Kategorie: Allgemein
Neue Datenbank zur Kohlenstoffbilanzierung in tropischen Wäldern
Tropische Feuchtwälder speichern rund 70 % der globalen lebenden Biomasse und sind daher entscheidend für den Kohlenstoffkreislauf. Eine in Science Advances veröffentlichte Studie unter Leitung des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung und der University of Cambridge wertete Daten aus 146 Studien seit 1988 aus. Die Forschenden zeigen und quantifizieren, dass auch Walddegradation zu erheblichen Kohlenstoffverlusten führt. Gleichzeitig können geschädigte Wälder, deren Struktur teilweise erhalten bleibt, Kohlenstoff deutlich schneller wieder binden als vollständig gerodete Flächen. Eine neu erstellte Datenbank liefert wichtige Grundlagen für Klimamodelle und nationale Treibhausgasbilanzen. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Familiäre Verbindungen bei Elitebestattungen der Skythen in der eurasischen Steppe
Eine neue Studie zu alter DNA liefert Hinweise darauf, dass politische Macht unter skythischen Eliten möglicherweise über Familienlinien vererbt wurde, die sich über mehrere Begräbnisstätten erstreckten. Indem sie Methoden aus den Bereichen Archäologie, Anthropologie und Genetik verbindet, ermöglicht die Studie neue Einblicke in die Entstehung sozialer Ungleichheit und politischer Autorität in frühen nomadischen Gesellschaften. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Klare Definitionen für Deutschland: Nationale Stillkommission aktualisiert Definitionen zum Stillen
Die Nationale Stillkommission (NSK) am Max Rubner-Institut hat eine umfassende Aktualisierung der Definitionen zum Stillen und zur Ernährung mit Mutter- und Frauenmilch vorgelegt. Die Stellungnahme wurde von einem Expertenteam der Kommission erarbeitet. Ziel ist es, aktuelle internationale Standards der Weltgesundheitsorganisation (WHO) präzise im deutschen Gesundheitssystem abzubilden und eine einheitliche Verwendung zu ermöglichen. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Destruction in 3D
TiHo researchers induce cell death in 3D mini-tumors and discover that forcing cancer cells to die can also alert the immune system and enhance anti-tumor attack. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Zerstörung in 3D
TiHo-Forschende lösen in 3D-Minitumoren den Zelltod aus und finden heraus, dass das Erzwingen des Zelltods von Krebszellen auch das Immunsystem alarmieren und dessen Angriff auf den Tumor verstärken kann. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Unreife Immunzellen zeigen Überlebenschancen nach einem Herzinfarkt an
Bei einem schweren Herzinfarkt schickt das Knochenmark unreife Immunzellen ins Blut. Ein Forschungsteam unter der Leitung der Universität Münster zeigt: Der Reifegrad der sogenannten neutrophilen Granulozyten verrät das kurzfristige Sterberisiko und lässt sich mit einem einfachen Blutbild bestimmen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature Cardiovascular Research erschienen. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Immature immune cells predict chances of survival following a heart attack
In the event of a severe heart attack, immature immune cells are released into the bloodstream from the bone marrow. A research team led by the University of Münster has demonstrated that the maturity level of neutrophils can be used to determine the short-term risk of death, and this can be assessed through a simple blood test. These findings have been published in the journal Nature Cardiovascular Research. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Neue S3-Leitlinie der DGRh: Herz-Kreislauf-Risiken bei Rheuma gezielter erkennen und behandeln
Entzündlich-rheumatische Erkrankungen können neben Gelenken, Haut und inneren Organen auch Herz und Gefäße betreffen. Patientinnen und Patienten erleiden häufiger kardiovaskuläre Begleit- und Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzinsuffizienz, Rhythmusstörungen, Gefäßerkrankungen und thromboembolische Ereignisse. Die nun veröffentlichte S3-Leitlinie „Management kardiovaskulärer Komorbiditäten entzündlich-rheumatischer Erkrankungen“ fasst verfügbares Wissen zusammen und gibt praxisnahe Empfehlungen für Vorbeugung, Diagnostik und Behandlung. Sie wurde unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie e. V. (DGRh) entwickelt. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Jagdverhalten prägt die Evolution der Spinnenaugen
Eine neue Studie eines internationalen Teams von Forschenden mit Beteiligung von Erstautor Atal Pande vom Museum für Naturkunde Berlin zeigt: Jagdspinnen entwickelten unabhängig voneinander nach vorne gerichtete Augenanordnungen – ihre Sehorgane entwickelten sich dabei als flexible, modulare Systeme. Der vordere Bereich des Spinnenkörpers wird damit zu einem vielseitigen visuellen Zentrum, in dem verschiedene Augen unterschiedliche Aufgaben übernehmen und dennoch gemeinsam dasselbe Ziel verfolgen. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Spiders evolved the eyes they need: hunting behaviour drives the evolution of spider eye arrangements
New study featuring the first author, Atal Pande, from the Museum für Naturkunde Berlin, shows that visually hunting spiders convergently evolved forward-facing eye arrangements, and that their eye positions and orientations evolve as semi-independent modules. In effect, the front of the spider becomes a multi-purpose visual hub, where different eyes specialize while working together on the same target. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Mikrobielles Erbe gegen Stress: Studie weist auf generationsübergreifenden Schutz durch ein Umweltbakterium hin
Ein Umweltbakterium könnte bis in die nächste Generation vor den Folgen von Stress schützen. Hinweise darauf zeigten sich in einer Studie im Mausmodell von Ulmer und Frankfurter Forschenden, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift Molecular Psychiatry veröffentlicht wurden. Die Nachkommen behandelter Muttertiere waren demnach im Erwachsenenalter besser vor Stressfolgen geschützt als Vergleichstiere, obwohl sie selbst das Bakterium nie erhalten hatten. Eine Rolle könnte dabei das Darmmikrobiom spielen, das bei den Nachkommen verändert war. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Frühlingsgefühle bei Fledermäusen? Neue Studie der Uni Greifswald liefert Hinweise auf Paarungen nach dem Winterschlaf
Bei Fledermäusen galt lange als gesichert, dass die Paarung ausschließlich im Herbst stattfindet. Eine internationale Studie unter Federführung der Universität Greifswald, erschienen im Fachjournal Mammalian Biology, liefert nun Hinweise darauf, dass diese Annahme möglicherweise nicht stimmt. Beim Großen Abendsegler (Nyctalus noctula) fanden die Forschenden im Frühjahr unter anderem Spermiennachweise und weitere Merkmale, die auf Paarungen nach dem Winterschlaf hindeuten. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Künstliche Intelligenz macht versteckte Wald-Invasion sichtbar
Forschende der Justus-Liebig-Universität Gießen kartieren mit Drohnen und KI erstmals die invasive Baumart Götterbaum unter Baumkronen Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Hunger ohne Stopp-Signal – Hypothalamische Adipositas als oft übersehene Ursache starker Gewichtszunahme
Wenn die Hunger- und Sättigungssteuerung im Gehirn geschädigt ist, können Betroffene innerhalb kurzer Zeit stark zunehmen. Diäten greifen dann oft nur begrenzt, weil die gestörten Signale im Gehirn trotz ausreichender Energiereserven kein ausreichendes Sättigungsgefühl auslösen. Auf diese unterschätzte Form der Adipositas – die hypothalamische Adipositas – machten die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) bei ihrer heutigen gemeinsamen Pressekonferenz aufmerksam. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Verborgenes Netzwerk: Wie die Umwelt unbemerkt unsere Gesundheit beeinflusst
Von der Luft, die wir atmen, bis zu den Lebensmitteln, die wir konsumieren, sind wir täglich Tausenden chemischen Einflüssen ausgesetzt. Doch wie sich diese auf unsere Gesundheit auswirken, ist bislang nur unzureichend verstanden. Eine neue Studie von Forschenden am CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und am Ludwig Boltzmann Institut für Netzwerkmedizin an der Universität Wien, die in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurde, liefert nun einen bisher unerreichten Überblick: Unterschiedlichste Substanzen können dieselben biologischen Systeme stören und so auf vorhersagbare Weise zum Krankheitsrisiko beitragen. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Nachhaltige Fasern von Brachflächen: Neue Studie zeigt Potenziale von Brennnesseln auf belasteten Standorten
Wie lassen sich biobasierte Rohstoffe erzeugen, ohne mit der Nahrungsmittelproduktion um wertvolle Anbauflächen zu konkurrieren? Eine internationale Forschungsgruppe unter Beteiligung der Hochschule Bremen (HSB) ist dieser Frage in einer aktuellen Studie nachgegangen. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Remediation“ veröffentlicht. Sie zeigen, dass der Anbau von Brennnesseln in Kombination mit Pappeln auf Brach- und Konversionsflächen eine nachhaltige und vielseitige Landnutzungsoption darstellen kann. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Männer und Frauen lösen Schmerzen unterschiedlich auf
Die Arbeitsgruppe von Robert Blum am UKW untersuchte das Spinalganglion (DRG) bei Ratten nach einer Nervenverletzung sowie während der Schmerzrückbildung. Die Forschenden fanden heraus, dass die Mechanismen der Schmerzrückbildung geschlechtsspezifisch sind, obwohl die unmittelbare Reaktion auf die Verletzung weitgehend gleich ist. Bei weiblichen Tieren blieben Immunreaktionen länger bestehen. Bei den männlichen Tieren zeigten die Satellitengliazellen eine anhaltendere Aktivierung. In beiden Geschlechtern erfolgt die Schmerzrückbildung entgegen bisheriger Vermutungen ohne Verlust von Nervenzellen oder Gewebe. Überraschend war, dass hunderte Gene geschlechtsspezifisch reguliert waren. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
DANK und DKFZ betonen gemeinsam: Steigende Zigarettenpreise retten Leben und erhöhen die Staatseinnahmen
Steuererhöhungen für Tabakerzeugnisse und E-Zigaretten sind die wirksamste Maßnahme, um den Tabak- und Nikotinkonsum zu verringern und Minderjährige vom Einstieg abzuhalten. Damit retten sie Leben und sichern zugleich die Einnahmen des Staates. Diese Effekte möchte die Bundesregierung mit dem aktuellen Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums nutzen. Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) unterstützt deutliche Tabaksteuererhöhungen und fordert, dass die Mehreinnahmen der Tabak- und Nikotinprävention zugutekommen. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Modernisieren vor Kürzen: Die Gesundheitstechnologien bieten Perspektiven für die Gesundheitsversorgung
Vorschläge zu Reformen des Gesundheitswesens fokussieren vor allem auf Effizienzsteigerungen, Kürzungen und Mehrbelastungen. Vielfach unterschätzt wird die Rolle der Medizintechnik, konstatiert das acatech Themennetzwerk Gesundheitstechnologien und entwickelt Vorschläge. In einem Hintergrundpapier von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften entwickelt die Expertengruppe Optionen, wie Deutschland aus dem Innovation Valley of Death herausfindet und tiefgehende Innovationen realisiert. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Krebsmedikament bringt schwere Blutkrankheit zum Stillstand
Medizinischer Durchbruch bei Autoimmunerkrankung Forschende der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Universitätsmedizin Greifswald haben eine neue Therapiestrategie bei der Immunthrombozytopenie (ITP) entdeckt. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Komplexe Nahrungsnetze stärken Ökosystem-Funktionen
Basierend auf einer Pressemitteilung der University of Waikato, Neuseeland Gesunde Ökosysteme brauchen nicht nur viele Arten. Entscheidend sind die komplexen Beziehungen zwischen ihnen. Das zeigt eine internationale Studie unter Leitung der University of Waikato und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv). Die in Nature veröffentlichte Studie zeigt: Je höher die Artenvielfalt eines Ökosystems ist, desto besser erfüllt es wichtige Funktionen. Besonders entscheidend ist dabei die Vielfalt der Räuber. Sie trägt dazu bei, natürliche Prozesse wie Schädlingskontrolle, Klimaregulation sowie die Stabilität von Ökosystemen aufrechtzuerhalten. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Complex food webs sustain ecosystem functioning
Based on a press release by the University of Waikato, New Zealand Healthy ecosystems depend on more than just having lots of species – they rely on the complex relationships between plants, prey and predators, according to new international research led by the University of Waikato and the German Centre for Integrative Biodiversity Research (iDiv). Published in the journal Nature, the study found that ecosystems with greater diversity of species – and particularly a greater diversity of predators – function more effectively, helping maintain natural processes that people rely on, such as pest control, climate regulation and ecosystem stability. Quelle:…
Mit Skalpell und Stethoskop gegen die Stoppuhr – PEC 2026: Wettkampf um die schnellste Diagnose und beste Therapie
Er entdeckte vor 117 Jahren das erste Antibiotikum und war Mitbegründer der modernen Chemotherapie. Der Arzt und Nobelpreisträger Paul Ehrlich ist Namensgeber einer renommierten Medizin-Olympiade, die nun zum ersten Mal an der Universität Ulm stattfand. Dabei stellten 16 Teams aus Deutschland, der Schweiz und Österreich ihr Fachwissen in vier Disziplinen unter Beweis – unter Zeitdruck, vor Publikum und doch immer mit viel Spaß. Das Ulmer Team schaffte es souverän ins Finale, am Ende hatten die Studierenden der Universitätsklinik Innsbruck in der Gesamtwertung des Paul Ehrlich Contest die Nase vorn. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft ankert in Köln
Vom 14. bis 17. Juli liegt die MS Wissenschaft in Köln an und lädt alle Interessierten ein, die Medizin der Zukunft zu erleben. Am 14. Juli beantworten Kölner Wissenschaftler*innen Fragen zu ihrer Forschung im Format „Meet the Scientists“ Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft
Sind Menschen mit Übergewicht und Adipositas ausreichend versorgt und über die Behandlungsmöglichkeiten informiert?
Studie der Medizinischen Fakultät Mannheim zum Gewichtsmanagement bei Menschen mit Übergewicht offenbart eine deutliche Lücke zwischen der empfohlenen Versorgung und dem, was die Betroffenen angeben. Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft