässern im renommierten Wissenschaftsjournal Nature unter Beteiligung des Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier. Die Studie wertet Gewässerdaten aus 22 europäischen Ländern über einen Zeitraum von 1968 bis 2020 aus.

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Nach anfänglicher Erholung: Artenvielfalt in europäischen Flüssen stagniert

Langzeitstudie zeigt, dass der Aufschwung der europäischen Süßwasser-Biodiversität seit den 2010er Jahren ins Stocken geraten ist.
Senckenberg-Forschende haben gemeinsam mit einem großen internationalen Team anhand wirbelloser Tiere den Zustand und die Entwicklung der Biodiversität in europäischen Binnengewässern im renommierten Fachjournal „Nature“ vorgestellt. In ihrer heute erschienenen Studie zeigen sie, dass die biologische Vielfalt in Flusssystemen aus 22 europäischen Ländern über einen Zeitraum von 1968 bis 2020 deutlich angestiegen ist. Das Wissenschaftler*innen-Team warnt jedoch, dass dieser positive Trend seit 2010 stagniert und fordern daher zusätzliche Maßnahmen.

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Älteste lebende Landpflanze: Angepasst an Extreme und vom Klimawandel bedroht

– Eine Studie unter Leitung von Wissenschaftlern aus Freiburg und Peking hat die Anpassungen des Mooses Takakia an das Hochgebirge charakterisiert und dokumentiert dessen Populationsrückgang.
– Takakia ist im Himalaya extremen Bedingungen wie Frost und hoher UV-Strahlung ausgesetzt. Die aktuelle Studie identifiziert die Anpassungen, die es vor diesen extremen Umwelteinflüssen schützt, und rekonstruiert deren Evolution.
– Takakia ist die älteste noch lebende Gattung der Landpflanzen. Ein Vergleich mit Fossilien zeigt, dass ihr Aussehen seit mindestens 165 Millionen Jahren unverändert ist. Im Rahmen der Studie wurde das Genom von Takakia lepidozioides zum ersten Mal vollständig sequenziert.

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Ein neuer Verbündeter im Kampf gegen Hirnerkrankungen: Unser eigener Schädelknochen

Alzheimer, Schlaganfall, Multiple Sklerose und andere neurologische Erkrankungen verursachen schwere Schäden durch Immunzell-vermittelte Entzündung, die Neuroinflammation. Diese Entzündungen richtig zu behandeln ist eine bedeutsame medizinische Herausforderung, da das Gehirn durch den Schädelknochen und die zusätzlichen, umgebenden Membranen geschützt ist, wodurch der Zugang zum Gehirn für Behandlungsansätze reduziert ist.

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A New Ally in Fighting Brain Diseases: Our Very Own Skull

Alzheimer’s, stroke, multiple sclerosis and other neurological diseases cause severe damage due to neuroinflammation mediated by immune cells. Managing this inflammation poses a significant medical challenge because the brain is protected by the skull and additional surrounding membranes that make the brain less accessible for treatment approaches.

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Wann digitaler Stress auch positiv sein kann

Stress durch Apps, E-Mails, ständige Benachrichtigungen – die Universitäten Augsburg, Bamberg, Erlangen-Nürnberg, München (LMU) und Würzburg haben in einem gemeinsamen Forschungsverbund vier Jahre lang zum gesunden Umgang mit digitalen Technologien und Medien geforscht. ForDigitHealth präsentiert seine Ergebnisse sowohl in wissenschaftlichen Publikationen wie auch einem verständlichen Online-Wegweiser für die Öffentlichkeit.

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Unit Dose: Mehr Sicherheit in der Arzneimitteltherapie

HDZ NRW etabliert mit „Unit Dose“ jetzt modernste Technik zur Medikamentenversorgung

Die Unit-Dose-Herstellung der Zentralapotheke am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, ist der erste große Baustein verschiedener Digitalisierungs-vorhaben, die im Sinne des Krankenhauszukunftsgesetzes am Bad Oeynhausener Spezialklinikum bis Ende 2024 umgesetzt werden. Von dieser neuen automatisierten Medikamentenversorgung profitieren vor allem die Patienten und das Pflegepersonal. Die Innovation wurde über ein Jahr lang sorgfältig vorbereitet.

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Wie Perlen auf einer Kette: ein neues Modell der DNA-Verteilung

Wenn sich Zellen teilen, sind die präzise Aufteilung der Erbinformation und zuverlässige Vererbung ringförmiger DNA (Plasmide) entscheidend. Ein Forscherteam um Dr. Seán Murray vom Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie hat eine Computersimulation entwickelt, die den Schlüsselmechanismus dieses Vorgangs erklärt. Die Arbeiten ebnen den Weg für experimentelle Untersuchungen und zeigen grundlegende biochemische Prinzipien auf, die auch für die Synthetische Biologie und medizinische Anwendungen relevant sein können.

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Klimawandel bedroht Polardorschbestände in der Arktis

Der Polardorsch ist der am häufigsten vorkommende Fisch im Arktischen Ozean. Er ist wichtige Nahrungsgrundlage für arktische Meeressäuger und spielt bei der Selbstversorgung der Inuit eine wichtige Rolle. Ein internationales Studienteam, darunter auch Forschende des Alfred-Wegener-Instituts, hat nun die wichtigsten wissenschaftlichen Arbeiten zum Polardorsch der vergangenen Jahrzehnte ausgewertet. Das Fazit: Vor allem der bereits weit fortgeschrittene Rückgang der arktischen Meereisbedeckung in Folge des menschengemachten Klimawandels könnte sich erheblich auf die künftige Verbreitung der Art auswirken. Die Studie wurde im Fachmagazin Elementa: Science of the Anthropocene veröffentlicht.

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Tschechien und Bayern forschen gemeinsam zu Wildtierparasit

Jedes fünfte untersuchte adulte Stück Rotwild im Bayerischen Teil des Projektgebiets war vom Großen Amerikanischen Leberegel befallen. Im Nationalpark Šumava war sogar mehr als jedes vierte adulte Stück infiziert. Dies ergab ein grenzübergreifendes Forschungsprojekt der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in Kooperation mit den Nationalparken Bayerischer Wald und Šumava (Tschechien) sowie dem Forstbetrieb Neureichenau der Bayerischen Staatsforsten. Das Projekt widmete sich sowohl der Frage der Verbreitung des eingeschleppten Parasiten, als auch seinen Auswirkungen auf Wildtiere im Böhmerwald-Ökosystem.

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Unlocking the power of citizen science to monitor health and wellbeing targets

IIASA researchers and experts at the World Health Organization (WHO) have conducted a systematic review of health and wellbeing-related indicators, as well as citizen science initiatives, to explore the potential of citizen science for mobilizing action toward the achievement of health and wellbeing related targets of the Sustainable Development Goals (SDGs) and the WHO’s Triple Billion Targets.

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Satelliten dokumentieren Auswirkungen von Hitzewellen auf Pflanzen

Wie sich Dürreperioden auf das Photosynthese-Verhalten von Pflanzen im Tagesverlauf auswirken, zeigt eine neue wissenschaftliche Studie. Demnach verschieben Pflanzen in ohnehin trockenen Gebieten ihre CO2-Aufnahme während einer Hitzewelle zunehmend in die Morgenstunden und verringern die Photosynthese am Mittag und Nachmittag. Die Forschenden werteten für die Studie Daten von neuartigen geostationären Satelliten aus, die unter anderem während einer Hitzewelle in den USA im Jahr 2020 aufgenommen wurden.

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Stiftung-Schmieder-Preis 2023: Zwei Studentinnen der Universität Konstanz ausgezeichnet

Sabrina Disch und Charlotte Lott, beide Studentinnen an der Universität Konstanz, wurden mit dem Stiftung-Schmieder-Preis 2023 ausgezeichnet. Überreicht wurde der Preis am 12. Juli 2023 im Rahmen des „dies academicus“ an der Universität Konstanz von Lisa Sophia Friedrich, Geschäftsführerin der Kliniken Schmieder und Vorstandsmitglied der gemeinnützigen Stiftung Schmieder für Wissenschaft und Forschung sowie des Lurija Instituts.

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Always in the flow

In the 1980s, the Elbe estuary had largely lost its function as an estuarine filter due to heavy metal pollution. After decades, the estuary was able to recover from this, as a team led by doctoral student Louise Rewrie from the Helmholtz-Zentrum Hereon has discovered by measuring carbon and other parameters. Only in the last few years have biogeochemical processes in the Elbe River Estuary resumed naturally. The results recently appeared in the journal Limnology and Oceanography.

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Immer im Fluss

In den 1980er-Jahren hat die Elbmündung aufgrund der Schwermetallbelastung ihre Funktion als Mündungsfilter weitgehend verloren. Nach Jahrzehnten konnte sie sich davon erholen, hat ein Team um die Doktorandin Louise Rewrie vom Helmholtz-Zentrum Hereon durch Messung von Kohlenstoff und anderen Parametern herausgefunden. Erst seit wenigen Jahren laufen die biochemischen Prozesse in der Elbmündung wieder natürlich ab. Die Ergebnisse erschienen jüngst in der Zeitschrift Limnology and Oceanography.

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Medikament gegen schwere Lungenentzündungen: Zuckermolekül bringt RNA-Wirkstoff ans Ziel

Hinter Lungenschäden bei Erkrankungen wie Covid-19 stecken oft übermäßig aktive Immunzellen. Forschende der Technischen Universität München (TUM) haben einen RNA-Wirkstoff für ein Lungen-Spray entwickelt, der die Aktivität dieser Makrophagen genannten Zellen bremst. Ein neuer, zuckerbasierter Transportmechanismus bringt ihn besonders effektiv an sein Ziel.

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Niedrigere Entzündungsmarker unter Vitamin D-Supplementierung

Nach derzeitiger Studienlage geht die Vitamin D-Einnahme mit einer verringerten Krebssterblichkeit einher. Könnten entzündungshemmende Effekte des Vitamins die Ursache dafür sein? Eine am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) durchgeführte Metaanalyse ergab nun: Die Vitamin D-Einnahme senkt bei Menschen, die an Krebs oder Krebsvorstufen leiden, die Serumspiegel eines wichtigen Entzündungsmarkers.

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Molekularer Turmwächter

Wie ein Protein der Zelle bei Nährstoffmangel hilft

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Panzergröße: Wie sich Schildkröten in den letzten 200 Millionen Jahren entwickelten

Vielfalt der Körpergröße von Schildkröten untersucht.
Internationale Forschende, unter ihnen Dr. Gabriel Ferreira vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen, haben die bisher umfänglichste Datensammlung zu Körpergrößen von rezenten und fossilen Schildkröten zusammengestellt. In ihrer im Fachjournal „Ecology and Evolution“ erschienenen Studie stellt das Team fest, dass die Größe der Panzerträger nicht – wie häufig angenommen – mit den klimatischen Verhältnissen zusammenhängt. Vielmehr sei die Lebensweise der Tiere ausschlaggebend für ihre Größenentwicklung.

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The war-damaged urban environment in Kharkiv is fatal for bats: Loss of roosts and lethal traps in destroyed buildings

Russia’s war in the Ukraine has severe consequences not only for humans, it also has detrimental effects on populations of urban and semi-urban wildlife in the attacked cities and regions. Scientists from the Ukrainian Bat Rehabilitation Center recently examined the effects of war-related damages to buildings on urban populations of one important and widespread bat species, the Common Noctule (Nyctalus noctula), in the city of Kharkiv in north-eastern Ukraine.

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Die vom Krieg zerstörte städtische Umwelt in Charkiw ist für Fledermäuse tödlich

Verlust von Schlafplätzen und tödliche Fallen in zerstörten Gebäuden
Der russische Krieg in der Ukraine hat nicht nur schwerwiegende Folgen für die Menschen, sondern wirkt sich auch negativ auf die Populationen städtischer und halbstädtischer Wildtiere in den angegriffenen Städten und Regionen aus.

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Gedächtnis, Vergessen und soziales Lernen

Welche Faktoren dazu betrugen, dass Kultur und dabei insbesondere die Fähigkeit, voneinander zu lernen, während der Evolutionsgeschichte durch natürliche Selektion begünstigt wurde, wird in Fachkreisen seit Langem heftig debattiert. Forscherinnen am Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben nun ein erweitertes Simulationsmodell für die Evolution des sozialen Lernens entwickelt. Sie zeigen, dass das Zusammenspiel von Lernen, Erinnern und Vergessen die Bedingungen, unter denen sich soziales Lernen entwickeln kann, maßgeblich erweitert.

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Came to stay: How the herpes virus HCMV deceives its host cells

Once infected – always infected: Herpes viruses lie dormant in the body and can be reactivated by certain circumstances. The herpes virus HCMV is particularly widespread, yet despite its impact, well-tolerated and effective antiviral drugs or vaccinations do not exist. However, a team of researchers from FMP and Charité has now found out a lot about the interaction between HCMV and its host cells, which could also be useful for the development of antiviral agents. The paper has just been published in the journal „Nature Microbiology“.

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Gekommen, um zu bleiben: Wie das Herpesvirus HCMV seine Wirtszellen austrickst

Einmal infiziert – immer infiziert: Herpesviren schlummern im Körper und können durch bestimmte Umstände reaktiviert werden. Das Herpesvirus HCMV ist besonders weit verbreitet, gut verträgliche und effektive antivirale Medikamente oder Impfungen gibt es nicht. Doch ein Forscherteam von FMP und Charité hat jetzt einiges über die Interaktion zwischen HCMV und seinen Wirtszellen herausgefunden, was auch für die Entwicklung antiviraler Wirkstoffe nützlich sein könnte. Die Arbeit ist soeben im Fachmagazin „Nature Microbiology“ im erschienen.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft