Schlagwort: Medizin
Neuer Lysosomen-Atlas enthüllt Ursache seltener neurologischer Erkrankung
23. Januar 2026
Forschende des Leibniz-Institut für Alternsforschung (FLI) haben zusammen mit Kolleginnen und Kollegen von der Stanford University, USA, erstmals einen umfassenden zelltypspezifischen Atlas der Lysosomen im Gehirn erstellt, jener Zellorganellen, die für Abbau- und Recyclingprozesse zuständig sind. Die Studie zeigt, dass sich Lysosomen in Neuronen deutlich von denen anderer Hirnzellen unterscheiden. Besonders auffällig ist das bislang wenig beachtete Protein SLC45A1, das in neuronalen Lysosomen eine zentrale Rolle spielt. Mutationen in diesem Protein führen zu einer bislang unklaren neurologischen Erkrankung, die nun als lysosomale Speicherkrankheit klassifiziert werden kann.
Genetische Varianten im MC4R-Gen mildern kardiovaskuläre Risiken bei Adipositas
23. Januar 2026
Starkes Übergewicht gilt allgemein als wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Forschende aus Cambridge konnten nun jedoch zeigen, dass dieser Zusammenhang nicht in allen Fällen zutrifft. Bei Menschen mit seltenen genetischen Veränderungen im MC4R-Gen kann eine schwere Adipositas mit vergleichsweise günstigen Stoffwechselwerten einhergehen. Wissenschaftlerinnen der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen durften diese neuen Erkenntnisse in einem Spotlight Article im Fachjournal Cell Metabolism einordnen und in den Kontext bisheriger Befunde stellen.
Strategies to promote greater equality of opportunity in science
23. Januar 2026
What happens when a scientific community creates space not only for research results, but also for honest conversations about how science is practiced? A new open-access Perspective article in Evolution captures the central themes and practical takeaways from the “Women in Evolutionary Biology Workshop”, held from May 14 to 16, 2024, at the Max Planck Institute for Evolutionary Biology.
Strategien für mehr Chancengleichheit in der Wissenschaft
23. Januar 2026
Was passiert, wenn eine wissenschaftliche Gemeinschaft Raum schafft – nicht nur für Forschungsergebnisse, sondern auch für ehrliche Gespräche darüber, wie Wissenschaft betrieben wird? Ein neuer Open-Access-Perspective-Artikel in Evolution greift die zentralen Themen und praktischen Erkenntnisse aus dem „Women in Evolutionary Biology Workshop“ auf, der vom 14. bis 16. Mai 2024 am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie stattfand.
Würzburg Researchers Discover a Novel Inflammatory Function of Platelets
23. Januar 2026
A team from Würzburg has fundamentally changed our understanding of platelet biology with a study published in Science. The researchers demonstrate that the surface protein integrin αIIbβ3 is not only a key molecule in blood clotting, but can also act as a pro-inflammatory effector during severe disease processes. Under these conditions, αIIbβ3 switches function and becomes a structural component of a previously unknown organelle: PITT (Platelet-derived Integrin- and Tetraspanin-rich Tether). PITTs are released by platelets, remain deposited at the inflamed vessel wall, and further drive inflammatory processes. Blocking αIIbβ3 with monoclonal antibodies reduces PITT formation.
Würzburger Forscher entdecken neuartige Entzündungsfunktion von Blutplättchen
23. Januar 2026
Ein Team der Würzburger Universitätsmedizin hat das Verständnis der Thrombozytenbiologie grundlegend geändert. Es zeigt in Science, dass das Oberflächenprotein Integrin αIIbβ3 nicht nur ein Schlüsselmolekül der Blutgerinnung ist, sondern sich bei schwerwiegenden Krankheitsprozessen auch als pro-inflammatorischer Effektor agieren kann. αIIbβ3 schaltet sich um und dient als Baustein eines neuartigen Organells namens PITT (Platelet-derived Integrin- and Tetraspanin-rich Tethers). PITT wird freigesetzt, bleibt an der entzündeten Gefäßwand zurück und treibt die Entzündungsprozesse weiter an. Durch die Blockade von αIIbβ3 mit monoklonalen Antikörpern kann die Bildung von PITTs verringert werden.
Forschende entwickeln nebenwirkungsarmen therapeutischen Ansatz gegen aggressive Blutkrebs-Form
23. Januar 2026
Forschende um Prof. Dr. Salih vom Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung am DKFZ-Partnerstandort Tübingen haben mit Förderung der Wilhelm Sander-Stiftung in Höhe von 528.000 € über 6 Jahre ein innovatives Immunzytokin (therapeutischer Antikörper mit einem daran gekoppelten Zytokin) entwickelt. Das „modifizierte Immunzytokin“ (MIC-Molekül) aktiviert gezielt Immunzellen gegen Leukämiezellen und kann die schwerwiegenden Nebenwirkungen vermeiden, die bisher verfügbare Immunzytokine auslösen. In Labor- und Tiermodellen zeigten die MIC -Moleküle eine starke und vor allem gezielte Immunaktivierung gegen die Leukämie – ein vielversprechender Schritt in Richtung klinische Anwendung.
Wie sich räuberische Aggression bei Fadenwürmern entwickelte
23. Januar 2026
– Maschinelles Lernen macht klar unterscheidbare räuberische Verhaltenszustände bei einem mikroskopisch kleinen Wurm sichtbar.
– Zwei gegensätzlich wirkende chemische Botenstoffe im Gehirn, Octopamin & Tyramin, bestimmen, ob der Wurm angreift oder passiv bleibt.
– Im Laufe der Evolution wurden spezifische sensorische Neuronen umfunktioniert, um diese aggressive Jagdstrategie zu ermöglichen.
– Veränderungen in neuromodulatorischen Schaltkreisen, und nicht neue Nervenzellen, führten zur Entstehung räuberischer Aggression.
– Die in Nature veröffentlichte Studie zeigt, wie Veränderungen in neuromodulatorischen Schaltkreisen die Evolution räuberischer Aggression bei Fadenwürmern ermöglichten.
– Zwei gegensätzlich wirkende chemische Botenstoffe im Gehirn, Octopamin & Tyramin, bestimmen, ob der Wurm angreift oder passiv bleibt.
– Im Laufe der Evolution wurden spezifische sensorische Neuronen umfunktioniert, um diese aggressive Jagdstrategie zu ermöglichen.
– Veränderungen in neuromodulatorischen Schaltkreisen, und nicht neue Nervenzellen, führten zur Entstehung räuberischer Aggression.
– Die in Nature veröffentlichte Studie zeigt, wie Veränderungen in neuromodulatorischen Schaltkreisen die Evolution räuberischer Aggression bei Fadenwürmern ermöglichten.
Vielfalt im Dorf, Ödnis auf der Wiese
23. Januar 2026
Bayerische Wiesen sind laut einer neuen Studie der Universität Würzburg die eintönigsten Insekten-Habitate. Überraschend bieten Äcker und Siedlungen oft mehr Vielfalt als das Grünland.
Afternoon naps clear up the brain and improve learning ability
22. Januar 2026
Afternoon naps put the brain in a state ready for learning / Study shows the active role of short sleep phases in adjusting the strength of transmission between neurons
Mittagsschlaf räumt im Gehirn auf und verbessert so die Lernfähigkeit
22. Januar 2026
Mittagsschlaf schaltet das Gehirn in lernbereiten Zustand / Studie belegt aktive Rolle von kurzen Schlafphasen auf die Verknüpfung von Nervenzellen
Knowledge Connector: bessere klinische Entscheidungen in der molekularen Präzisionsonkologie
22. Januar 2026
Forschende am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg und am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) haben ein digitales Werkzeug entwickelt, das klinische Entscheidungen in der molekularen Präzisionsonkologie erheblich beschleunigt und verbessert. Der Knowledge Connector erlaubt die strukturierte und standardisierte Auswertung sehr umfangreicher molekularer Tumorprofile und macht sie schneller als bisher für personalisierte Therapieentscheidungen verfügbar. Im DKFZ/NCT/DKTK MASTER-Programm entstanden, ist der Knowledge Connector seit 2022 an mehreren NCT Standorten und weiteren Onkologischen Spitzenzentren im Einsatz.
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit stellt aktuelle Daten zur Studie Jugendsexualität vor
22. Januar 2026
Jugendliche werden später sexuell aktiv – und verhüten sicher. Das zeigt die aktuelle Jugendsexualitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit. 2019 waren die meisten Jugendlichen mit 17 Jahren sexuell aktiv, heute meist mit 19. Bei der Verhütung zeigt sich die junge Generation verantwortungsbewusst. Lediglich sechs Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen gaben an, beim ersten Sex nicht verhütet zu haben. Die meisten verhüteten mit Kondom. Für die Studie wurden über 5.300 Jugendliche und junge Erwachsene befragt. Die Ergebnisse zeigen: Aufklärung wirkt – und stärkt junge Menschen in ihren Entscheidungen.
Aging Zoo Animals Threaten Long-Term Species Conservation Goals of Modern Zoos
22. Januar 2026
Many mammal populations in European and North American zoos are aging – a trend that jeopardizes the long-term viability of so-called reserve populations and, with it, a core mission of modern zoos in global species conservation. This is the central finding of a new international study published on Wednesday in the journal PNAS.
GFFA expert panel presented solutions for dealing with scarce water resources in agriculture for both China and Germany
22. Januar 2026
In the panel discussion “Water, Food & Climate: Lessons from Sino-German Cooperation” on January 16, 2026, at the Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) in Berlin, German and Chinese experts discussed water scarcity, its impact on agriculture, and leading solutions which can be used as effective countermeasures in both countries.
GFFA-Fachpodium: Lösungsansätze für Wasserknappheit in der Landwirtschaft in China und Deutschland
22. Januar 2026
In der Podiumsdiskussion „Wasser, Ernährung & Klima: Erkenntnisse aus der deutsch-chinesischen Kooperation“ am 16. Januar 2026 auf dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) in Berlin erörterten deutsche und chinesische Expert:innen die Wasserknappheit, ihre Auswirkungen auf die Landwirtschaft sowie führende Lösungsansätze, die in beiden Ländern als wirksame Gegenmaßnahmen eingesetzt werden können.
Making human pancreatic acinar cells
22. Januar 2026
Dresden researchers develop novel methods to create acinar cells, which are involved in the formation of pancreatic cancer.
Gewinnung menschlicher Azinuszellen der Bauchspeicheldrüse
22. Januar 2026
Dresdner Forschungsteam entwickelt neue Methoden zur Herstellung von Azinuszellen, die an der Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs beteiligt sind.
Überraschende Entdeckung: Teil der Netzhaut von Vögeln funktioniert dauerhaft ohne Sauerstoff
22. Januar 2026
Die inneren Schichten der Netzhaut von Vögeln werden durch anaerobe Stoffwechselprozesse mit Energie versorgt. Wie sie trotz dauerhaften Sauerstoffmangels funktionieren, berichtet ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Universität Oldenburg in der Zeitschrift Nature. Demnach liefert eine ungewöhnliche Struktur im Vogelauge, der sogenannte Augenfächer, die benötigte Glukose und transportiert Abfallprodukte ab. Die Studie widerlegt damit eine seit dem 17. Jahrhundert bestehende Annahme über die Funktion dieses mysteriösen Gewebes.
Neurowissenschaften: Schutzmechanismus im weiblichen Gehirn entdeckt
21. Januar 2026
FAU-Studie zeigt, wie ein Chromosom Erkrankungen abschwächt
Süße Signale: Zuckerbeschichtete Sensoren im Körper erstmals erfolgreich nachverfolgt
21. Januar 2026
Dem Biochemiker Benjamin Schumann und seinem Team ist es erstmals gelungen, komplexe Zucker-Protein-Strukturen im Körper zu analysieren und nachzuverfolgen. Diese sogenannten Proteoglykane helfen Zellen dabei, äußere Signale wahrzunehmen, ihr Wachstum zu steuern und auf ihre Umgebung zu reagieren. Die neu entwickelte Methode könnte künftig neue Ansätze für die Tumorforschung ermöglichen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Nature Chemical Biology“ veröffentlicht.
Using lab-grown lung tumors as test subjects for tailored cancer therapies
21. Januar 2026
Lung cancer varies widely from patient to patient, and that diversity makes it hard to find effective treatments. Researchers at the Berlin Institute of Health at Charité (BIH) have developed a method to evaluate multiple therapeutic approaches on patient-derived “tumoroids” – miniature tumors grown from tissue removed during surgery at Charité. By testing drug responses across these tumoroids, the team showed that therapeutic success depends on a complex interplay of tumor characteristics rather than a single factor. Their results suggest that tumoroid-based testing could help physicians tailor treatments to individual patients and improve clinical decision-making.
Lungentumoren aus dem Labor: Testobjekte für maßgeschneiderte Krebstherapien?
21. Januar 2026
Lungenkrebs tritt häufig in individueller Form mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften auf. Ohne diese Eigenschaften zu kennen, ist eine wirksame Behandlung der Patient*innen schwierig. Forscher*innen des Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) haben jetzt ein Verfahren entwickelt, mit dem sie verschiedene Therapieansätze an sogenannten Tumoroiden testen können. Diese Mini-Tumoren haben sie aus Tumorproben gezüchtet, die Patient*innen im Rahmen von Operationen an der Charité entnommen wurden. Die Tests zeigen, dass ein komplexes Zusammenspiel der Eigenschaften eines Lungentumors den Erfolg der Therapie bestimmt, und können Ärzt*innen bei ihrer Behandlungsentscheidung unterstützen.
Neue Chancen dank moderner Therapien: Nierenscreening heute wichtiger denn je – CDK früh erkennen und Dialyse vermeiden
21. Januar 2026
Die chronische Nierenkrankheit (CKD) galt lange als schleichend fortschreitend und kaum aufzuhalten. Mehrere aktuelle Studien zeigen nun: Dieses Bild ist überholt. Moderne medikamentöse Therapien können das Fortschreiten der Erkrankung deutlich bremsen – und in vielen Fällen sogar einen langfristigen Stillstand der Nierenschädigung erreichen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine frühzeitige Diagnose. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e. V. (DGfN) fordert daher ein konsequentes, modernes Nierenscreening – insbesondere bei Risikogruppen.
How cities are changing social behaviour in urban animals
21. Januar 2026
Cities profoundly shape how animals interact with one another. A new comprehensive review by researchers at Bielefeld University shows that urbanisation alters animal social behaviour – from mate choice to group living. The findings are striking and highly relevant for conservation and urban planning.