Mitochondrien als Schaltzentralen der Zellkommunikation

Strukturelle und funktionelle Eigenschaften von Mitochondrien prägen ihre Rolle als Signalorganellen – mit weitreichenden Konsequenzen für Immunantworten, Entzündungsprozesse und Erkrankungen. Ein Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Dr. Konstanze F. Winklhofer vom Institut für Biochemie und Pathobiochemie der Ruhr-Universität Bochum gibt einen Überblick über ihre vielfältigen Funktionen. Die Forschenden berichten in der Zeitschrift Molecular Cell vom 28. Januar 2026.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Ein Protein, eine große Entscheidung: Wie Braunalgen wissen, wann sie sich fortpflanzen

Forscher entdecken einen unerwartet einfachen Mechanismus, der den Lebenszyklus von Algen steuert.

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Biologie haben eine bemerkenswert schlichte Strategie für die Entwicklungssteuerung bei Braunalgen entdeckt. Sie konnten zeigen, dass ein einziges ARGONAUTE-(AGO-) Protein den Übergang vom vegetativen Wachstum zur sexuellen Fortpflanzung orchestriert und die Keimbahn festlegt.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

One single protein, one big decision: how brown algae know when to reproduce

Researchers discover an unexpectedly simple mechanism that controls life cycle in algae.

Scientists at the Max Planck Institute for Biology have discovered a remarkably streamlined strategy for developmental control in brown algae. They could show that a single ARGONAUTE (AGO) protein orchestrates the transition from vegetative growth to sexual reproduction and directs germline establishment.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Structure and function of proteasome storage granules elucidated

Cells organize their molecules in distinct functional areas. While textbooks usually refer to membrane-bound organelles such as mitochondria and cell nuclei, recent studies have also revealed organelles without membranes. These include stress granules and proteasome storage granules (PSGs). In the past, these membraneless organelles were only visible as “droplets” using a fluorescence microscope. Now, researchers from the Max Planck Institute of Biochemistry in Martinsried, University Medical Center Göttingen, and University of Toronto have defined the detailed structures of molecules in PSGs for the first time, using cryoelectron tomography. The results were published in the journal Cell.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Aufbau und Funktionsweise von Proteasom-Speichergranula entschlüsselt

Zellen organisieren ihre Moleküle in unterschiedlichen Funktionsbereichen. Während in Lehrbüchern oft von membrangebundenen Organellen wie Mitochondrien und Zellkernen die Rede ist, haben neuere Studien auch Organellen ohne Membranen beschrieben. Dazu gehören Stressgranula und Proteasom-Speichergranula (PSGs). In der Vergangenheit waren diese membranlosen Organellen unter einem Fluoreszenzmikroskop nur als „Tröpfchen” sichtbar. Nun haben Forschende des MPIs für Biochemie, des Universitätsklinikums Göttingen und der Universität Toronto erstmals die detaillierten Strukturen von Molekülen in PSGs mithilfe der Kryo-Elektronentomographie untersucht. Die Ergebnisse wurden in Cell veröffentlicht.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Geochemical Research Reveals Dietary Variability in Modern Pastoralists

MPI-GEA researchers are part of a long-term collaborative ethnographic framework applying isotope analysis to human hair to study how pastoralist diets in eastern Africa adapt to rainfall variation in increasingly extreme 21st century conditions.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Wie physikalische Instabilitäten die Embryonalentwicklung beeinflussen: Neue Studie aus dem Exzellenzcluster PoL

Multizellularität ist eines der grundlegendsten Phänomene der Biologie. Sie beruht auf der Fähigkeit einer einzelnen Zelle, sich zu einem komplexen Organismus zu reorganisieren, und bildet die Grundlage für die Vielfalt des Tierreichs – von Insekten über Frösche bis hin zum Menschen. Doch wie gelingt es Zellen, ihre Individualität mit einer solchen Präzision zu etablieren und aufrechtzuerhalten? Wissenschaftler:innen aus der Arbeitsgruppe von Jan Brugués am Exzellenzcluster Physics of Life (PoL) der Technischen Universität Dresden haben grundlegende Mechanismen identifiziert, die diese Frage neu beleuchten.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Pesticides Significantly Affect Soil Life and Biodiversity

Seventy percent of soils in Europe are contaminated with pesticides. A Europe-wide study co-led by researchers of the University of Zurich now shows that their effects on soil life are substantial, as pesticides suppress various beneficial soil organisms. To protect soil biodiversity, the findings should be taken into account in current pesticide regulations.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Bitter Taste Receptors at the Interface Between Nutrition, the Endocrine System, and Health

A bitter taste has always been considered a warning signal, devoted to protecting us from ingesting potentially harmful substances. But bitter taste receptors can apparently do much more than just evaluate the taste of food. A recent study by the Leibniz Institute for Food Systems Biology at the Technical University of Munich now shows that certain human bitter taste receptors also respond to steroid hormones. They could therefore play a previously underestimated role in physiological processes.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Preparedness for future pandemics: MERS vaccine candidate shows long-lasting immune response

A new study has shown for the first time that an experimental vaccine against Middle East Respiratory Syndrome (MERS) induces a stable and functional immune response in humans that persists for at least two years after a booster vaccination. The results mark an important step toward an effective MERS vaccine and strengthen the scientific basis for pandemic preparedness. The long-term clinical study was conducted by an international research team from the German Center for Infection Research (DZIF) and was funded by DZIF and the Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI). The findings were published recently in the journal Nature Communications.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Bittergeschmacksrezeptoren an der Schnittstelle zwischen Ernährung, Hormonsystem und Gesundheit

Ein bitterer Geschmack gilt seit jeher als Warnsignal und soll davor schützen, potenziell schädliche Stoffe aufzunehmen. Doch Bittergeschmacksrezeptoren können offenbar weit mehr als nur den Geschmack von Lebensmitteln bewerten. Eine aktuelle Studie des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München zeigt nun, dass bestimmte menschliche Bittergeschmacksrezeptoren auch auf Steroidhormone reagieren. Sie könnten somit eine bislang unterschätzte Rolle bei physiologischen Prozessen spielen.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

FAIR Research Data

In a new publication, researchers from the German Center for Diabetes Research (DZD) and the University Medicine Greifswald show how research data can be processed to be FAIR on a step-by-step basis, i.e. such that they can be found, accessed and reused in an interoperable manner. Using the DZD Core Data Set as an example, they compare different FAIRification work flows, evaluate their strengths and challenges and provide concrete recommendations for the scientific community.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Vorsorge gegen künftige Pandemien: Impfstoffkandidat gegen MERS zeigt langanhaltende Immunantwort

Eine neue Studie zeigt erstmals, dass ein experimenteller Impfstoff gegen das Middle East Respiratory Syndrome (MERS) auch zwei Jahre nach Auffrischungsimpfung eine stabile und funktionsfähige Immunantwort im Menschen auslöst. Die Ergebnisse markieren einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem wirksamen Impfstoff gegen MERS und stärken die wissenschaftliche Grundlage für die Pandemieprävention. Die klinische Langzeitstudie wurde von einem internationalen Forschungsteam des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) durchgeführt, durch das DZIF und die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) gefördert und in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Jane Reznick receives ‘Proof of Concept’ grant from the European Research Council

The NEWHEART projects develop a new treatment option after heart attacks / ERC funding of 150,000 euros over 18 months allows researchers to explore the commercial or societal potential of their work

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Jane Reznick erhält „Proof of Concept“-Förderpreis des Europäischen Forschungsrates

Das Projekt NEWHEART entwickelt neue Therapiemöglichkeit nach Herzinfarkten / Die ERC-Förderung in Höhe von 150.000 Euro über 18 Monate ermöglicht den Transfer in Markt und Gesellschaft

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Dichtes Holz – Wie unterschiedlich Bäume wachsen

Wie dicht das Holz von Bäumen und Sträuchern ist, variiert stark – nicht nur zwischen verschiedenen Arten, sondern auch innerhalb einer Art, je nachdem, wo die Pflanzen wachsen. Um besser untersuchen zu können, wie diese Unterschiede entstehen, haben Forschende aus aller Welt über viele Jahre hinweg mehr als 100.000 Datensätze zur Holzdichte von über 16.000 Pflanzenarten gesammelt und in einer seit 2009 frei zugänglichen Datenbank zusammengestellt. Ein Forschungsteam der Universität Potsdam und der University of Namibia (UNAM) hat zuletzt wichtige Datensätze aus einer Region im südlichen Afrika ergänzt, die zuvor in der Datenbank fehlten.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

DGfN fordert stärkere europäische Transplantationspolitik

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e. V. (DGfN) unterstützt eine europaweite Initiative der European Kidney Health Alliance (EKHA) und weiterer Fachgesellschaften. Diese fordern die Europäische Kommission dazu auf, den zweiten EU-Aktionsplan zu Organspende und Transplantation auf den Weg zu bringen. Die Allianz drängt zudem darauf, die im Jahr 2024 verabschiedeten EU-Ratsbeschlüsse zu Organspende und Transplantation in konkrete politische Maßnahmen zu überführen. Hintergrund ist der nach wie vor signifikante Organmangel.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

BIÖG & GZSZ: Gemeinsam gegen Essstörung – Neue Bulimie-Storyline bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“

Die RTL-Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ thematisiert die Erkrankung Bulimie. Im Mittelpunkt steht Lilly, die einen Rückfall erlebt. In Kooperation mit dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit soll die Storyline für Essstörungen sensibilisieren. Ziel ist es, Betroffene zu stärken, Vorurteile abzubauen und Wege zur Hilfe aufzuzeigen – auch für Angehörige.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

ZiF-Konferenz 2026: Gesundheit weiter denken

Das Gesundheitswesen steckt in einer Dauerkrise – dabei mangelt es nicht an Verbesserungsvorschlägen. Aber warum gelingt es so selten, diese auch umzusetzen? Wo sind Innovation und Verbesserung bereits gelungen? Welche Ideen sind gescheitert und woran? Wie kann man es besser machen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der ZiF-Jahreskonferenz 2026 „Gesundheit weiter denken“, die am 4. Februar am Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld stattfindet.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Unravelling Spider Silk: What High-Tech Fibres Can Learn from Nature

What makes spider silk so extraordinarily strong and elastic at the same time? This was the focus of recent investigations carried out by researchers from the University of Greifswald, the University of Bonn and the Museum of Natural Science in Buenos Aires. In material and behavioural analyses, they discovered that net-casting spiders modulate their silk microstructurally – combining immense elasticity with robustness. The results of the international study, which are published on 26 January 2026 in the journal PNAS will enable new approaches for the industrial production of synthetic fibres.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Earliest evidence of wooden tools used by humans

International research team from Germany, the UK and Greece finds evidence of wooden tool use in Greece 430,000 years ago

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Frühester Nachweis von Menschenhand genutzter Holzwerkzeuge

Internationales Forschungsteam der Universitäten Tübingen und Reading sowie der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung entdeckt rund 430.000 Jahre alte Belege in griechischer Fundstätte

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Spinnenfäden entschlüsselt: Was Hightech-Fasern von der Natur lernen können

Was macht Spinnenfäden so außergewöhnlich reißfest und zugleich elastisch? Dieser Frage sind Forschende der Universität Greifswald gemeinsam mit Kolleginnen der Universität Bonn und dem Naturkundemuseum Buenos Aires nachgegangen. In Material- und Verhaltensanalysen fanden sie heraus, dass die Kescherspinne ihre Fäden mikrostrukturell modulieren kann und hierdurch enorme Elastizität mit Widerstandskraft kombiniert. Die Ergebnisse der internationalen Studie, die am 26. Januar 2026 in der Fachzeitschrift PNAS erscheint, eröffnen neue Ansätze für die industrielle Herstellung synthetischer Fasern.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

KI-Tool „Helixer“ entdeckt Gene in unbekannten Organismen

Forscherinnen und Forscher des Forschungszentrums Jülich und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf haben ein Werkzeug entwickelt, das die Genforschung spürbar verändern könnte: „Helixer“ bestimmt Gene direkt aus DNA-Sequenzen – ohne Laborversuche oder Vorwissen über den untersuchten Organismus.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft

Zoster-Impfung senkt das Demenzrisiko und kann womöglich das Fortschreiten einer Demenz verlangsamen

Kann die Impfung gegen das Varizella-Zoster-Virus (VZV), welches Windpocken und Gürtelrose auslöst, vor einer Demenz schützen? Im Jahr 2025 sind zwei große Studien – eine aus UK, eine andere aus Australien – publiziert worden, die beide quasi ein „Real-Life-Experiment“ waren und einen eindrucksvollen Nachweis liefern. Nun bestätigt eine aktuelle Publikation den beobachteten Effekt. Zwar wurde in allen Studien ein Lebendimpfstoff verwendet, der inzwischen in Deutschland und anderen Ländern nicht mehr verwendet wird, dennoch gehen DGN-Experten von einem ähnlichen Effekt des neuen rekombinanten Vakzins aus und raten Menschen ab 60 Jahren zur Impfung.

Quelle: IDW Informationsdienst Wissenschaft