Würzburger Forscher entdecken neuartige Entzündungsfunktion von Blutplättchen

Ein Team der Würzburger Universitätsmedizin hat das Verständnis der Thrombozytenbiologie grundlegend geändert. Es zeigt in Science, dass das Oberflächenprotein Integrin αIIbβ3 nicht nur ein Schlüsselmolekül der Blutgerinnung ist, sondern sich bei schwerwiegenden Krankheitsprozessen auch als pro-inflammatorischer Effektor agieren kann. αIIbβ3 schaltet sich um und dient als Baustein eines neuartigen Organells namens PITT (Platelet-derived Integrin- and Tetraspanin-rich Tethers). PITT wird freigesetzt, bleibt an der entzündeten Gefäßwand zurück und treibt die Entzündungsprozesse weiter an. Durch die Blockade von αIIbβ3 mit monoklonalen Antikörpern kann die Bildung von PITTs verringert werden.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Forschende entwickeln nebenwirkungsarmen therapeutischen Ansatz gegen aggressive Blutkrebs-Form

Forschende um Prof. Dr. Salih vom Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung am DKFZ-Partnerstandort Tübingen haben mit Förderung der Wilhelm Sander-Stiftung in Höhe von 528.000 € über 6 Jahre ein innovatives Immunzytokin (therapeutischer Antikörper mit einem daran gekoppelten Zytokin) entwickelt. Das „modifizierte Immunzytokin“ (MIC-Molekül) aktiviert gezielt Immunzellen gegen Leukämiezellen und kann die schwerwiegenden Nebenwirkungen vermeiden, die bisher verfügbare Immunzytokine auslösen. In Labor- und Tiermodellen zeigten die MIC -Moleküle eine starke und vor allem gezielte Immunaktivierung gegen die Leukämie – ein vielversprechender Schritt in Richtung klinische Anwendung.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Wie sich räuberische Aggression bei Fadenwürmern entwickelte

– Maschinelles Lernen macht klar unterscheidbare räuberische Verhaltenszustände bei einem mikroskopisch kleinen Wurm sichtbar.
– Zwei gegensätzlich wirkende chemische Botenstoffe im Gehirn, Octopamin & Tyramin, bestimmen, ob der Wurm angreift oder passiv bleibt.
– Im Laufe der Evolution wurden spezifische sensorische Neuronen umfunktioniert, um diese aggressive Jagdstrategie zu ermöglichen.
– Veränderungen in neuromodulatorischen Schaltkreisen, und nicht neue Nervenzellen, führten zur Entstehung räuberischer Aggression.
– Die in Nature veröffentlichte Studie zeigt, wie Veränderungen in neuromodulatorischen Schaltkreisen die Evolution räuberischer Aggression bei Fadenwürmern ermöglichten.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Vielfalt im Dorf, Ödnis auf der Wiese

Bayerische Wiesen sind laut einer neuen Studie der Universität Würzburg die eintönigsten Insekten-Habitate. Überraschend bieten Äcker und Siedlungen oft mehr Vielfalt als das Grünland.

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Afternoon naps clear up the brain and improve learning ability

Afternoon naps put the brain in a state ready for learning / Study shows the active role of short sleep phases in adjusting the strength of transmission between neurons

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Mittagsschlaf räumt im Gehirn auf und verbessert so die Lernfähigkeit

Mittagsschlaf schaltet das Gehirn in lernbereiten Zustand / Studie belegt aktive Rolle von kurzen Schlafphasen auf die Verknüpfung von Nervenzellen

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Knowledge Connector: bessere klinische Entscheidungen in der molekularen Präzisionsonkologie

Forschende am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg und am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) haben ein digitales Werkzeug entwickelt, das klinische Entscheidungen in der molekularen Präzisionsonkologie erheblich beschleunigt und verbessert. Der Knowledge Connector erlaubt die strukturierte und standardisierte Auswertung sehr umfangreicher molekularer Tumorprofile und macht sie schneller als bisher für personalisierte Therapieentscheidungen verfügbar. Im DKFZ/NCT/DKTK MASTER-Programm entstanden, ist der Knowledge Connector seit 2022 an mehreren NCT Standorten und weiteren Onkologischen Spitzenzentren im Einsatz.

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Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit stellt aktuelle Daten zur Studie Jugendsexualität vor

Jugendliche werden später sexuell aktiv – und verhüten sicher. Das zeigt die aktuelle Jugendsexualitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit. 2019 waren die meisten Jugendlichen mit 17 Jahren sexuell aktiv, heute meist mit 19. Bei der Verhütung zeigt sich die junge Generation verantwortungsbewusst. Lediglich sechs Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen gaben an, beim ersten Sex nicht verhütet zu haben. Die meisten verhüteten mit Kondom. Für die Studie wurden über 5.300 Jugendliche und junge Erwachsene befragt. Die Ergebnisse zeigen: Aufklärung wirkt – und stärkt junge Menschen in ihren Entscheidungen.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Aging Zoo Animals Threaten Long-Term Species Conservation Goals of Modern Zoos

Many mammal populations in European and North American zoos are aging – a trend that jeopardizes the long-term viability of so-called reserve populations and, with it, a core mission of modern zoos in global species conservation. This is the central finding of a new international study published on Wednesday in the journal PNAS.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

GFFA expert panel presented solutions for dealing with scarce water resources in agriculture for both China and Germany

In the panel discussion “Water, Food & Climate: Lessons from Sino-German Cooperation” on January 16, 2026, at the Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) in Berlin, German and Chinese experts discussed water scarcity, its impact on agriculture, and leading solutions which can be used as effective countermeasures in both countries.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

GFFA-Fachpodium: Lösungsansätze für Wasserknappheit in der Landwirtschaft in China und Deutschland

In der Podiumsdiskussion „Wasser, Ernährung & Klima: Erkenntnisse aus der deutsch-chinesischen Kooperation“ am 16. Januar 2026 auf dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) in Berlin erörterten deutsche und chinesische Expert:innen die Wasserknappheit, ihre Auswirkungen auf die Landwirtschaft sowie führende Lösungsansätze, die in beiden Ländern als wirksame Gegenmaßnahmen eingesetzt werden können.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Making human pancreatic acinar cells

Dresden researchers develop novel methods to create acinar cells, which are involved in the formation of pancreatic cancer.

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Gewinnung menschlicher Azinuszellen der Bauchspeicheldrüse

Dresdner Forschungsteam entwickelt neue Methoden zur Herstellung von Azinuszellen, die an der Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs beteiligt sind.

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Überraschende Entdeckung: Teil der Netzhaut von Vögeln funktioniert dauerhaft ohne Sauerstoff

Die inneren Schichten der Netzhaut von Vögeln werden durch anaerobe Stoffwechselprozesse mit Energie versorgt. Wie sie trotz dauerhaften Sauerstoffmangels funktionieren, berichtet ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Universität Oldenburg in der Zeitschrift Nature. Demnach liefert eine ungewöhnliche Struktur im Vogelauge, der sogenannte Augenfächer, die benötigte Glukose und transportiert Abfallprodukte ab. Die Studie widerlegt damit eine seit dem 17. Jahrhundert bestehende Annahme über die Funktion dieses mysteriösen Gewebes.

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Neurowissenschaften: Schutzmechanismus im weiblichen Gehirn entdeckt

FAU-Studie zeigt, wie ein Chromosom Erkrankungen abschwächt

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Süße Signale: Zuckerbeschichtete Sensoren im Körper erstmals erfolgreich nachverfolgt

Dem Biochemiker Benjamin Schumann und seinem Team ist es erstmals gelungen, komplexe Zucker-Protein-Strukturen im Körper zu analysieren und nachzuverfolgen. Diese sogenannten Proteoglykane helfen Zellen dabei, äußere Signale wahrzunehmen, ihr Wachstum zu steuern und auf ihre Umgebung zu reagieren. Die neu entwickelte Methode könnte künftig neue Ansätze für die Tumorforschung ermöglichen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Nature Chemical Biology“ veröffentlicht.

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Using lab-grown lung tumors as test subjects for tailored cancer therapies

Lung cancer varies widely from patient to patient, and that diversity makes it hard to find effective treatments. Researchers at the Berlin Institute of Health at Charité (BIH) have developed a method to evaluate multiple therapeutic approaches on patient-derived “tumoroids” – miniature tumors grown from tissue removed during surgery at Charité. By testing drug responses across these tumoroids, the team showed that therapeutic success depends on a complex interplay of tumor characteristics rather than a single factor. Their results suggest that tumoroid-based testing could help physicians tailor treatments to individual patients and improve clinical decision-making.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Lungentumoren aus dem Labor: Testobjekte für maßgeschneiderte Krebstherapien?

Lungenkrebs tritt häufig in individueller Form mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften auf. Ohne diese Eigenschaften zu kennen, ist eine wirksame Behandlung der Patient*innen schwierig. Forscher*innen des Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) haben jetzt ein Verfahren entwickelt, mit dem sie verschiedene Therapieansätze an sogenannten Tumoroiden testen können. Diese Mini-Tumoren haben sie aus Tumorproben gezüchtet, die Patient*innen im Rahmen von Operationen an der Charité entnommen wurden. Die Tests zeigen, dass ein komplexes Zusammenspiel der Eigenschaften eines Lungentumors den Erfolg der Therapie bestimmt, und können Ärzt*innen bei ihrer Behandlungsentscheidung unterstützen.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Neue Chancen dank moderner Therapien: Nierenscreening heute wichtiger denn je – CDK früh erkennen und Dialyse vermeiden

Die chronische Nierenkrankheit (CKD) galt lange als schleichend fortschreitend und kaum aufzuhalten. Mehrere aktuelle Studien zeigen nun: Dieses Bild ist überholt. Moderne medikamentöse Therapien können das Fortschreiten der Erkrankung deutlich bremsen – und in vielen Fällen sogar einen langfristigen Stillstand der Nierenschädigung erreichen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine frühzeitige Diagnose. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e. V. (DGfN) fordert daher ein konsequentes, modernes Nierenscreening – insbesondere bei Risikogruppen.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

How cities are changing social behaviour in urban animals

Cities profoundly shape how animals interact with one another. A new comprehensive review by researchers at Bielefeld University shows that urbanisation alters animal social behaviour – from mate choice to group living. The findings are striking and highly relevant for conservation and urban planning.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Digital media breaks can improve well-being

New study finds short-term mood benefits from intentional digital disconnection – while showing that external pressure to unplug can backfire

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„Lonis Weltraumreise“: interaktive Web-App unterstützt Kinder krebskranker Eltern

Technische Hochschule Augsburg und Universitätsklinikum Freiburg entwickeln digitale Lösung für Familien: Wenn ein Elternteil an Krebs erkrankt, stehen Familien vor der schwierigen Aufgabe, Kindern die Krankheit und ihre Behandlungsmöglichkeiten behutsam und verständlich zu erklären. Mit der neuen Web-App „Lonis Weltraumreise“ gibt es nun eine kindgerechte digitale Lösung, die Familien dabei unterstützt.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Städte verändern tierisches Sozialverhalten

Städte wirken massiv auf das soziale Miteinander von Tieren. Eine neue umfassende Übersichtsarbeit von Wissenschaftlerinnen der Universität Bielefeld zeigt: Urbanisierung verändert das tierische Sozialverhalten von der Wahl ihrer Partner*innen bis zum Zusammenleben in Gruppen. Die Ergebnisse sind eindrucksvoll und hochrelevant für Naturschutz und Stadtplanung.

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Vor Herz-Eingriff bei Kindern: Virtuelles Herz zum Anfassen

Mit Augmented Reality (AR) Eltern von Kindern mit angeborenen Herzfehlern die Angst vor Operationen nehmen: Um die Möglichkeiten eines originalgetreuen Herzhologramms zu untersuchen, startet ein interdisziplinäres Team der Kardiologie, Kinderherzchirurgie und Kinderkardiologie an den Universitätskliniken Heidelberg und Münster nun das von der Herzstiftung geförderte „HoloHeart“-Projekt.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

DFG-Senatskommission fordert stärkere Unterstützung für vielfältige Anbausysteme von Nutzpflanzen

Ziel: krisenfeste Landwirtschaft / Langfristige Forschung und neue politische Rahmenbedingungen notwendig / Hürden in der Praxis überwinden / Sechs konkrete Handlungsansätze für erfolgreichen Wandel

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft